Koriander – Coriandrum sativum

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Korianderfrüchte sind eine anerkannte Arzneidroge bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Zugleich ist Koriander weltweit ein bedeutendes Gewürz.

Korianderpflanze mit Blüten und jungen Früchten

VORKOMMEN

Als Ursprungsgebiet gilt wahrscheinlich der östliche Mittelmeerraum bis Westasien. Koriander wird seit Jahrtausenden kultiviert und ist heute weltweit als Gewürz- und Nutzpflanze verbreitet.

MERKMALE

Einjährige aromatische Pflanze mit 30 bis 70 cm Höhe. Die unteren Blätter sind breit gelappt, die oberen fein gefiedert. Die weissen bis rosafarbenen Blüten stehen in Doppeldolden. Die kugeligen Früchte zerfallen bei Reife in zwei Teilfrüchte.

DROGEN

Coriandri fructus – getrocknete reife Früchte.
Coriandri aetheroleum – ätherisches Öl aus den Früchten.

WIRKSTOFFE

Die Früchte enthalten etwa 0.3 bis 1.5 % ätherisches Öl. Hauptbestandteil ist meist Linalool. Weitere Bestandteile sind Monoterpene wie α-Pinen, γ-Terpinen, Campher, Borneol und weitere Begleitstoffe.

Zusätzlich kommen fettes Öl, Phenolsäuren und geringe Mengen weiterer sekundärer Pflanzenstoffe vor.

PHARMAKOLOGIE

Koriander besitzt carminative und mild spasmolytische Eigenschaften. Das ätherische Öl kann die Verdauung fördern und Blähungen vermindern. Experimentell wurden zudem antimikrobielle Effekte beschrieben.

EVIDENZ

Die Anwendung bei leichten dyspeptischen Beschwerden ist traditionell gut etabliert und pharmakologisch plausibel. Die Evidenz beruht vor allem auf langjähriger Anwendung, ätherisch-Öl-Pharmakologie und präklinischen Daten; hochwertige klinische Studien speziell zu Korianderfrüchten sind begrenzt.

  • HMPC – europäischer Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel.
  • PubMed – Review zu Ethnopharmakologie, Phytochemie und biologischen Wirkungen von Coriandrum sativum.
  • PubMed – Review zum ätherischen Öl von Koriander, einschliesslich Zusammensetzung und biologischer Aktivität.
  • PubMed – Sicherheitsbewertung von Koriander und Korianderöl.
  • Wichtl – Teedrogen und Phytopharmaka; Monographie zu Korianderfrüchten und Korianderöl.

ANWENDUNG

Traditionell bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Völlegefühl und leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden. Häufig Bestandteil kombinierter Magen-Darm-Tees.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Verwendet werden leicht angestossene Früchte als Tee oder pulverisierte Droge. Übliche Tagesmengen liegen je nach Zubereitung im Bereich von etwa 3 g Früchten.

SICHERHEIT

In üblicher Dosierung gut verträglich. Selten sind Überempfindlichkeits- reaktionen möglich. Hochkonzentriertes ätherisches Öl nur sachgerecht anwenden.

STATUS

  • Kommission E: positive Bewertung.
  • ESCOP: traditionelle Verdauungsanwendung beschrieben.
  • HMPC: keine eigenständige Monographie vorhanden.

GARTEN

Aussaat direkt ins Freiland ab Frühjahr. Sonniger Standort und lockerer, durchlässiger Boden sind günstig. Für Blattnutzung jung ernten, für Früchte ausreifen lassen.

SONSTIGES

Frische Blätter werden vor allem in asiatischer und lateinamerikanischer Küche verwendet. Aroma und Akzeptanz unterscheiden sich individuell deutlich.

ÄHNLICHE HEILPFLANZEN

  • Fenchel (Foeniculum vulgare) – aromatische Apiaceae-Droge bei Blähungen.
  • Kümmel (Carum carvi) – klassische Karminativdroge.
  • Anis (Pimpinella anisum) – traditionelle Verdauungs- und Aromadroge.
  • Petersilie (Petroselinum crispum) – verwandte Gewürz- und Nutzpflanze.

FAQ

  • Hilft Koriander bei Blähungen?
    Traditionell ja, besonders als Tee oder Gewürzdroge.
  • Was wirkt im Koriander?
    Vor allem das ätherische Öl mit Linalool als Hauptbestandteil.
  • Sind Blätter und Früchte gleich?
    Nein, Aroma und Verwendung unterscheiden sich deutlich.
  • Ist Koriander gut verträglich?
    Meist ja, selten sind individuelle Unverträglichkeiten möglich.

Letzte Änderung: 24.04.2026 / © W. Arnold