Gemeiner Fenchel - Foeniculum vulgare

Foeniculum vulgare (syn. Anethum faeniculum, Anethum foeniculum);
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Gemeiner Fenchel (syn. Bitterer Fenchel, Fennekel)

Fenchel

Fenchel - Foeniculum vulgare

Foeniculum vulgare - Fenchel - Früchte

VORKOMMEN

Der Bittere Fenchel ist ursprünglich im Mitelmeergebiet beheimatet. Der Wilde Fenchel oder eben Bittere Fenchel kommt hauptsächlich an trockenen Plätzen, Felshängen und alten Mauern Südeuropas vor. Für die pharmazeutische Nutzung wird er gezielt angebaut. Die Hauptanbaugebiete sind Osteuropa, die Mittelmeerländer, Indien, Ägypten, Pakistan, China und Argentinien. Der Gemeine Fenchel ist eine schöne und grazile Gartenpflanze und darf in keinem Naturgarten fehlen. In meinem Garten gedeiht die Pflanze sehr gut in Nachbarschaft von Steinklee, Herzgespann, Alant, Eibisch und Echinacea.

MERKMALE

Der Bitterer Fenchel gehört zur Familie der Doldengewächse. Es handelt sich um eine zweijährige bis mehrjährige, 1 bis 2 m hohe Staude mit einer tiefen Pfahlwurzel. Der runde und gefurchte Stängel ist blaugrün bereift , die Laubblätter sind stark befiedert. Die gelben Blüten sind zur Dolde angeordnet und werden im Juni bis Oktober getrieben. Die graugrünen bis gelbbraunen Spaltfrüchte sind 4 bis 10 mm lang.

Vom Echten Fenchel gibt es drei Varietäten:

  • Gemüsefenchel, Knollen- oder Zwiebelfenchel
  • Gewürzfenchel oder Süssfenchel
  • Gemeiner Fenchel bezw. Wilder Fenchel oder Bitterfenchel

Die Varietäten unterscheiden sich in ihrer Verwendung und in ihrem Wuchs. Hier wird nur der medizinisch am meisten gebrauchte Bitterfenchel beschrieben.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Foeniculi aetheroleum (syn. Oleum Foeniculi); Fenchelöl (syn. Ätherisches Fenchelöl), das ätherisches Öl aus den Fenchelfrüchten.

Foeniculi fructus (syn. Fructus Foeniculi, Foeniculum), Fenchelfrüchte, die getrockneten reifen Früchte des Bitterfenchels.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Foeniculi aetheroleum - trans-Anethol (50-75 %), Fenchon (12-33 %), α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol (2.5 %), p-Cymol.

Foeniculi fructus
- ätherisches Öl (3-8,5 % siehe Foeniculi aetheroleum), Phenolcarbonsäuren (Chinasäurederivate), Spuren von Cumarinen und Flavonoiden (Glykoside mit Quercetin und Kämpferol als Aglyka) und fettes Öl. Die Oxidationsstabilität des fetten Öls ist beachtenswert und beruht auf dem Gehalt an natürlichen Antioxidatien (vor allem Oxychromanderivate)

PHARMAKOLOGIE

Das ätherische Öl ist verantwortlich für die nachgewiesenen antimikrobiellen, spasmolytischen, sekretolytischen, expektorierenden und antiphlogistischen Wirkungen.

Fencheltee kann Methyleugenol und Estragol enthalten. Mehr zu dieser Problematik siehe Links.

ANWENDUNG

Anerkannte medizinische Anwendung: (Kommission E:)

  • Wirkungen: Förderung der Magen-Darm-Motilität, in höherer Konzentration spasmolytisch. Anethol und Fenchon wirken experimentell im Bereich der Atemwege sekretolytisch; am Flimmerepithel des Frosches erhöhen wässrige Fenchelauszüge die mukoziliäre Aktivität.
  • Anwendungsgebiete:
    Dyspeptische Beschwerden wie leichte, krampfartige Magen-Darm- Beschwerden, Völlegefühl, Blähungen. Katarrhe der oberen Luftwege.
    Fenchelsirup, Fenchelhonig: Katarrhe der oberen Luftwege bei Kindern.

Die ESCOP äussert sich in gleicher Weise zu den Anwendungsgebieten.
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Bitterfenchel, Süsser Fenchel und Fenchelöl wurden vom HMPC als traditionelle pflanzliche Arzneimittel eingestuft.
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Haupteinsatzgebiet des Bitteren Fenchels sind Magen- und Darmbeschwerden, denn Fenchel fördert die Verdauung und wirkt Gasbildung, Völlegefühl und Magendruck entgegen. Dazu wird Fenchel häufig mit ähnlichen wirkenden Kräutern kombiniert, wie z.B. mit Anis und Kümmel.
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Gerne werden Fenchelfrüchte auch in Erkältungsmitteln (Tee, Sirup, Elixier, Tropfen, Bronchialpastillen) in Kombination mit z.B. Meerrettich, Kalmus, Anis, Efeu, Meisterwurz, Süssholz, Bibernelle, Spitzwegerich, Schlüsselblume und Isländisch Moos eingesetzt.
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Fenchel ist in Weleda Stilltee, neben Anis, Kümmel, Bockshornklee und Zitronenstrauch, enthalten.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Zur Teezubereitung verwendet man 1 Teelöffel frisch gequetschten Fenchel. Als Tagesdosis werden etwa 5 bis 7,5 g Droge empfohlen.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - positive Bewertung
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

HOMÖOPATHIE

Foeniculum vulgare HAB1 (Foeniculum), die getrockneten, reifen Früchte.

Anwendungsgebiet: unbekannt bzw. anthroposophischen Therapierichtung.

FENCHEL IM GARTEN

Der Anbau von Bitterem Fenchel sollte auf schnell abtrocknenden Böden erfolge. Auch sind humose, tiefgründige, mittelschwere Böden mit wenig Unkrautaufkommen ideal. Gebiete mit warmen und trockenen Spätsommer- und Herbstmonaten eignen sich besonders gut für den Fenchelanbau, da dies eine frühe Abreife ermöglicht. Der Bitterere Fenchel hat aufgrund der ausgeprägten Krautbildung einen sehr hohen Wasserbedarf. Angebaut wird durch Aussaat oder auch Pflanzung. Fenchel verträgt sich schlecht mit Dill.
In meinem Garten gedeiht der Fenchel gut in normalen Gartenboden, in Nachbarschaft von Echinacea, Osterluzei, Eibisch und Deutscher Schwertlilie. Fechel sät sich gut selber aus.

Fenchel

SONSTIGES

Der Fenchel war oft in Klostergärten anzutreffen, wahrscheinlich brachten die Benediktiner den Fenchel nach Mitteleuropa. Der Pflanze wurde auch Zauberkraft gegen Hexerei zugesprochen.

Letzte Änderung: 04.08.2017 / © W. Arnold