Sommer-Steinpilz - Boletus aestivalis

Volksname: Sommersteinpilz, Eichensteinpilz

Synonyme: Boletus reticulatus

Der Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis, auch Boletus reticulatus, „Eichen-Steinpilz“) ist ein geschätzter Speisepilz aus der Gruppe der Steinpilze. Er erscheint oft schon im späten Frühling und gehört zu den ersten Steinpilzarten des Jahres. Typisch sind der hell- bis mittelbraune, meist fein filzige Hut sowie das deutlich ausgeprägte, helle Stielnetz.

Der Sommer-Steinpilz wächst bevorzugt in warmen Laubwäldern, besonders bei Eichen und Buchen, und gilt als aromatisch und vielseitig verwendbar. Trotz seiner Beliebtheit ist eine sichere Bestimmung wichtig, da Verwechslungen mit ähnlichen Röhrlingen möglich sind.

Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis) im Laubwald

Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis), Stiel mit deutlichem Netz

Beschreibung des Pilzes

Hut

Meist hellbraun bis mittelbraun; Oberfläche oft deutlich filzig bis schorfig, nicht klebrig.

Röhren

Röhrenmündungen jung weiss bis grauweiss, später grüngelb und schliesslich olivgrün.

Stiel

Blass graubräunlich bis hellbräunlich, oft dick keulig bis bauchig, mit erhabenem, weisslichem bis bräunlichem Netz, das meist den gesamten Stiel überzieht.

Fleisch

Weisslich, unter der Huthaut blass bräunlich, ziemlich fest.

Geruch / Geschmack

Geruch angenehm. Geschmack mild, angenehm, teils leicht süsslich.

Sporen

Blass olivbräunlich; 13–16 × 4.5–5.5 µm.

Verwechslung

Der Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis) ist aufgrund seiner typischen Merkmale meist gut erkennbar. Dennoch kann es zu Verwechslungen mit anderen Steinpilzarten und ähnlichen Röhrlingen kommen.

Eine übersichtliche Gegenüberstellung wichtiger Bestimmungsmerkmale findet sich im Röhrlinge-Vergleich auf AWL.ch.

Am häufigsten wird der Sommer-Steinpilz mit dem Fichten-Steinpilz (Boletus edulis) verwechselt. Dieser besitzt meist einen dunkleren, glatteren Hut und erscheint überwiegend im Hoch- und Spätsommer.

Ebenfalls ähnlich ist der Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus), der häufig rötlichere Farbtöne zeigt und bevorzugt bei Kiefern wächst.

Eine gewisse Ähnlichkeit besteht auch zum Anhängselröhrling (Butyriboletus appendiculatus). Dieser unterscheidet sich durch gelbliche Röhren und einen meist kräftig gelben Stiel.

Giftige Verwechslungspartner sind bei dieser Art nicht typisch. Dennoch sollten nur sicher bestimmte Pilze gesammelt werden. Im Zweifel empfiehlt sich die Kontrolle durch eine offizielle Pilzkontrollstelle.

Sommer-Steinpilz und Fichten-Steinpilz im Vergleich

Merkmal Sommer-Steinpilz
(Boletus aestivalis)
Fichten-Steinpilz
(Boletus edulis)
Hut Hell- bis mittelbraun, oft matt, deutlich filzig bis schorfig Dunkelbraun bis kastanienbraun, glatt bis leicht schmierig
Stiel Hell, oft keulig bis bauchig, mit ausgeprägtem hellem Netz über weite Teile Meist heller als der Hut, kräftig, Netz oft nur im oberen Stielbereich
Röhren / Poren Jung weisslich, später gelblich bis olivgrün Jung weisslich, später gelblich bis olivgrün
Fleisch Weisslich, unter der Huthaut leicht bräunlich, fest Rein weiss, fest, verfärbt sich nicht
Geruch / Geschmack Angenehm, mild, teilweise leicht süsslich Angenehm, mild, typisch pilzartig
Vorkommen Laubwälder, besonders bei Eichen und Buchen Nadel- und Mischwälder, häufig bei Fichten
Saison Später Frühling bis Sommer Sommer bis Herbst
Speisewert Sehr guter Speisepilz Sehr guter Speisepilz

Vorkommen

Der Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis) wächst bevorzugt in warmen, lichtreichen Laubwäldern. Typische Mykorrhizapartner sind Eichen und Buchen, seltener auch Kastanien.

Er bevorzugt eher trockene bis mässig feuchte Standorte auf nährstoffreichen, oft kalkhaltigen Böden. Im Vergleich zum Fichten-Steinpilz tritt er häufiger in tieferen Lagen auf.

Die Fruchtkörper erscheinen meist ab Mai, mit einem Schwerpunkt im Frühsommer, und können – abhängig von Witterung und Region – bis in den Spätsommer hinein gefunden werden.

Speisewert

Der Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis) gilt als sehr guter Speisepilz. Sein festes Fleisch und das angenehme, milde Aroma machen ihn zu einem geschätzten Speisepilz der Frühsaison.

Wie bei allen Röhrlingen sollten nur junge, feste und unversehrte Fruchtkörper verwendet werden. Ältere Exemplare werden rasch weich und sind häufig von Insektenlarven befallen.

Der Sommer-Steinpilz ist gut bekömmlich, sollte jedoch stets ausreichend erhitzt werden. Roher Verzehr ist nicht empfohlen.

 

FAQ – Häufige Fragen

Wann wächst der Sommer-Steinpilz?

Meist ab Mai bis in den Spätsommer, mit Schwerpunkt im Frühsommer.

Wo findet man den Sommer-Steinpilz?

Vor allem in warmen Laubwäldern, besonders bei Eichen und Buchen.

Ist der Sommer-Steinpilz essbar?

Ja, er gilt als sehr guter Speisepilz und ist gut bekömmlich, wenn er ausreichend erhitzt wird.

Gibt es giftige Verwechslungspartner?

Typische giftige Verwechslungspartner sind nicht bekannt, dennoch ist eine sichere Bestimmung wichtig.

Letzte Änderung: 04.02.2026 / © W. Arnold