Beringter Flämmling - Gymnopilus spectabilis
Synonyme: Gymnopilus junonius, Pholiota spectabilis v. junonia
Der Beringte Flämmling (Gymnopilus spectabilis) ist ein auffälliger, kräftig gebauter Holzbewohner mit gelb- bis fuchsfarbenem Hut und einem deutlich häutigen Ring am Stiel. Die Lamellen färben sich mit zunehmender Reife rostbräunlich durch das Sporenpulver. Er wächst vor allem an alten Laubholzstümpfen und erscheint meist im Spätsommer und Herbst. Trotz seines markanten Erscheinungsbildes ist der Beringte Flämmling giftig; das Fleisch schmeckt stark bitter, und in einzelnen Populationen werden zudem psychoaktiv wirksame Inhaltsstoffe beschrieben.
Beschreibung des Pilzes
Hut
Gelbfuchsig bis gelbbräunlich, Oberfläche eingewachsen faserig bis faserschuppig. Rand ungerieft, lange eingerollt. Durchmesser 5–15 cm.
Lamellen
Jung gelblich, oft mit rostigen Flecken, bei Reife rostbräunlich. Gedrängt stehend, abgerundet und angewachsen.
Stiel
Blassgelblich, fuchsig überfasert, keulig, mit häutigem Ring, der bisweilen am Hutrand hängen bleibt.
Fleisch
Gelblich.
Geruch / Geschmack
Geruch beim Verletzen rettichartig. Geschmack deutlich bitter.
Sporen
Fast mandelförmig, deutlich warzig, 7.5–10.5 × 4.5–6 µm.
Verwechslung
Der Beringte Flämmling kann mit anderen Gymnopilus-Arten sowie mit grösseren Schüpplingen verwechselt werden. Besonders zu nennen ist der Glimmer-Schüppling (Phaeolepiota aurea) , der ebenfalls kräftig gebaut ist und einen Ring am Stiel besitzt.
Abgrenzend für den Beringten Flämmling sind die gelb- bis fuchsfarbene Hutfärbung, die bei Reife rostbräunlichen Lamellen, der deutlich häutige Ring sowie der stark bittere Geschmack und der beim Verletzen auftretende rettichartige Geruch. Aufgrund seiner Giftigkeit ist bei ähnlichen, beringten Holzbewohnern besondere Vorsicht geboten.
Gattungsmerkmale
Die rund 14 Flämmlings-Arten, die zumeist totes Nadelholz bewohnen, zeichnen sich durch gelb- bis gelbbräunliche Farbtöne und einen bitteren Geschmack aus. Das Sporenpulver ist gelb- bis rostbraun; die warzigen Sporen sind keimporuslos.
Vorkommen
Der Beringte Flämmling wächst saprobiontisch an alten Laubholzstümpfen und stark vermorschtem Holz, seltener auch an vergrabenem Holz. In Südeuropa wurde die Art vereinzelt auch an Nadelholz (Pinus halepensis) beobachtet.
Die Fruchtkörper erscheinen überwiegend von August bis Oktober. In der Schweiz gilt der Beringte Flämmling als selten, tritt jedoch lokal gehäuft auf, wenn geeignete Holzsubstrate vorhanden sind.
Speisewert
Der Beringte Flämmling ist giftig und als Speisepilz ungeeignet. Das Fleisch schmeckt stark bitter; zudem werden in einzelnen Populationen psychoaktiv wirksame Inhaltsstoffe beschrieben.
Toxikologie / Inhaltsstoffe
Unterarten dieses Pilzes können das Halluzinogen Psilocybin (siehe Psilocybe semilanceata) enthalten. Untersuchungen zeigen, dass Proben aus Korea sowie aus dem östlichen Teil der USA häufiger Psilocybin enthalten als vergleichbare Funde aus dem westlichen Nordamerika oder aus Europa.
Darüber hinaus wurden in diesem Pilz die Inhaltsstoffe Bis-Noryangonin und Hispidin nachgewiesen, die strukturell mit den Pyronen der Kava-Pflanze verwandt sind. Japanische Forscher beschrieben zudem das Vorkommen von Oligoisoprenoiden bzw. neurotoxisch wirksamen Substanzen.
FAQ
Ist der Beringte Flämmling essbar?
Nein. Er ist giftig und als Speisepilz ungeeignet.
Enthält der Beringte Flämmling Psilocybin?
In einzelnen Unterarten wurde Psilocybin nachgewiesen, vor allem in Funden aus Korea und dem östlichen Teil der USA.
Wo wächst der Beringte Flämmling?
Saprobiontisch auf abgestorbenem Holz, vor allem an Laubholzstümpfen.
Welche Verwechslungen sind möglich?
Mit anderen Gymnopilus-Arten und kräftigen Schüpplingen (z. B. Glimmer-Schüppling).
Letzte Änderung: 12.02.2026 / © W. Arnold



