Bitterschwamm – Boletus radicans
Volksname: Wurzelnder Bitterröhrling, Bitterschwamm
Synonyme: Boletus radicans, Caloboletus radicans, Boletus albidus
Der Bitterschwamm (Boletus radicans, heute meist Caloboletus radicans) ist ein auffälliger, aber ungeniessbarer Röhrling aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Charakteristisch sind der sehr bittere Geschmack, der helle Hut, der gelbe Stiel mit rötlichen Tönen sowie die rasche Blauverfärbung des Fleisches bei Druck. Die Art wächst vor allem in wärmebegünstigten Laubwäldern und wird häufig mit essbaren Röhrlingen verwechselt.
Beschreibung des Pilzes
Hut
Grauweisslich bis blass graubräunlich; Oberfläche matt und trocken; Durchmesser ca. 5–20 cm.
Röhren
Gelblich, mit gelben, später schmutzig olivgelblichen Mündungen; diese färben sich an berührten Stellen intensiv grünblau.
Stiel
Gelblich, meist ohne, seltener mit wenig auffallendem, gleichfarbigem Netz im oberen Bereich; Form keulig, vor allem im unteren Teil oft knollenförmig anschwellend, an der Basis wurzelartig zusammengezogen und leicht im Boden wurzelnd.
Fleisch
Gelblich, im Schnitt meist deutlich blauend, stellenweise auch rotbräunlich werdend; Konsistenz ziemlich fest, erst im Alter schwammig werdend.
Geruch / Geschmack
Geruch wenig auffallend, jedoch nicht angenehm. Geschmack stark bitter.
Sporen
Länglich-spindelig, 9–15 × 4–6 µm.
Verwechslung
Der Wurzelnde Bitterröhrling (Boletus radicans, heute meist Caloboletus radicans) ist an seinen sehr hellen Hutfarben, den gelben Röhren und dem stark bitteren Geschmack in der Regel gut zu erkennen. Dennoch kann es insbesondere bei jungen Exemplaren zu Verwechslungen mit anderen Röhrlingen kommen.
Der Schönfussröhrling (Boletus calopus) gehört in die engere Verwandtschaft. Er unterscheidet sich durch den deutlich roten, stark genetzten Stiel. Das Fleisch blaut nur schwach und schmeckt ebenfalls bitter, ist jedoch ebenfalls ungeniessbar.
Der giftige Satansröhrling (Boletus satanas) wächst an ähnlichen, wärmebegünstigten Standorten. Er ist jedoch gut an den rötlichen Röhrenmündungen sowie am kräftigen, rot überlaufenen und deutlich genetzten Stiel zu erkennen.
Vereinzelt kann auch eine Verwechslung mit hellhütigen, essbaren Röhrlingen in Betracht gezogen werden. Diese besitzen jedoch keinen stark bitteren Geschmack und zeigen meist andere Stielmerkmale oder eine fehlende beziehungsweise schwächere Blauverfärbung.
Vorkommen
Der Wurzelnde Bitterröhrling (Boletus radicans, heute meist Caloboletus radicans) wächst bevorzugt in wärmebegünstigten Laubwäldern. Er kommt vor allem unter Eichen und Buchen vor, seltener auch in lichten Mischwäldern.
Bevorzugt werden kalkreiche, eher trockene Böden. Die Art ist in Mitteleuropa verbreitet, jedoch insgesamt nicht häufig und tritt meist einzeln oder in kleinen Gruppen auf.
Die Fruchtkörper erscheinen in der Regel vom Sommer bis in den Frühherbst.
FAQ – Häufige Fragen zum Bitterschwamm
Ist der Bitterschwamm essbar?
Nein. Der Bitterschwamm ist ungeniessbar. Bereits kleine Mengen machen Speisen durch den extrem bitteren Geschmack unbrauchbar.
Ist der Bitterschwamm giftig?
Nein, er gilt nicht als giftig. Aufgrund des sehr bitteren Geschmacks ist er jedoch als Speisepilz ungeeignet.
Woran erkennt man den Bitterschwamm?
Typisch sind der sehr helle Hut, gelbe Röhren, die deutliche Blauverfärbung des Fleisches sowie der stark bittere Geschmack.
Mit welchen Pilzen kann er verwechselt werden?
Vor allem mit dem Schönfussröhrling und dem giftigen Satansröhrling, die jedoch durch Stielfarbe und Röhrenmündungen gut unterscheidbar sind.
Letzte Änderung: 06.02.2026 / © W. Arnold



