Pilze sammeln - das wichtigste für Anfänger

Pilze sollten in einem luftdurchlässigen Gefäss transportiert werden, am besten in einem Korb, nie aber in einem Plastiksack, da die Pilze sonst verderben können. Als Messer kannst du ein ganz normales kleines Küchenmesser, ein Taschenmesser oder direkt ein Pilzmesser benutzen. Aus Sicherheitsgründen bevorzuge ich ein Klappmesser.

Pilzkorb

Bekannte Pilze an Ort und Stelle säubern und vor allem Röhrlinge (Steinpilz, Maronen­röhr­linge) immer halbieren. Von Maden befallene Pilze sind nicht zu verwenden. Betrachte und behandle Pilze wie rohes Fleisch. Hüte dich den Pilz Korb möglichst schnell mit madigen und angefaulten Pilzen zu füllen – die Enttäuschung ist am Abend umso grösser, wenn du beim Putzen der Pilze fast die gesamte Ernte verwerfen musst.

Pilze müssen immer knackig sein und angenehm riechen. Die häufigste Vergiftungserscheinung ist die „falsche Pilzvergiftung“. Diese wird durch verdorbenes Eiweiss hervorgerufen.

Kulinarisch gesehen gibt es nur wenige wirklich gute Speisepilze, dazu gehören z.B. Pfifferling, Steinpilz und Riesenschirmling. Viele Pilze sind essbar, aber nicht unbedingt schmackhaft.

Steinpilz und Pfifferling

Für Anfänger ist es sicher sinnvoll ein Pilzbuch mit in den Wald zu nehmen. Auch wenn du Pilze stehen lässt, kannst du sie vor Ort bestimmen, einfach um dein Pilzwissen zu verbessern. Vorsicht vor der Pilzsuche mit dem Smartphone - das kann böse ins Auge gehen. Typische Merkmale wie die Hutform, Farbe oder Lamellen machen einen kleinen Teil der Pilzbestimmung aus. So spielt der Geruch eine wichtige Rolle und die Reaktion auf Berührung und Schnitt sind manchmal entscheidend. Nicht zuletzt kann ein App die über Jahre erworbene Erfahrung nicht ersetzen.

Von den unbekannten Pilzen solltest du nur wenige sammeln, diese in einem separaten Behälter (z.B. kleiner Stoffsack) transportieren und dem Pilzkontrolleur zeigen. Dazu den ganzen Pilze samt Wurzeln aus dem Boden drehen und dabei darauf zu achten, dass der Waldboden nicht zu sehr «verletzt» wird. Wichtig ist dies vor allem zur Bestimmung von unbekannten Pilzen. Werden die Pilze abgeschnitten, verfault der zurückgelassene Rest.

Schwermetalle und Fuchsbandwurm können den Genuss von Waldpilzen trüben. Einige Pilze reichern Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber an. In zu hoher Konzentration können diese Stoffe zum Beispiel Schäden an den Nieren verursachen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät deshalb, nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu verzehren. Keine Gefahr besteht dagegen durch den kleinen Fuchsbandwurm - wenn man die Pilze ausreichend erhitzt. Bei einer Temperatur ab 70 Grad Celsius sterben die Eier des Parasiten zuverlässig ab.

Pilze und Radioaktivität

Über 25 Jahre nach Tschernobyl sind Wildpilze immer noch radioaktiv belastet - zum Teil sogar erheblich. Die Höhe der Belastung variiert nach Sorte und Standort. Vor allem Kinder und Schwangere sollten vorsichtig sein. Röhrenpilze wie zum Beispiel Maronen- oder Birkenröhrlinge können noch deutlich erhöhte Grenzwerte aufweisen.

Letzte Änderung: 23.02.2018 / © W. Arnold