Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus)
und
Nadelwald-Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus subappendiculatus)

Volksnamen: Anhängselröhrling, Gelber Bronzeröhrling

Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus) und Nadelwald-Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus subappendiculatus) gehören zu den gelbporigen Röhrlingen und wurden lange Zeit eng miteinander verwechselt. Beide Arten wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich: gelbe Röhren/Poren, kräftiger Habitus und das bevorzugte Wachstum in Waldgesellschaften.

Erst durch genauere Untersuchungen und taxonomische Neubewertungen wurde klar, dass es sich um zwei eigenständige Arten handelt, die heute unterschiedlichen Gattungen zugeordnet werden. Während Boletus appendiculatus zu den klassischen Boletus-Arten gerechnet wird, wird subappendiculatus aufgrund moderner Einordnung in die Gattung Butyriboletus gestellt.

Da beide Arten in Erscheinungsbild und Ökologie nahe beieinander liegen, ist eine gemeinsame Darstellung besonders sinnvoll: In dieser Datei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede direkt gegenübergestellt, um die Bestimmung zu erleichtern und die aktuelle Nomenklatur transparent zu machen.

Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus)

Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus)
Von Orlady in der Wikipedia auf Englisch, CC BY 3.0, Link

Volksname: Nadelwald-Anhängsel-Röhrling, Falscher Anhängsel-Röhrling, Gelber Steinpilz, Gelber Bronzeröhrling

Falscher Anhängselröhrling (Butyriboletus subappendiculatus)

Nadelwald-Anhängsel-Röhrling (Butyriboletus subappendiculatus)

Beschreibung der Pilze

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Merkmal Boletus appendiculatus Butyriboletus subappendiculatus
Deutscher Name Anhängsel-Röhrling, Echter Anhängselröhrling Falscher Anhängsel-Röhrling
Hut Ocker- bis gelbbraun, trocken, fein samtig, später glatter Ähnlich gefärbt, oft etwas matter und gleichmässiger
Röhren / Poren Leuchtend gelb, bei Druck schwach blauend Gelb, meist kaum oder gar nicht blauend
Stiel Gelblich, mit deutlichem Netz im oberen Bereich, oft mit wurzelartigem Anhängsel Gelblich, Netz schwächer oder fehlend, Stielbasis meist ohne ausgeprägtes Anhängsel
Fleisch Gelblich, im Schnitt schwach blauend, besonders in der Stielbasis Gelblich, im Schnitt kaum oder nicht blauend
Geruch / Geschmack Mild, angenehm pilzartig Mild, unauffällig
Ökologie Mykorrhizapilz bei Buche und Eiche, auf kalkreichen Böden Nadel- und Mischwälder der Berglagen, häufig bei Fichte und Tanne; ebenfalls kalkliebend
Höhenlage Tieflagen bis Hügelland Montan bis subalpin
Speisewert Guter Speisepilz Guter Speisepilz
Bemerkung Klassische Art, früher Sammelbegriff für beide Formen Lange Zeit mit B. appendiculatus vermischt, heute eigenständig

Merkhilfe:
Boletus appendiculatus wächst vorwiegend im warmen Laubwald (Buche, Eiche), Butyriboletus subappendiculatus dagegen typisch im montanen Nadel-Bergwald.

Verwechslung mit anderen Röhrlingen

Neben der gegenseitigen Verwechslung können Boletus appendiculatus und Butyriboletus subappendiculatus auch mit anderen gelb- oder rotporigen Röhrlingen verwechselt werden. Besonders junge Fruchtkörper können irreführend sein.

Für eine sichere Bestimmung sollten stets mehrere Merkmale gemeinsam beurteilt werden: Porenfarbe, Blauverfärbung, Stielzeichnung sowie Standort und Höhenlage.

Bemerkungen

Der Anhängselröhrling ist ein sehr festfleischiger Röhrling, dem Steinpilz in Qualität mindestens ebenbürtig. Aufgrund seiner Seltenheit sollte der Anhängselröhrling jedoch geschont und nicht gesammelt werden. Auch der Falsche Anhängselröhrling gilt als hervorragender Speisepilz.

Letzte Änderung: 04.02.2026 / © W. Arnold