Zimt - Cinnamomum verum
Vorkommen | Merkmale | Drogen | Wirkstoffe | Pharmakologie | Evidenz | Anwendung | Zubereitung und Dosierung | Sicherheit | Status | Garten | Sonstiges | ÄHNLICHE HEILPFLANZEN | FAQ
Die medizinisch verwendete Zimtrinde stammt vor allem von Cinnamomum verum. Traditionell wird sie bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
Cinnamomum verum (syn. Cinnamomum ceylanicum); Zimtbaum, Ceylon-Zimtbaum.
VORKOMMEN
Die ursprüngliche Heimat des Zimtbaumes ist Sri Lanka. Heute wird die Art in verschiedenen tropischen Regionen kultiviert, unter anderem in Indien, Madagaskar und Südostasien.
MERKMALE
Der immergrüne Zimtbaum wird etwa 6 bis 12 m hoch. In Kultur wird er oft strauchartig gehalten. Die Blätter sind gegenständig, lederartig, jung rötlich und später glänzend grün. Die kleinen weisslichen Blüten stehen in Rispen.
DROGEN
Cinnamomi cortex; Zimtrinde, die getrocknete, vom äusseren Kork befreite Rinde junger Zweige.
WIRKSTOFFE
Zimtrinde enthält ätherisches Öl mit Zimtaldehyd als Hauptbestandteil. Daneben kommen Eugenol, Zimtsäurederivate, Procyanidine, Phenolcarbonsäuren und Schleimstoffe vor.
PHARMAKOLOGIE
Die appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung wird auf Bitter- und Aromaeffekte mit reflektorischer Steigerung der Speichel- und Magensaftsekretion zurückgeführt.
Zimtaldehyd und weitere Bestandteile zeigen in vitro antimikrobielle und spasmolytische Eigenschaften. Die klinische Bedeutung dieser Effekte ist begrenzt.
EVIDENZ
Die Evidenz für Zimtrinde bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden beruht vor allem auf traditioneller Anwendung, pharmakologischer Plausibilität und regulatorischer Bewertung.
Für eine blutzuckersenkende Wirkung liegen zahlreiche Studien vor, die Resultate sind jedoch heterogen. Eine gesicherte therapeutische Empfehlung kann daraus derzeit nicht abgeleitet werden.
- EMA – Cinnamomi cortex – HMPC-Monographie zur traditionellen Anwendung.
- PubMed – Metaanalyse zu Zimt und Blutzuckerparametern.
- PubMed – Übersicht zu Inhaltsstoffen und biologischen Wirkungen von Zimt.
ANWENDUNG
Traditionelle Anwendung bei Appetitlosigkeit sowie dyspeptischen Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl und leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden.
Zimt wird auch kulinarisch verwendet, diese Nutzung ist von der medizinischen Anwendung zu unterscheiden.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Zerkleinerte Zimtrinde für Teeaufgüsse, Pulver in Kapseln sowie alkoholische Auszüge.
Traditionelle Tagesdosis: etwa 2 bis 4 g Zimtrinde, je nach Zubereitung.
SICHERHEIT
Zimtrinde gilt in üblichen Mengen meist als gut verträglich. Möglich sind Reizungen der Schleimhäute, Magenbeschwerden oder allergische Reaktionen.
Bei Cassia-Zimt kann der Cumaringehalt höher sein. Dies betrifft nicht primär Cinnamomum verum, sollte aber bei hochdosierter Langzeitanwendung berücksichtigt werden.
STATUS
- Kommission E: positive Bewertung
- ESCOP: positive Bewertung
- HMPC: als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (Cinnamomi cortex)
GARTEN
Der Zimtbaum ist eine tropische Pflanze und in Mitteleuropa nur im Wintergarten oder Gewächshaus kultivierbar. Er benötigt Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und frostfreie Bedingungen.
SONSTIGES
Zimt zählt zu den ältesten bekannten Gewürzen. Im Mittelalter war Ceylon-Zimt ein wertvolles Handelsgut und spielte im Gewürzhandel Europas eine bedeutende Rolle.
ÄHNLICHE HEILPFLANZEN
- Ingwer (Zingiber officinale) – traditionell bei Übelkeit und Verdauungsbeschwerden.
- Fenchel (Foeniculum vulgare) – bei Blähungen und Völlegefühl.
- Anis (Pimpinella anisum) – traditionell karminativ.
- Kümmel (Carum carvi) – bei dyspeptischen Beschwerden.
FAQ
-
Wofür wird Zimt medizinisch verwendet?
Traditionell bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden. -
Ist Zimt blutzuckersenkend gesichert?
Nein. Die Studienlage ist uneinheitlich. -
Was ist der Unterschied zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt?
Cassia-Zimt enthält oft mehr Cumarin. -
Ist Zimt gut verträglich?
Meist ja, gelegentlich sind Reizungen oder Allergien möglich. -
Gibt es eine HMPC-Monographie?
Ja, für Cinnamomi cortex.
Letzte Änderung: 25.04.2026 / © W. Arnold