Schusterpilz - Neoboletus erythropus
Der Schusterpilz (Neoboletus erythropus), auch Flockenstieliger Hexenröhrling genannt, gehört zu den auffälligsten und häufigsten rotporigen Röhrlingen unserer Wälder. Charakteristisch sind die leuchtend roten Röhrenmündungen, der flockig punktierte Stiel sowie die starke Blaufärbung des Fleisches bei Verletzung.
Trotz seines markanten Erscheinungsbildes wird dieser Pilz von vielen Sammlern gemieden oder übersehen, nicht zuletzt wegen seiner früheren Einordnung als Giftpilz. Richtig bestimmt und ausreichend erhitzt ist er jedoch ein brauchbarer Speisepilz und ein interessanter Vertreter der Familie der Röhrlinge.
Volksname: Flockenstieliger Hexenröhrling, Donnerpilz, Schusterpilz
Synonyme (historisch): Boletus luridiformis
Beschreibung des Pilzes
Hut
6–20 cm, dunkelbraun, feinsamtig, im Alter etwas heller und kahl; zuerst halbkugelig, dann polsterförmig.
Röhren
Die Röhrenmündungen sind hellgelb bis orange, später tiefrot gefärbt und blauen bei Berührung sofort. Der Röhrenboden ist gelb.
Stiel
Auf gelbem Grund mit orangroter bis karminroter, kleinflockiger Punktierung (kein Adernetz), auf Druck blaufleckend; anfangs dickbauchig, später keulig gestreckt.
Fleisch
Sattgelb, beim Durchschneiden sofort grün, dann dunkelblau verfärbend, später ausblassend, fest.
Geruch / Geschmack
Unbedeutend, angenehm.
Sporen
Spindelig, 11–19 × 4,5–7 µm. Sporenpulver olivbraun.
Verwechslung
Wenn auf das fehlende Stielnetz geachtet wird, dürfte eine Verwechslung mit dem Netzstieligen Hexenröhrling (Boletus luridus) eigentlich nicht vorkommen, der ihm sonst ähnlich sieht. Dem selteneren Glattstieligen Hexenröhrling (Boletus queletii) fehlt eine Stielzeichnung völlig.
Eine detaillierte Übersicht zu rotporigen Röhrlingen und deren Unterschiede finden Sie auf der Vergleichsseite rotporige Röhrlinge.
Vorkommen
Der Schusterpilz (Neoboletus erythropus) wächst in Laub- und Nadelwäldern, bevorzugt auf sauren bis leicht neutralen Böden. Besonders häufig ist er unter Eichen, Buchen und Fichten anzutreffen. Auch in Mischwäldern mit sandigen oder lehmigen Böden kommt er vor.
Er ist ein Pilz der gemäßigten Zonen Europas und zeigt eine große ökologische Anpassungsfähigkeit. Die Fruchtkörper erscheinen meist von Mai bis Oktober, abhängig von Temperatur und Niederschlag. Häufig findet man ihn in Höhenlagen von etwa 200 bis 1.200 Metern, vereinzelt auch bis 1.500 m über Meereshöhe.
In seiner Verbreitung ist der Schusterpilz weit verbreitet, jedoch regional unterschiedlich häufig. Er wächst oft einzeln oder in kleinen Gruppen, selten in großen Kolonien.
Speisewert
Der Flockenstielige Hexenröhrling (Neoboletus erythropus) ist ein recht guter Speisepilz, der jedoch im rohen Zustand Beschwerden hervorrufen kann. Es handelt sich um einen sehr festfleischigen Pilz. Kulinarisch betrachtet kann er keineswegs mit dem Steinpilz (Boletus edulis) mithalten. In unserer Gegend ist er recht häufig, wird aber wenig gesammelt.
Eine sichere Zubereitung erfolgt durch gründliches Erhitzen, z. B. Braten, Dünsten oder Kochen. Dabei sollte der Pilz in kleine Stücke geschnitten werden, um eine gleichmäßige Durcherhitzung zu gewährleisten.
Hinweis: Niemals roh verzehren. Bei empfindlichen Personen zunächst nur kleine Mengen testen.
Speisepilz des Jahres 2018: Flockenstieliger Hexenröhrling (der Tintling).
FAQ – Häufige Fragen zum Schusterpilz
Ist der Schusterpilz giftig?
Nein, der Schusterpilz (Neoboletus erythropus) ist nicht giftig, kann jedoch roh zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Deshalb unbedingt gründlich erhitzen.
Wie kann man ihn von ähnlichen Pilzen unterscheiden?
Auf das fehlende Stielnetz achten. Der Netzstielige Hexenröhrling (Boletus luridus) hat ein Stielnetz, der Glattstielige Hexenröhrling (Boletus queletii) keine Stielzeichnung. Eine detaillierte Übersicht gibt es auf der Vergleichsseite rotporige Röhrlinge .
Wann wächst der Schusterpilz?
Er erscheint von Mai bis Oktober, bevorzugt auf sauren Böden in Laub- und Nadelwäldern, oft unter Eichen, Buchen oder Fichten, in Höhenlagen zwischen 200 und 1.200 m.
Wie kann man ihn zubereiten?
Nur erhitzt verzehren: Braten, Dünsten oder Kochen. Sehr festfleischig, daher Schmoren oder Einlegen weniger geeignet. Rohverzehr unbedingt vermeiden.
Wie häufig wird er gesammelt?
Obwohl der Schusterpilz recht häufig vorkommt, wird er in vielen Regionen nur selten gesammelt. Kulinarisch kann er nicht mit dem Steinpilz mithalten.
Letzte Änderung: 31.01.2026 / © W. Arnold

