Gift-Häubling – Galerina marginata
Volksname: Nadelholz-Häubling
Der Gift-Häubling (Galerina marginata) ist ein kleiner, unscheinbarer, aber hochgiftiger Holzbewohner. Er wächst meist büschelig auf morschem Holz, besonders an Nadelholz, und wird wegen seiner Färbung und Wuchsform immer wieder mit essbaren Arten verwechselt.
Besonders gefährlich ist die mögliche Verwechslung mit dem Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) . Da der Gift-Häubling Amatoxine enthält, kann bereits eine geringe Menge zu schweren, teils lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.
Foto: Lebrac – eigenes Werk
Beschreibung des Pilzes
Hut
Der Hut ist bernsteinbraun bis rötlichbraun gefärbt und erreicht einen Durchmesser von etwa 1–5 cm. Er ist meist hygrophan und hellt beim Trocknen ockergelblich auf. Der Rand ist bei Feuchtigkeit fein durchscheinend gerieft. Die Form ist überwiegend halbkugelig bis konvex, seltener mit kleinem Buckel.
Lamellen
Die Lamellen sind gelbbräunlich bis rostbräunlich, gedrängt stehend und ausgebuchtet bis gerade angewachsen.
Stiel
Der Stiel ist zunächst bernsteinbräunlich wie der Hut, verfärbt sich jedoch später dunkelbraun, besonders im unteren Bereich. Meist ist ein schwach ausgeprägter, häutiger Ring vorhanden. Unterhalb des Ringes ist der Stiel ungeschuppt und weissfaserig bis weisslich bereift. Im Alter verfärbt sich der Stiel von der Basis her schwarzbraun.
Fleisch
Das Fleisch ist bräunlich, gelbbraun bis rostbraun gefärbt und zur Stielbasis hin dunkler braun.
Geruch / Geschmack
Der Geruch ist muffig, an faulendes Holz erinnernd und oft leicht mehlartig. Der Geschmack wird als widerlich beschrieben (Angaben von Überlebenden); ein Probieren ist unbedingt zu unterlassen.
Sporen
Sporenpulver zimtbraun; Sporen 7–11 × 4–6 µm.
Verwechslung
Der Gift-Häubling (Galerina marginata), auch als Nadelholz-Häubling bezeichnet, ist ein äusserst gefährlicher Doppelgänger des essbaren Stockschwämmchens (Kuehneromyces mutabilis). Verwechslungen führen immer wieder zu schweren, teils tödlichen Vergiftungen.
Eine ausführliche Gegenüberstellung zeigt der Vergleich mit dem Stockschwämmchen .
Kennzeichen Gift-Häubling (Galerina marginata):
- dünne, faserige und meist flüchtige Manschette
- unterhalb des Ringes niemals geschuppt, sondern seidig-faserig, weisslich bis silbrig überzogen
- Stiel glatt bis fein befasert, nie schuppig
- Geruch muffig, widerlich, an faulendes Holz erinnernd, oft mehlartig
Kennzeichen Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis):
- deutlich häutige, meist beständige Manschette
- unterhalb des Ringes deutlich geschuppt, mit weisslichen bis bräunlichen Schüppchen
- Stiel niemals silbrig glänzend
- angenehm pilzartiger Geruch
Merksatz:
Silbrig-faseriger, ungeschuppter Stiel = Finger weg!
Deutlich geschuppter Stiel = Stockschwämmchen.
Vorkommen
Der Gift-Häubling (Galerina marginata) wächst saprobiontisch auf totholzreichem Substrat. Er kommt überwiegend an Nadelholz (Fichte, Kiefer), seltener auch an Laubholz vor.
Der Pilz erscheint meist büschelig oder in kleinen Gruppen auf morschen Stümpfen, liegendem Holz sowie Holzresten. Auch auf Rindenmulch kann er gefunden werden.
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, darunter auch in der Schweiz. Die Fruchtkörper treten überwiegend vom Spätsommer bis in den Herbst auf, können bei milden Witterungsbedingungen jedoch auch ausserhalb dieser Zeit erscheinen.
Toxizität
Der Gift-Häubling (Galerina marginata) ist ein lebensgefährlich giftiger Pilz. Er enthält Amatoxine, dieselben hochwirksamen Gifte, die auch im Grünen Knollenblätterpilz vorkommen.
Amatoxine schädigen vor allem die Leber und in der Folge auch die Nieren. Bereits geringe Mengen des Pilzes können schwere, potenziell tödliche Vergiftungen verursachen.
Besonders gefährlich ist die typische Latenzzeit: Erste Symptome treten häufig erst nach 6 bis 24 Stunden auf und äussern sich zunächst durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach einer scheinbaren Besserung kommt es zu schweren Organschäden, insbesondere zu akutem Leberversagen.
Ohne rasche intensivmedizinische Behandlung kann eine Vergiftung tödlich enden oder eine Lebertransplantation erforderlich machen. Kochen, Braten oder Trocknen zerstören die enthaltenen Gifte nicht.
FAQ – Häufige Fragen
Ist der Gift-Häubling essbar?
Nein. Der Gift-Häubling (Galerina marginata) ist lebensgefährlich giftig und darf keinesfalls verzehrt werden.
Welche Gifte enthält der Gift-Häubling?
Der Pilz enthält Amatoxine, dieselben hochwirksamen Gifte wie der Grüne Knollenblätterpilz.
Warum ist eine Vergiftung besonders gefährlich?
Typisch ist eine verzögerte Symptomentwicklung mit scheinbarer Besserung, gefolgt von schweren Leberschäden.
Mit welchem Pilz wird der Gift-Häubling am häufigsten verwechselt?
Am häufigsten kommt es zu gefährlichen Verwechslungen mit dem Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis).
Hilft Kochen oder Trocknen gegen das Gift?
Nein. Amatoxine sind hitzestabil und werden weder durch Kochen noch durch Trocknen zerstört.
Letzte Änderung: 12.02.2026 / © W. Arnold



