Arnika - Arnica montana

Arnica montana L. (syn. Doronicum arnica, D. montanum);

Arnika (syn. Bergdotterblume, Bergwohlverleih, Fallkraut, Kraftrose, Kraftwurz, Sankt-Luzianskraut, Wundkraut)

Arnika

Arnica montana - Arnika

Arnika

Arnica montana - Arnika

Arnika

VORKOMMEN

Arnica montana kommt in ganz Europa vor. In den mitteleuropäischen Gebirgen ist es recht häufig anzutreffen. In der Ebene sind die Vorkommen selten geworden. Die Pflanze gedeiht am besten auf feuchten, torfigen Wiesen, in den Alpen auch auf trockenen Magerwiesen.

MERKMALE

Die sehr schöne Pflanze wird 20-60 cm hoch. Sie hat eine Blattrosette und am Stengel 1-2 Paar lanzettliche, gegenständige Blätter. Die Blüten sind 5-7 cm breit, goldgelb, endständig, einzeln und mit Röhren und Zungenblüten. Die Blütezeit ist Juni bis August.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Arnica-montana-Blüten (syn. Arnicae flos, Flos Arnicae);
Arnikablüten (syn. Bergwurzblumen, Wohlverleihblüten), die getrockneten, ganzen oder teilweise zerfallenen Blütenstände bzw. Bütenkörbchen.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Arnikablüten enthalten Sesquiterpenlaktone vom Helenanolidtyp und zwar vorwiegend Esterderivate von Helenalin und 11,13-Dihydrohelenalin. Daneben finden sich in der Droge als weitere inhaltsstoffe Flavonoide (z.B. Isoquercitrin, Luteolin-7-glucosid und Astragalin), ätherisches Öl (mit Thymol und Thymolderivaten), Phenolcarbonsäuren (Chlorogensäure, Cynarin, Kaffeesäure) und Cumarine (Umbelliferon, Scopolamin).

Helenalin - Inhaltsstoff der Arnika

PHARMAKOLOGIE

Helenalin- bzw. Dihydrohelenalinester wirken antibakteriell und antiarthritisch. Diese können ausserdem eine Entzündungsreaktion verringern. Zudem können die in Arnika enthaltenen Flavonoide und Triterpendiole – bei äusserer Anwendung – ebenfalls antiphlogistisch wirken.

ANWENDUNG

Angaben der Kommission E:

  • Anwendungsgebiete: Zur äusserlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen, bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Enzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum, Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; Oberflächenphlebitis.
  • Dosierung: Soweit nicht anders verordnet:
    Aufguss: 2,0 g Droge auf 100 ml Wasser.
    Tinktur: Für Umschläge: Tinktur 3- bis 10fach mit Wasser verdünnt.
    Für Mundspülungen: Tinktur 10fach verdünnt.
    Salben mit max. 20-25 Prozent Tinktur.
    "Arnika-Öl": Auszug aus 1Teil Droge und 5 Teilen fettem Pflanzenöl. Salben mit max. 15 Prozent "Arnika-Öl".
  • Art der Anwendung: Ganze Droge, geschnittene Droge, Drogenpulver für Aufgüsse, flüssige und halbfeste Darreichungsformen zur äusserlichen Anwendung.
  • Wirkungen: Zubereitungen aus Arnika wirken - vorwiegend bei topischer Applikation - antiphlogistisch, konsekutiv analgetisch bei Entzündungen und antiseptisch.

Auch die ESCOP äussert sich in ähnlicher Weise zur positiven Begründung von Arnika.
Arnikablüten wurden vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Arnika wird vielfach als Gel gegen Muskel und Gelenkschmerzen angewendet, oft in Kombination mit Echinacea, Ringelblume, Beinwell, Rosskastanie, Rosmarin und Pfefferminze.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Keine innerliche Anwendung! Die Arnikatinktur spielt eine grosse Rolle als Standardzulassung und als Bestandteil von Fertigarzneimitteln.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung
  • ESCOP: - positive Bewertung
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

HOMÖOPATHIE

Arnica montana ex herba HAB - frische, zur Zeit der Blüte geerntete, oberirdische Pflanzenteile.
Anwendungsgebiet: Muskelschmerzen, stumpfe Verletzungen.

ARNIKA IM GARTEN

Arnika galt lange Zeit als nicht kultivierbar, heute kann man sie anbauen. Die Pflanze ist sehr empfindlich gegenüber bestimmten Bodentypen. Am besten wächst sie auf lockeren, humosen, phosphorarmen und gut durchlüfteten Böden. Aussreichend Wasser ist nötig, aber stehendes Wasser wird nicht vertragen.

Der Boden sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen. Der freie Kalkanteil im Boden darf nicht höher als 1,5 Prozent sein. Arnika verträgt durchaus ausgiebige Sonnenbestrahlung und heftige Niederschläge. Angebaut wird durch Aussaat oder Pflanzung.

Saure und magere Wiesen sind also der ideale Standort für die recht seltene Heilpflanze. Moorböden sind ebenfalls ein beliebtes Gebiet für die Arnika. Arnika bildet, bei guten Bedingungen, durch vegetative Vermehrung relativ schnell kleine Horste aus. Arnika ist selten in einem Garten zu finden und ist deshalb immer ein Blickfang. Schmetterlinge und andere Insekten mögen die Pflanze sehr.

Arnica montana ist eine sehr anspruchsvolle Gartenpflanze und entsprechend schwer zu ziehen. Berg-Wohlverleih verträgt keine Düngung und kein kalkhaltiges Wasser. In meinem Garten habe ich Mühe eine stabile Population zu etablieren.

Arnika

SONSTIGES

Die Arnika zählt zu den alten Zauberpflanzen. Einige volkstümliche Namen deuten darauf hin, z. B. Donnerwurz oder Wolfsbanner. Im Kult der Sommersonnenwende spielte die Arnika früher eine bedeutende Rolle. Am 24. Juni, also dem Tag der Sonnenwende, galten Arnikablüten als besonders heilkräftig.

Letzte Änderung: 13.12.2016 / © W. Arnold