Satansröhrling (Rubroboletus satanas) – Merkmale, Giftigkeit & Verwechslung

Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) zählt zu den auffälligsten, aber auch giftigen Röhrlingen Mitteleuropas. Kennzeichnend sind der meist sehr helle bis weißgraue Hut, die roten Poren sowie der kräftige, oft rötlich gefärbte Stiel. Bei Verletzung kann das Fleisch eine schwache bis mäßige Blauverfärbung zeigen.

Die Art wächst bevorzugt in warmen, kalkreichen Laubwäldern, häufig in Gesellschaft von Buche oder Eiche. Trotz seines markanten Erscheinungsbildes wird der Satansröhrling immer wieder mit essbaren oder zumindest weniger problematischen rotporigen Röhrlingen verwechselt.

Der Satansröhrling ist giftig und nicht als Speisepilz geeignet. Schon geringe Mengen können zu starken Magen-Darm-Beschwerden führen. Eine sichere Bestimmung und klare Abgrenzung zu ähnlichen Arten ist daher besonders wichtig. Die folgenden Abschnitte beschreiben die wichtigsten Merkmale, das typische Vorkommen sowie häufige Verwechslungspartner.

Volksname: Satans-Röhrling, Satanspilz

Satansröhrling (Rubroboletus satanas) mit hellem Hut, roten Poren und kräftigem Stiel
Von Bernypisa – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Satansröhrling (Rubroboletus satanas) mit hellem Hut, roten Poren und kräftigem Stiel
Foto: Archenzo ; Lizenz: CC BY-SA 3.0

Beschreibung

Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) ist ein großer, kräftig gebauter Röhrling aus der Gruppe der rotporigen Röhrlinge. Auffällig sind der meist sehr helle Hut, die leuchtend roten Poren sowie der dicke, oft rötlich gefärbte Stiel. Die Art zeigt bei Verletzung nur eine schwache bis mäßige Blauverfärbung, was sie von vielen Hexenröhrlingen unterscheidet.

Hut

Der Hut erreicht häufig 10–25 cm Durchmesser. Er ist jung halbkugelig, später gewölbt bis ausgebreitet. Die Hutfarbe ist meist weißlich, grauweiß bis hell graubraun, gelegentlich leicht gelblich überhaucht. Die Oberfläche ist trocken, fein filzig bis glatt.

Röhren und Poren

Die Röhren sind gelblich und enden in karmin- bis blutroten Poren. Bei Druck verfärben sich Poren und Röhren meist nur schwach bläulich oder verzögert, manchmal auch kaum sichtbar. Die Poren sind relativ fein und dicht stehend.

Stiel

Der Stiel ist sehr kräftig, bauchig bis keulig und im Verhältnis zum Hut oft kurz. Er ist gelblich bis rötlich gefärbt und zeigt häufig ein feines, rötliches Netz, das sich vor allem im oberen Stielbereich abzeichnet.

Fleisch

Das Fleisch ist weißlich bis blassgelb und relativ fest. Bei Schnitt oder Druck tritt eine schwache, kurzzeitige Blauverfärbung auf, die rasch wieder verblassen kann.

Geruch und Geschmack

Der Geruch ist bei jungen Exemplaren unauffällig, bei älteren Fruchtkörpern oft unangenehm, faulig oder aasartig. Der Geschmack ist mild, sollte jedoch nicht geprüft werden, da es sich um einen giftigen Pilz handelt.

Sporen

Die Sporen sind spindelig bis ellipsoid, glattwandig und messen etwa 10–15 × 4–6 µm. Das Sporenpulver ist oliv- bis olivbraun.

Verwechslung

Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) wird von Sammlern häufig mit anderen rotporigen Röhrlingen verwechselt. Eine Übersicht zu ähnlichen Arten bietet der Vergleich der rotporigen Röhrlinge .

Besonders oft werden sogenannte Hexenröhrlinge fälschlich für den Satansröhrling gehalten, vor allem der Netzstielige Hexenröhrling . Hexenröhrlinge besitzen jedoch keinen weißlichen Hut und zeigen bei Schnitt oder Druck eine schnelle und meist intensive Blauverfärbung, während diese beim Satansröhrling schwach oder verzögert ausfällt.

Der häufigere Schönfußröhrling ist durch seine gelben Röhrenmündungen sowie den auffallend rotgelben Stiel in der Regel gut vom Satansröhrling zu unterscheiden.

Zur näheren Verwandtschaft des Satansröhrlings zählen weitere seltene Arten wie der Falsche Satansröhrling (Rubroboletus legaliae), der sich durch einen bald bräunlich werdenden Hut abgrenzen lässt. Er wächst ebenfalls in Laubwäldern, bevorzugt auf kalkreichen Böden.

Weitere ähnliche Arten sind der Purpurröhrling (Rubroboletus rhodoxanthus) und der Blutrotfleckende Röhrling (Rubroboletus torosus). Beide zeigen meist rötliche Flecken am Hut und unterscheiden sich dadurch vom gleichmäßig hellhütigen Satansröhrling.

Für eine sichere Bestimmung sollten stets mehrere Merkmale gemeinsam beurteilt werden, insbesondere Hutfarbe, Porenfarbe, Stielzeichnung, Blauverfärbung des Fleisches sowie der Standort.

Giftigkeit & Wirkung

Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) ist ein giftiger Röhrling und nicht als Speisepilz geeignet. Der Verzehr kann bereits in geringen Mengen zu starken Magen-Darm-Beschwerden führen.

Zu den typischen Symptomen zählen Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Die Beschwerden setzen meist innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr ein und können ausgeprägt sein, klingen jedoch in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

Die genaue Zusammensetzung der für die Vergiftung verantwortlichen Inhaltsstoffe ist bislang nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um gastrointestinal wirksame Toxine, die auch durch Kochen oder Braten nicht zuverlässig zerstört werden.

Aufgrund der Giftigkeit sowie der Verwechslungsgefahr mit essbaren oder bedingt essbaren Röhrlingen sollte der Satansröhrling nicht gesammelt und nicht verzehrt werden. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist umgehend ärztliche Hilfe oder eine Giftinformationsstelle zu kontaktieren.

Vorkommen

Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) ist eine wärmeliebende Art der kalkreichen Laubwälder. Er wächst bevorzugt in lichten Beständen von Buche und Eiche, seltener auch bei anderen Laubbäumen.

Die Art meidet saure Böden und kommt fast ausschließlich auf basenreichen, kalkhaltigen Substraten vor. Typische Standorte sind sonnige Waldsäume, lichte Hanglagen, Parkwälder sowie wärmebegünstigte Tieflagen.

Der Satansröhrling lebt in Mykorrhiza mit Laubbäumen und erscheint meist einzeln oder in kleinen Gruppen. Die Fruktifikationszeit liegt in Mitteleuropa überwiegend zwischen Juni und September, mit Schwerpunkt im Hochsommer.

In der Schweiz und in weiten Teilen Mitteleuropas gilt der Satansröhrling als selten und lokal begrenzt. Sein Vorkommen ist stark von geeigneten Boden- und Klimabedingungen abhängig, weshalb er regional ganz fehlen kann.

FAQ – Häufige Fragen

Ist der Satansröhrling essbar?

Nein. Der Satansröhrling (Rubroboletus satanas) ist giftig und nicht als Speisepilz geeignet.

Welche Wirkung hat der Satansröhrling?

Der Verzehr kann starke Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen.

Woran erkennt man ihn?

Typisch sind ein sehr heller Hut, rote Poren, ein kräftiger Stiel und nur eine schwache Blauverfärbung.

Mit welchen Pilzen kann er verwechselt werden?

Vor allem mit rotporigen Hexenröhrlingen, z. B. dem Netzstieligen Hexenröhrling.

 

Letzte Änderung: 01.02..2026 / © W. Arnold