Basilikum (Ocimum basilicum)

Vorkommen | Merkmale | Drogen | Inhaltsstoffe | Pharmakologie | Evidenz | Anwendung | Zubereitung | Sicherheit | Status | Im Garten | Sonstiges | Ähnliche Heilpflanzen | FAQ

Basilikum (Ocimum basilicum) ist vor allem als Gewürz- und Küchenpflanze bekannt. Eine anerkannte medizinische Anwendung als pflanzliches Arzneimittel besteht nicht. Volksmedizinische Anwendungen bei Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit sind nicht ausreichend klinisch belegt. Wegen des möglichen Estragolgehalts sind konzentrierte Basilikumöl-Zubereitungen und längerfristige arzneiliche Anwendungen kritisch zu beurteilen.

Basilikum (syn. Basilie, Basilienkraut, Deutscher Pfeffer, Königskraut).

Basilikum - Ocimum basilicum

Ocimum basilicum - Basilikum mit Blättern

Basilikumpflanzen - Ocimum basilicum

VORKOMMEN

Basilikum wird seit Jahrtausenden kultiviert, sodass die ursprüngliche Herkunft nicht mehr sicher festgelegt werden kann. Als wahrscheinliches Ursprungsgebiet gilt der tropische bis subtropische Raum Asiens, besonders Indien und angrenzende Regionen. Heute ist Basilikum weltweit als Gewürz-, Garten- und Kulturpflanze verbreitet.

In Europa ist Basilikum seit dem Mittelalter bekannt. Besonders in der mediterranen Küche hat die Pflanze eine grosse Bedeutung.

MERKMALE

Basilikum ist ein einjähriges, aromatisch duftendes Kraut aus der Familie der Lippenblütler. Die Pflanze wird meist 20–60 cm hoch, wächst aufrecht bis buschig verzweigt und besitzt gegenständig angeordnete, eiförmige bis längliche Blätter.

Stängel, Blütenhüllblätter und häufig auch die Laubblätter sind behaart. Die kleinen, meist weisslichen bis rosafarbenen Blüten stehen in Scheinquirlen. Die Blütezeit reicht je nach Standort von Juni bis September.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

1. Basilici herba (syn. Herba Basilici, Herba Ocimi); Basilikumkraut, die oberirdischen Pflanzenteile.

2. Oleum Basilici; Basilikumöl, das ätherische Öl der oberirdischen Pflanzenteile.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

1. Basilici herba:
Basilikumkraut enthält ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren wie Kaffeesäure sowie weitere Begleitstoffe. Der Gehalt und die Zusammensetzung des ätherischen Öls schwanken deutlich nach Herkunft, Sorte, Chemotyp, Kulturbedingungen und Erntezeitpunkt.

2. Oleum Basilici:
Basilikumöl kann je nach Chemotyp unter anderem Estragol (Methylchavicol), Linalool, 1,8-Cineol, Campher, Eugenol, Ocimen und Pinene enthalten. Besonders der Estragolgehalt ist für die Sicherheitsbewertung wichtig.

Estragol - Inhaltsstoff des Basilikumöls

PHARMAKOLOGIE

Für Basilikumkraut und Basilikumöl werden in der Literatur vor allem verdauungsfördernde, spasmolytische, carminative und antimikrobielle Effekte beschrieben. Diese Angaben beruhen überwiegend auf traditioneller Anwendung, experimentellen Untersuchungen und der Zusammensetzung des ätherischen Öls.

Klinisch belastbare Daten für eine arzneiliche Anwendung von Ocimum basilicum sind begrenzt. Pharmakologisch und toxikologisch besonders relevant ist Estragol, ein natürlich vorkommender Bestandteil verschiedener Gewürz- und Arzneipflanzen. Estragol wird nach metabolischer Aktivierung kritisch beurteilt, da genotoxische und kanzerogene Wirkungen beschrieben wurden.

EVIDENZ

Basilikum besitzt eine lange Tradition als Gewürz- und Volksheilpflanze, aber keine anerkannte medizinische Anwendung als pflanzliches Arzneimittel. Die Anwendung bei Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit oder als harntreibendes Mittel ist klinisch nicht ausreichend belegt.

Insgesamt ist die Evidenz für eine medizinische Anwendung von Basilikumkraut schwach. Die kulinarische Nutzung als Gewürz ist von hoch dosierten, konzentrierten oder längerfristig eingesetzten Zubereitungen klar zu unterscheiden.

ANWENDUNG

Volksmedizinisch wurden Zubereitungen aus Basilikumkraut bei Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden verwendet. Eine klinisch gesicherte Wirksamkeit für diese Anwendungen liegt nicht vor.

Basilikum wird vor allem als Gewürz verwendet. Die übliche Verwendung frischer Blätter in Speisen ist nicht mit der innerlichen Anwendung konzentrierter Basilikumöl-Präparate gleichzusetzen.

In Kombinationen zur Verdauungsförderung wurden früher auch andere aromatische Pflanzen eingesetzt, etwa Schafgarbe, Bitterorange, Tausendgüldenkraut, Anis, Koriander, Rosmarin, Fenchel, Thymian und Pfefferminze.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Eine allgemein anerkannte arzneiliche Standarddosierung besteht nicht. Für traditionelle Teezubereitungen wurden früher etwa 1–2 Teelöffel getrocknetes Basilikumkraut mit einer Tasse heissem Wasser übergossen und nach etwa 10–15 Minuten abgeseiht.

Wegen des möglichen Estragolgehalts sollte Basilikumkraut nicht über längere Zeiträume, nicht in hohen Dosierungen und nicht als konzentrierte Zubereitung zur Selbstbehandlung verwendet werden. Basilikumöl ist kein geeignetes Mittel zur innerlichen Selbstanwendung.

SICHERHEIT

Die normale Verwendung frischer Basilikumblätter als Gewürz gilt im Allgemeinen als unproblematisch. Sicherheitsbedenken betreffen vor allem konzentrierte Zubereitungen, ätherisches Basilikumöl und längerfristige arzneiliche Anwendungen.

  • Basilikumöl kann hohe Anteile an Estragol enthalten. Estragol wird wegen möglicher genotoxischer und kanzerogener Wirkungen kritisch beurteilt.
  • Eine innerliche Anwendung von Basilikumöl ist nicht zur Selbstmedikation geeignet.
  • In Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei Säuglingen und Kleinkindern sollten arzneiliche Basilikum-Zubereitungen und Basilikumöl nicht angewendet werden.
  • Längerfristige oder hoch dosierte Anwendungen von Basilikumkraut als Tee, Extrakt oder Nahrungsergänzungsmittel sind wegen des Estragolgehalts zu vermeiden.
  • Bei bekannter Allergie gegen Lippenblütler oder gegen Basilikum sollte keine Anwendung erfolgen.
  • Ätherische Öle können Haut und Schleimhäute reizen und sollten nicht unverdünnt angewendet werden.

STATUS

  • Kommission E: negative Bewertung für Kraut und Öl
  • ESCOP: keine Monographie vorhanden
  • HMPC: keine Monographie vorhanden

BASILIKUM IM GARTEN

Basilikum bevorzugt lockere, nährstoffreiche und gut wasserdurchlässige Erde. Die Pflanze liebt Wärme und einen sonnigen, geschützten Standort. Kälte, Staunässe und kalter Regen werden schlecht vertragen.

Im Garten oder auf dem Balkon lässt sich Basilikum gut in einem Topf kultivieren. So kann die Pflanze bei kühler Witterung geschützt oder ins Haus gestellt werden. Regelmässiges Ernten der Triebspitzen fördert einen buschigen Wuchs.

In der Küche entfaltet Basilikum sein Aroma besonders gut frisch und schonend verarbeitet. Ganze oder grob gezupfte Blätter eignen sich für Tomatengerichte, Salate und mediterrane Speisen.

Basilikumblätter - Ocimum basilicum

SONSTIGES

Die Herkunft des Basilikums ist durch die lange Kulturgeschichte nicht mehr eindeutig feststellbar. In Vorderindien wurde Basilikum bereits früh als Gewürz-, Heil- und Zierpflanze kultiviert. Auch im Mittelmeerraum besitzt Basilikum eine lange kulinarische Tradition.

Der Name Basilikum wird häufig mit dem griechischen Wort für „königlich“ in Verbindung gebracht. Die Bezeichnung Königskraut verweist auf diese sprachliche und kulturgeschichtliche Bedeutung.

ÄHNLICHE HEILPFLANZEN

  • Pfefferminze (Mentha × piperita) – aromatische Lippenblütlerpflanze mit anerkannter Anwendung bei Verdauungsbeschwerden.
  • Thymian (Thymus vulgaris) – ätherisch-ölreiche Pflanze mit traditioneller Anwendung bei Husten und Bronchialbeschwerden.
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis) – aromatische Gewürz- und Heilpflanze mit verdauungsfördernder und durchblutungsanregender Tradition.
  • Salbei (Salvia officinalis) – Lippenblütler mit Gerbstoffen und ätherischem Öl, traditionell bei Mund- und Rachenbeschwerden.
  • Dost (Origanum vulgare) – aromatische Gewürzpflanze mit traditioneller Verwendung bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden.

FAQ ZU BASILIKUM

  • Ist Basilikum eine anerkannte Heilpflanze?
    Basilikum besitzt keine anerkannte medizinische Anwendung als pflanzliches Arzneimittel. Die frühere volksmedizinische Verwendung bei Verdauungsbeschwerden ist nicht ausreichend klinisch belegt.
  • Welche Inhaltsstoffe sind bei Basilikum wichtig?
    Basilikumkraut enthält ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren. Das ätherische Öl kann je nach Chemotyp hohe Anteile an Estragol beziehungsweise Methylchavicol enthalten.
  • Warum ist Estragol problematisch?
    Estragol wird toxikologisch kritisch beurteilt, weil es nach metabolischer Aktivierung genotoxische und kanzerogene Eigenschaften zeigen kann. Deshalb sollten konzentrierte Basilikumöl-Zubereitungen nicht unkritisch innerlich angewendet werden.
  • Kann Basilikum als Gewürz verwendet werden?
    Die übliche Verwendung frischer Basilikumblätter als Gewürz in der Küche ist von der arzneilichen Anwendung konzentrierter Zubereitungen oder ätherischer Öle zu unterscheiden.
  • Gibt es eine HMPC-Monographie zu Basilikum?
    Für Ocimum basilicum beziehungsweise Basilici herba ist keine spezifische HMPC-Monographie als pflanzliches Arzneimittel vorhanden.

Letzte Änderung: 06.05.2026 / © W. Arnold