Der Reifpilz mit Doppelgängern

Der Reifpilz gehört zu den mittelgrossen Lamellenpilzen, die im Gelände leicht übersehen oder mit ähnlichen Arten verwechselt werden können. Besonders problematisch ist, dass mehrere äusserlich ähnliche Pilze vorkommen, die sich in einzelnen Merkmalen nur subtil unterscheiden, teils jedoch einen deutlich anderen Speisewert oder sogar ein gesundheitliches Risiko aufweisen.

Diese Vergleichsseite zeigt die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen dem Reifpilz und seinen häufigsten Doppelgängern. Anhand von Merkmalen wie Hutoberfläche, Lamellenfarbe, Stielbeschaffenheit, Geruch und Fleischreaktionen wird erläutert, worauf bei der Bestimmung besonders zu achten ist. Ziel ist es, typische Verwechslungen zu vermeiden und eine sachliche Entscheidungshilfe für Pilzsammler zu bieten.

Wie bei allen Pilzvergleichen gilt: Einzelmerkmale reichen selten aus. Erst die Kombination mehrerer Kennzeichen erlaubt eine zuverlässige Einordnung. Diese Seite ersetzt keine Pilzkontrolle, hilft jedoch dabei, kritische Arten frühzeitig zu erkennen und Vorsicht walten zu lassen.

Reifpilz im Vergleich mit giftigen Doppelgängern – Hut, Lamellen und Stielmerkmale

Die wichtigsten Merkmale der 3 Pilze


  Hut Lamellen Stiel Stielgrund
Reifpilz bereift hell-
braun
Mit häutigem
Schleierrest
kaum knollig, ohne Hüllreste
Kegelhütiger
Knollen-
blätterpilz
seidig weiss Mit häutigem
Schleierrest
knollig, mit fetzigen Hüllresten
Spitzbuckliger Orange-
schleierling
fein-
schuppig
rostgelb Mit faserigem Schleierrest kaum knollig, ohne Hüllreste

Der Reifpilz gilt für viele Pilzsammler als schmackhafter Speisepilz. Er kann jedoch mit Haarschleierlingen verwechselt werden, von denen einige Arten giftig sind. Unerfahrenen Pilzsammlern wird daher vom Sammeln des Reifpilzes abgeraten.

Reifpilz (Rozites caperata) – typischer Habitus mit Hut, Lamellen und Stiel

Häufige Fragen zum Reifpilz und Doppelgängern

Kann man den Reifpilz sicher sammeln?

Nur wenn die Art sicher erkannt wird. Der Reifpilz kann mit Haarschleierlingen (Cortinarius-Arten) verwechselt werden, darunter auch stark giftige Arten. Wer unsicher ist, sollte den Pilz nicht sammeln und eine Pilzkontrollstelle nutzen.

Woran erkennt man Haarschleierlinge im Vergleich?

Haarschleierlinge zeigen häufig rostbraune Lamellen (durch Sporenpulver) und oft einen faserigen Schleierrest (Cortina). Der Reifpilz wirkt dagegen typisch bereift und hat meist hellere Lamellen. Entscheidend ist immer die Kombination mehrerer Merkmale.

Was ist beim Stielgrund besonders wichtig?

Der Stielgrund liefert oft wichtige Hinweise: Ein knolliger Stielgrund mit Hüllresten spricht gegen den Reifpilz und kann auf gefährliche Verwechslungspartner hinweisen. Im Zweifel gilt: nicht essen.

Gibt es eine einfache „Regel“, die Verwechslungen verhindert?

Eine einzelne Regel reicht nicht. Verlasse dich nicht nur auf Farbe oder Geruch. Bei Unsicherheit: Fund stehen lassen und fachlich prüfen lassen.

Letzte Änderung: 28.01.2026 / © W. Arnold