Maronenröhrling - Imleria badia
Volksname: Blaupilz, Braune, Braunhäubchen, Braunhäuptchen, Braunkappen.
Synonyme: Xerocomus badius , Boletus badius.
Der Maronenröhrling (Imleria badia) zählt in 40- bis 90-jährigen Nadelholzbeständen zu den häufigsten Röhrlingen. Er gedeiht jedoch nur auf sauren Böden. Das Braun seines Hutes variiert meist nur wenig: An trockenen Standorten, etwa unter mächtigen Trauffichten, ist er maronenbraun und samtig, in nassen Moospolstern eher fuchsrot und schmierig glänzend.
Der Stiel ist schlank bis bauchig verdickt, stets heller als der Hut und im oberen Bereich oft fein längs geadert, jedoch ohne Netzzeichnung. Das Fleisch blaut im Anschnitt leicht. Junge Pilze sind kernig fest, ältere im Hut weich und öfters madig.
Der Maronenröhrling gilt als guter Speisepilz und wird entsprechend häufig gesammelt, vor allem junge Exemplare. Es gibt Jahre, in denen er noch im Oktober in Massen zu finden ist. Gelegentlich kommen Riesenexemplare vor, die man leicht für Steinpilze halten kann. Diese blauen jedoch nicht und besitzen ein deutliches Stielnetz.
Beschreibung des Pilzes
Hut:
5–18 cm, fleischig, halbkugelig, dann unregelmässig gewölbt, schliesslich flach, fein filzig-samtig, fast glatt; schokolade- oder kastanienbraun, oft dunkelbraun bis fast schwarz, selten hell; Rand anfangs eingerollt.
Röhren:
Gelblich bis grüngelblich, auf Druck blaugrün verfärbend, rundlich, feinporig, ablösbar, alt schwammig, ausgebuchtet angewachsen.
Stiel:
6–12 × 1.5–5 cm, fleischig, fest, dick oder schmächtig, fein faserig oder fein samtig; braun-gelblich oder ocker-bräunlich. Der Stiel ist nicht genetzt (Unterschied zum Steinpilz).
Fleisch:
Weisslich, über den Röhren blassgelb und dort blauend.
Geruch / Geschmack:
Geruch schwach obstartig. Geschmack mild.
Sporen:
Spindelig, glatt, 13–14.5 × 4.5–6 µm; Sporenpulver (Staub) olivbräunlich.
Verwechslung
Der Maronenröhrling kann mit anderen Röhrlingen verwechselt werden, vor allem mit dem Steinpilz (Boletus edulis), der ebenfalls essbar ist. Der Steinpilz unterscheidet sich jedoch durch sein deutliches Stielnetz und dadurch, dass sein Fleisch nicht blau anläuft.
Eine weitere mögliche Verwechslung besteht mit der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus), die ebenfalls essbar ist, jedoch meist einen helleren, trockeneren Hut, gröbere Poren und ein insgesamt weniger festes Fleisch besitzt.
Vorkommen
Der Maronenröhrling ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Er wächst hauptsächlich im Nadelwald, vor allem in alten Fichtenwäldern und kommt in feuchten Sommern bereits im Juni/Juli vor. Die Hauptsaison ist jedoch von Mitte September bis in den November, bevor der Frost einsetzt.Speisewert
Der Maronenröhrling ist wohl einer der ergiebigsten und geschmacklich wertvollsten Speisepilze. Er ist also ein sehr guter, jung festfleischiger Speisepilz. Er ist auch zum Trocknen geeignet. Die Belastung der Maronen-Röhrlinge mit radioaktivem 137Cs lag auch 20 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl gebietsweise über dem EU-Grenzwert für Lebensmittel.
Häufige Fragen zum Maronenröhrling (FAQ)
Was ist der Maronenröhrling?
Der Maronenröhrling (Imleria badia, früher Xerocomus badius) ist ein häufiger Röhrling in Mitteleuropa. Er wächst vor allem in Nadel- und Mischwäldern auf sauren Böden.
Ist der Maronenröhrling essbar?
Ja. Junge, feste Exemplare gelten als sehr guter Speisepilz. Ältere Pilze werden oft weich und sind häufig madig – diese besser aussortieren.
Woran erkenne ich den Maronenröhrling zuverlässig?
Typisch sind ein kastanien- bis schokoladenbrauner Hut, gelbliche bis grüngelbliche Röhren (Poren), die bei Druck blaugrün verfärben, sowie ein nicht genetzter Stiel.
Warum verfärbt sich der Pilz blau?
Das (meist leichte) Blauen bei Druck oder im Anschnitt ist eine oxidative Reaktion von Inhaltsstoffen und ist für sich allein kein Hinweis auf Giftigkeit.
Mit welchen Pilzen kann man ihn verwechseln?
Am häufigsten mit dem Steinpilz (Boletus edulis): Steinpilze blauen nicht und haben ein deutliches Stielnetz. Auch eine Verwechslung mit der Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus) ist möglich; sie gilt ebenfalls als essbar.
Wann ist Saison?
In feuchten Sommern kann er bereits im Juni/Juli erscheinen. Die Hauptsaison liegt meist von Mitte September bis in den November (bis zum Frost).
Wie sollte man Maronenröhrlinge zubereiten?
Wie bei Speisepilzen üblich: nur gut erhitzt verzehren. Besonders empfehlenswert sind junge, feste Fruchtkörper; ältere werden schnell weich.
Kann der Maronenröhrling radioaktiv belastet sein (Cäsium-137)?
Ja, regional kann Imleria badia Cs-137 stärker anreichern als manche andere Speisepilze. Die Belastung ist standortabhängig; beachte regionale Empfehlungen und Messberichte der Behörden.
Ist der Maronenröhrling für Anfänger geeignet?
Oft ja – wenn die Kernmerkmale (Blauen der Poren, kein Stielnetz) sicher erkannt werden. Bei Unsicherheit: Pilzkontrollstelle nutzen.
Hinweis: Eine sichere Bestimmung nur anhand von Fotos ist nicht möglich. Bei Unsicherheit Pilze nicht verzehren und eine Pilzkontrollstelle aufsuchen.
Evidenz & Sicherheit
Der Maronenröhrling (Imleria badia) ist ein gut untersuchter, traditionell genutzter Speisepilz ohne bekannte spezifische Toxine. Die beobachtete Blauverfärbung beruht auf oxidativen Reaktionen und ist für sich allein kein Hinweis auf Giftigkeit.
Regional kann der Maronenröhrling erhöhte Mengen an Cäsium-137 anreichern. Die Belastung ist standortabhängig; aktuelle Empfehlungen und Messdaten der zuständigen Behörden sind zu beachten.
Hinweis: Nur sicher bestimmte Pilze verzehren und stets gut erhitzen.
Bei Unsicherheit eine offizielle Pilzkontrollstelle aufsuchen.
Letzte Änderung: 18.01.2026 / © W. Arnold



