Spitzgebuckelter Raukopf - Cortinarius rubellus
Volksname: Spitzbuckelige Orange-Schleierling
Synonyme: Cortinarius speciosissimus
Der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius rubellus) ist ein hochgiftiger und lebensgefährlicher Pilz aus der Gattung der Rauköpfe. Er zählt zu den gefährlichsten Giftpilzen Europas, da bereits kleine Mengen schwere, oft erst verzögert auftretende Vergiftungen verursachen können.
Besonders tückisch ist die lange Latenzzeit zwischen Verzehr und Auftreten der ersten Symptome, wodurch ein Zusammenhang häufig nicht sofort erkannt wird. Vergiftungen führen zu schweren, meist irreversiblen Nierenschäden und können tödlich enden.
Der Pilz kommt vor allem in Nadelwäldern vor und wird aufgrund seiner Färbung gelegentlich mit essbaren Leistlingen oder Pfifferlingsverwandten verwechselt. Eine sichere Bestimmung im Gelände ist daher von entscheidender Bedeutung.
By Andreas Kunze - Cortinarius rubellus - CC BY-SA 3.0 - Wikimedia Commons

By Andreas Kunze - Cortinarius rubellus - CC BY-SA 3.0 - Wikimedia Commons
Beschreibung des Pilzes
Hut
Der Hut ist gelb bis orangebräunlich oder rotfuchsig gefärbt und erreicht einen Durchmesser von etwa 3–8 cm. Die Form ist meist gewölbt mit spitzem oder abgerundetem Buckel. Die Huthaut ist trocken und fein filzig.
Lamellen
Die Lamellen sind zimt- bis rostbräunlich gefärbt, entfernt stehend und ausgebuchtet angewachsen.
Stiel
Der Stiel ist ähnlich gefärbt wie der Hut und zeigt eine gelbliche Natterung. Er ist schlank und keulig geformt.
Fleisch
Das Fleisch ist gelblich, in der Stielbasis jedoch deutlich rostbräunlich.
Geruch / Geschmack
Der Geschmack wird als mild bis rettichartig beschrieben (Angaben von Überlebenden). Der Geruch ist schwach rettichartig.
Sporen
Sporenpulver rostbraun; Sporen 9–11 × 7–8 µm, oval.
Verwechslung
Der zur Untergattung Leprocybe gehörende Pilz kann mit anderen Arten derselben Gruppe verwechselt werden. Dazu zählt auch der seltenere Orangefuchsige Schleierling (Cortinarius orellanus) , der ebenfalls hochgiftig ist.
Im jungen Zustand sind zudem gefährliche Verwechslungen mit dem Reifpilz (Cortinarius caperatus) möglich.
Weitere Gegenüberstellungen zeigt der Reifpilz-Vergleich .
Toxizität
Der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius rubellus) ist ein lebensgefährlich giftiger Pilz. Er enthält das Nierengift Orellanin, ein hitzestabiles und trocknungsresistentes Toxin, das auch durch Kochen oder Braten nicht zerstört wird.
Besonders gefährlich ist die lange Latenzzeit zwischen Verzehr und Auftreten der ersten Symptome, die mehrere Tage bis Wochen betragen kann. Erste Anzeichen sind unspezifisch (Durst, Übelkeit, Müdigkeit), gefolgt von schweren Schädigungen der Nieren.
Die Vergiftung führt häufig zu irreversibler Niereninsuffizienz und kann eine lebenslange Dialyse oder eine Nierentransplantation erforderlich machen. Todesfälle sind dokumentiert.
Das enthaltene Toxin wurde nach dem Pilz benannt, in dem dieser Stoff erstmals entdeckt wurde (Cortinarius orellanus), und heisst Orellanin.
Vorkommen
Der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius rubellus) wächst vor allem in Nadelwäldern, bevorzugt in Fichtenbeständen. Er kommt auf sauren, humusreichen Böden vor und erscheint meist einzeln oder in kleinen Gruppen.
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, darunter auch in der Schweiz. Die Fruchtkörper erscheinen überwiegend im Spätsommer und Herbst.
FAQ – Häufige Fragen
Ist der Spitzgebuckelte Raukopf essbar?
Nein. Der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius rubellus) ist ein lebensgefährlich giftiger Pilz und darf keinesfalls verzehrt werden.
Welches Gift enthält der Pilz?
Der Pilz enthält das Toxin Orellanin, das erstmals im Orangefuchsigen Schleierling (Cortinarius orellanus) nachgewiesen wurde.
Welche Wirkung hat Orellanin?
Orellanin schädigt vor allem das Nierengewebe und kann zu schweren, häufig irreversiblen Nierenschäden führen.
Warum sind Vergiftungen besonders gefährlich?
Typisch ist eine lange Verzögerung zwischen Verzehr und Auftreten der ersten Symptome. Dadurch wird der Zusammenhang oft spät erkannt.
Mit welchen Pilzen kann er verwechselt werden?
Verwechslungen sind insbesondere mit anderen Rauköpfen der Untergattung Leprocybe sowie im jungen Zustand mit dem Reifpilz (Cortinarius caperatus) möglich.
Hilft Kochen oder Trocknen gegen das Gift?
Nein. Orellanin ist hitzestabil und wird weder durch Kochen noch durch Trocknen zerstört.
Was ist bei Verdacht auf Vergiftung zu tun?
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Pilzreste sollten, wenn möglich, zur Bestimmung aufbewahrt werden.
Letzte Änderung: 12.02.2026 / © W. Arnold



