Kalifornischer Mohn - Eschscholzia californica

Eschscholzia californica (syn. Chryseis californica, Eschscholtzia douglasii);
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Goldmohn (syn. Kalifornischer Mohn, Schlafmützchen).

Goldmohn

Kalifornischer Mohn - Eschscholzia californica

VORKOMMEN

Wie der Name schon sagt ist die Heimat der Pflanze Kalifornien. Bei uns ist der Goldmohn eine schöne Gartenpflanze, die manchmal verwildert.

MERKMALE

Der Kalifornische Mohn ist eine einjährige oder ausdauernde, 30 - 60 cm hohe, blaugrüne Pflanze. Die Blätter sind fein zerteilt. Die Blüten sind leuchtend gelb, bis 3.5 cm im Durchmesser und lang gestielt. Die Blütezeit ist Juni bis September.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Eschscholziae herba (syn. Herba Eschscholtziae, Herba Eschscholziae);
Eschscholzienkraut (syn. Kalifornisches Mohnkraut), die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile.
Die Droge stammt aus Wildsammlung in Kalifornien und Neu-Mexiko; Angebaut wird der Kalifornische Mohn auch in Frankreich.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Das Kraut enthält bis zu 0,38 % Alkaloide; dabei stellt die quartäre Base Californidin das Hauptalkaloid dar. Weiterhin tertiäre nichtphenolische Basen, darunter Allocryptopin, Protopin und Escholzin, das nur in den oberirdischen Teilen vorkommt. In geringen Mengen treten die Aporphine N-Methyllaurotetanin (= Lauroscholtzin), Corydin, Isocorydin sowie die quartären Benzophenanthridine Sanguinarin (= Pseudochelerythrin) und Chelerythrin (= Toddalin) auf.

Protopin - Inhaltsstoff des kalifornischen Mohns

PHARMAKOLOGIE

Dire Kommission E begründet die negative Beurteilung wie folgt:

Ärztliche und/oder klinische Berichte und sonstiges medizinisches Erfahrungsmaterial zur phytotherapeutischen Anwendung von kalifornischem Goldmohn liegen nicht vor. Da die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht belegt ist, kann eine therapeutische Anwendung nicht befürwortet werden.

ANWENDUNG

Die Droge wird selten verordnet, ist jedoch Bestandteil einiger Fertigarzneimittel, jeweils in Kombination mit pflanzlichen Sedativa, wie z.B. Baldrian, Passionsblume, Hopfen, Melisse oder Johannisskraut. Zubereitungen werden zur Behandlung von Schlafstörungen, Schmerzen, nervöser Übererregbarkeit und Neuropathien eingesetzt. Verwendung auch bei Gallen- und Lebererkrankungen. In Amerika werden Zubereitungen der Droge in der Kinderpraxis bei Schlafstörungen verordnet; in Frankreich bei Nervosität. Die Wirksamkeit der Droge und ihrer Zubereitungen bei den bisher genannten Anwendungsgebieten plausibel, ist aber nicht durch klinische Studien belegt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

In der Schweiz sind Kapseln mit einem Pulver aus Eschscholzienkraut im Handel (Arkocaps® Escholtzia, Phytopharma® Escholtzia).
Die Arzneidroge kann in Apotheken und Drogerien bezogen werden.

Teebereitung: 2 g Droge werden mit 150 mL Wasser übergossen und nach 10 Minuten abfiltriert.

STATUS

  • Kommission E: - negative Bewertung
  • ESCOP: - keine Bearbeitung
  • HMPC: - positive Bewertung.
    Die Droge wurde vom HMPC als traditionelles Arzneimittel eingestuft. Anwendungen sind Nervosität, Ängstlichkeit und die Verbesserung der Schlafqualität.

HOMÖOPATHIE

Eschscholtzia californica HAB, die frische, blühende Pflanze.
Anwendungsgebiete: Schlafstörungen.

KALIFORNISCHER MOHN IM GARTEN

Der Kailfornische Mohn ist bei uns eine einjährige Pflanze. Er mag besonders heisse, vollsonnige Standorte, nur unter diesen Bedingungen blüht er ergiebig. Am liebsten mag der Goldmohn eine leichte, sandige bis lehmige Erde, die auch nicht vorbereitet werden muss. Der Goldmohn eignet sich daher für den trockenen Steingarten.

Bei der Aussaat im März wird der Kalifornische Mohn dort gepflanzt, wo er auch blühen soll. Umsetzen der Pflanzen, ist wegen der langen Pfahlwurzel, nicht möglich. Der Kalifornische Mohn hat die Fähigkeit zur Selbstausbreitung und kann sich so selber erhalten.

Kalifornischer Mohn

SONSTIGES

Der Kalifornische Mohn wurde in den letzten Jahrhunderten weit verbreitet, entweder als Gartenpflanze oder durch die Verschleppung in Folge anderer menschlicher Aktivitäten. So beispielsweise nach Ende des Kalifornischen Goldrauschs, als viele ehemalige Goldsucher mit den vor San Francisco liegenden Schiffen aufbrachen, um ihr Glück in Chile, Neuseeland und Australien zu suchen. Dabei nahmen diese Schiffe Ballast auf, der aus dem Sand der Klippen von San Francisco bestand. Mit ihnen kam der Kalifornische Mohn in diese Länder, wo er sich zu einem verbreiteten Unkraut entwickelte.

Letzte Änderung: 04.04.2017 / © W. Arnold