Steinpilz - Boletus edulis

Volksname: Herrenpilz, Fichtensteinpilz.

Bei uns in Europa sind die Steinpilze neben den Pfifferlingen und Riesenschirmlingen wohl die meistgesuchten Speisepilze. Früher kannte man nur „den" Steinpilz, heute unterteilt man den Steinpilz in sechs unterschiedliche Arten:

  • Bronze-Röhrling oder Schwarzhütiger Steinpilz (Boletus aereus)
  • Sommer- oder Eichen-Steinpilz (Boletus aestivalis)
  • Birken-Steinpilz (Boletus betulicola)
  • Gemeiner Steinpilz oder Herrenpilz (Boletus edulis)
  • Weisser Steinpilz (Boletus edulis var. albus)
  • Kiefern- oder Rotbrauner Steinpilz (Boletus pinophilus)

Für den Fichten­steinpilz oder Herrenpilz gilt in der Regel die Bindung an die Fichte, der dunkel­nuss­braune, am Rand weissliche Hut und die glatte, im Alter klebrige Oberhaut. Es gibt manchmal Jungfichtenbestände in entlegenen Revieren, in denen der Pilz alle fünf bis sieben Jahre massenhaft auftritt; doch das dauert oft nur eine Septemberwoche lang. Danach stehen nur noch alte Pilze und wenige Nachzügler da. In den darauffolgenden Jahren scheint der Pilz fast ausgestorben zu sein.

Steinpilze können nicht kultiviert werden, alle Versuche sind bisher erfolglos geblieben.

Steinpilz

Steinpilze

Steinpilz

Beschreibung des Fichtensteinpilzes

Hut

Der Hut des Steinpilzes hat einen Durchmesser von 8-20 (-30) cm, jung ist er oft fast weiss, dann hell- bis dunkelbraun, anfänglich weiss bereift, dann kahl und glatt, bei feuchter Witterung wird er schmierig. Jung ist der Hut fast kugelig, dann polsterförmig bis flach gewölbt. Die Oberhaut des Hutes ist nicht abziehbar.

Röhren

Die Röhren sind weiss, dann grünlichgelb, schliesslich olivgrün, 1-3 cm lang, vom Hutfleisch leicht lösbar und nicht verfärbend. Die Poren sind gleichfarbig und eng.

Stiel

Der Stiel ist blassbräunlich mit weissem Adernetz (besonders ausgeprägt an der Stielspitze), er ist erst fast kugelig, dann keulenförmig und sehr dick. Im Alter wird der Stiel bisweilen zylindrisch.

Fleisch

Das Fleisch ist unveränderlich weiss, unter der Oberhaut rötlichbraun, anfänglich fest, später schwammig.

Geruch/Geschmack

Geruch typisch pilzartig. Geschmack mild, nussartig.

Sporen

Spindelig, 13-17 x 4.5 – 5.5 µm, Sporenpulver braun-olivlich.

Verwechslung

Junge Gallenröhrlinge können dem Steinpilz sehr ähnlich sein. In Zweifelsfällen ist eine Kostprobe zu empfehlen. Den Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis) erkennt man ausser am felderig zerissenen und blassen Hut, am weichen, fast schwammigen Fleisch.

Vorkommen

Juni-Oktober. Nadel- und Laubwald, Weiden, häufig.

Bemerkungen

Guter und beliebter, aber sehr madenanfälliger Speisepilz. Besonders geeignet zum Trocknen, wobei sich erst das typische Steinpilzaroma entwickelt.

Frische, festfleischige Steinpilze in Scheiben geschnitten (5-10 mm) und in Bratbutter gebraten - so mag ich Steinpilze am liebsten. Übertroffen wird das Ganze nur noch von gebratenen Parasolhüten.

Steinpilze gebraten

Letzte Änderung: 21.09.2018 / © W. Arnold