Riesenscheidenstreifling - Amanita ceciliae

Synonyme: Amanita inaurata

Volksname: Doppelt bescheideter Scheidenstreifling, Riesenscheidenstreifling

Der Riesenscheidenstreifling (Amanita ceciliae) ist ein stattlicher, ringloser Wulstling aus der Gattung der Amaniten. Er wächst bevorzugt in Laub- und Mischwäldern auf eher nährstoffreichen Böden und fällt durch seinen graubraunen, oft fein genatterten Hut sowie die deutlich ausgebildete, meist locker anliegende, sackartige Volva an der Stielbasis auf.

Trotz seiner Zugehörigkeit zur Gattung Amanita gilt der Riesenscheidenstreifling als essbar, wird jedoch wegen möglicher Verwechslungen mit giftigen Arten nur erfahrenen Pilzsammlern empfohlen. Eine sichere Bestimmung anhand von Hut, Lamellen, Stiel und Volva ist daher unerlässlich.

Auf dieser Seite finden Sie eine kompakte, fachlich fundierte Beschreibung mit Hinweisen zu Vorkommen, Saison und Speisewert sowie wichtige Informationen zur Abgrenzung gegenüber ähnlichen Amaniten.

Riesenscheidenstreifling (Amanita ceciliae) – Fruchtkörper im Wald

Beschreibung des Pilzes

Hut

Braun-graulich bis gelb-kastanienbraun; Rand stark gerieft; mit zahlreichen grauen Resten des Velums bedeckt.

Lamellen

Frei, weiss, gedrängt, ziemlich bauchig, am Stiel abgerundet.

Stiel

12–20 × 1,5–3 cm, gleichdick, nach oben etwas verjüngt, weisslich bis bräunlich-graulich, leicht flockig; ausgestopft bis hohl. Die Scheide umschliesst die Stielbasis; darüber zeigt die Stieloberfläche eine zweite, ring- bis scheidenartige Zone.

Fleisch

Typisch grau, brüchig.

Geruch / Geschmack

Ohne besonderen Geruch oder Geschmack.

Sporen

Rundlich, nicht amyloid; Sporenpulver weiss; 11,5–14 µm.

Verwechslung

Grundsätzlich bestehen beim Riesenscheidenstreifling Verwechslungsgefahren mit anderen Arten aus der Gattung der Amanita, zu der auch die giftigsten europäischen Pilze zählen. Besonders gefährlich sind Verwechslungen mit Knollenblätterpilzen, allen voran mit dem Grünen Knollenblätterpilz , der tödlich giftig ist.

Der Riesenscheidenstreifling ist jedoch durch eine Kombination mehrerer Merkmale relativ gut gekennzeichnet: Dazu zählen seine beträchtliche Grösse, die ringlose Stieloberfläche, die deutlich ausgebildete, sackartige Volva (nicht als scharf begrenzter, weisser „Sack“ wie beim Grünen Knollenblätterpilz) sowie das Vorhandensein von zwei bis drei ring- oder scheidenartigen Zonen im Bereich der Stielbasis. Ein echter Stielring fehlt stets.

Weitere mögliche Verwechslungspartner sind andere Arten aus der Scheidenstreiflingsgruppe (Amanita-Sektion Vaginatae). Diese besitzen jedoch in der Regel deutlich kleinere und zierlichere Fruchtkörper und lassen sich bei genauer Betrachtung gut abgrenzen.

Aufgrund der potentiell schwerwiegenden Folgen einer Fehlbestimmung sollte der Riesenscheidenstreifling nur von sehr erfahrenen Pilzsammlern gesammelt werden. Im Zweifel ist stets vom Verzehr abzusehen.

Speisewert

Der Riesenscheidenstreifling (Amanita ceciliae) gilt als essbar, wird jedoch aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr mit giftigen Wulstlingen nur sehr erfahrenen Pilzsammlern empfohlen.

Der Speisewert wird als gering bis mässig eingestuft. Das Fleisch ist dünn, brüchig und geschmacklich unauffällig. Der Pilz eignet sich daher kaum für eine gezielte kulinarische Nutzung.

Wie alle essbaren Arten aus der Gattung Amanita sollte auch der Riesenscheidenstreifling nur gut durchgegart verzehrt werden. Rohverzehr kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Aufgrund der potentiell schweren Folgen einer Fehlbestimmung wird vom Sammeln und Verzehr dieses Pilzes für unerfahrene Personen ausdrücklich abgeraten.

Vorkommen

Der Riesenscheidenstreifling (Amanita ceciliae) kommt in Laub-, Misch- und seltener Nadelwäldern vor. Er bevorzugt nährstoffreiche, frische Böden und wird häufig in wärmebegünstigten Lagen gefunden.

Als Mykorrhizapilz lebt er in Symbiose mit verschiedenen Baumarten, darunter Buche, Eiche, Linde, Fichte und Tanne. Die Fruchtkörper erscheinen meist einzeln oder in kleinen Gruppen.

Die Hauptsaison liegt zwischen Sommer und Herbst, in Mitteleuropa vor allem von Juli bis Oktober.

Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, gilt jedoch insgesamt als nicht häufig und wird eher sporadisch nachgewiesen.

FAQ – Häufige Fragen

Ist der Riesenscheidenstreifling essbar?

Ja, der Riesenscheidenstreifling (Amanita ceciliae) gilt als essbar, wird jedoch wegen der Verwechslungsgefahr mit giftigen Wulstlingen nur sehr erfahrenen Pilzsammlern empfohlen.

Woran erkennt man den Riesenscheidenstreifling?

Typisch sind der stark geriefte Hutrand, das Fehlen eines Stielrings, die grauen Velumreste auf dem Hut sowie eine meist locker anliegende, sackartige Volva an der Stielbasis.

Mit welchen Pilzen kann er verwechselt werden?

Besonders gefährlich sind Verwechslungen mit Knollenblätterpilzen, vor allem mit dem Grünen Knollenblätterpilz. Weitere Verwechslungen sind mit kleineren Scheidenstreiflingen möglich.

Letzte Änderung: 03.02.2026 / © W. Arnold