Stieleiche (Eiche) - Quercus robur

Quercus robur (syn. Quercus femina, Q. fructipendula, Q. germanica, Q. pedunculata)
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Stieleiche (syn. Sommereiche).

Stieleiche, Eiche

Quercus robur - Stieleiche (Eiche)

VORKOMMEN

Die Stieleiche ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichenart. Sie kommt in fast ganz Europa vor. Die Verbreitung der Stieleiche reicht in den Bayerischen Alpen bis auf 1000 m. Die Eichen wurden wegen ihres wertvollen Holzes und ihrer als Viehfutter nützlichen Früchte schon historisch gezielt gefördert.

MERKMALE

Die Stieleiche ist ein bis zu 50 m hoher Baum und erreicht einen Stammdurchmesser bis drei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren. Die wechselständigen, ledrigen Blätter sind nur kurz gestielt und werden 10 bis 15 Zentimeter lang. Sie sind oberseits tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller und in fünf bis sechs Buchten gelappt. Sie blüht von April bis Mai, die Eicheln reifen von September bis Oktober. Die Eicheln sitzen zu dritt bis fünft an 1,5 bis 4 Zentimeter langen Stielen (daher der Name Stieleiche) und werden bis 3,5 Zentimeter lang.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Quercus cortex - (syn. Cortex Quercus); Eichenrinde (syn. Spiegelrinde).

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Gerbstoffe vom Catechin-Typ (8 bis 20 %, aufgebaut aus oligomeren Proanthocyanidinen mit (+)-Catechin, (-)-Epicatechin und (+)-Gallocatechin als dominierenden Grundbausteinen.
Weitere Bestandteile sind Ellagitannine und komplexe Tannine sowie Triterpene, Quercitol und β-Sitosterol.

Roburin - Inhaltsstoff der Eichenrinde

PHARMAKOLOGIE

Gerbstoffe können an Proteine binden und sie auch ausfällen, dadurch ergibt sich eine abdichtende und entzündungshemmende Wirkung auf Haut und Schleimhäute. Die adstringierende Wirkung der Droge bestimmt daher auch die Indikationen für die äussere Haut und die Darmschleimhaut.

ANWENDUNG

Angaben der Kommission E:

Wirkungen: Adstringierend; virustatisch
Anwendsungsgebiete:
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Äussere Anwendung: Entzündliche Hauterkrankungen.
Innere Anwendung: Unspezifische, akute Durchfallerkrankungen.
Lokale Behandlung leichter Entzündungen im Mund- und Rachenbereich sowie im Genital- und Analbereich.
Gegenanzeigen:
Innere Anwendung: Keine bekannt.
Äussere Anwendung: Grossflächige Hautschäden.
Vollbäder: Vollbäder sind unabhängig von den jeweiligen wirksamen Bestandteilen nicht anzuwenden bei:

  • nässenden, grossflächigen Ekzemen und Hautverletzungen,
  • fieberhaften und infektiösen Erkrankungen,
  • Herzinsuffizienz Stadium III und IV (NYHA),
  • Hypertonie Stadium IV (WHO).

Nebenwirkungen: Keine bekannt.

Vom HMPC wurde Eichenrinde als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (innerlich zur symptomatischen Behandlung leichter Durchfälle, äusserlich bei leichten Entzündungen der Haut und Schleimhaut).

Die Eichenrinde wird z.B. in Mundwassern, gerne in Kombination mit z.B. Kamille, Pfefferminze, Salbei, Myrrhenbaum, Blutwurz, Fenchel, Süssholz und Anis, verwendet.

In Aesculus/Quercus comp., Suppositorien (WALA Schweiz) ist neben Eichenrinde auch Borretsch, Hamamelis, Rosskastanie und Mariendistel enthalten.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Soweit nicht anders verordnet:
Einnahme: Tagesdosis 3 g Droge, Zubereitungen entsprechend.
Für Spülungen, Umschläge und Gurgellösungen: 20 g Droge auf 1Liter Wasser, Zubereitungen entsprechend.
Für Voll- und Teilbäder: 5 g Droge auf 1Liter Wasser, Zubereitungen entsprechend.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - keine Bearbeitung
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

HOMÖOPATHIE

Quercus e cortice HAB 34, die frische Rinde junger Zweige von Quercus petraea und Q. robur.
Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete sind nicht ausreichend belegt

SONSTIGES

Quercus ist der Name der Eiche bei den Römern. In den alten Religionen, Mythen und Sagen war die Eiche ein heiliger Baum. Häufig wurde sie mit blitztragenden Göttern oder Götterfürsten in Verbindung gebracht. Die älteste Eiche in Europa soll die 1000-jährige Eiche Bad Blumau (Oststeiermark) sein. Zumindest wurde sie schon im Jahr 990 erstmals urkundlich erwähnt und wird auf etwa 1200 Jahre geschätzt.

Stieleiche Zeichnung

Letzte Änderung: 21.11.2017 / © W. Arnold