Rauher Schirmling (Lepiota aspera)
Volksname: Rauher Schirmling, Kegelschuppiger Schirmling, Spitzschuppiger Stachel-Schirmling, Rauer Stachel-Schirmling
Synonyme: Lepiota acutesquamosa, Lepiota friesii, Echinoderma asperum, Lepiota acutesquamosa var. furcata
Der Rauhe Schirmling (Lepiota aspera) ist ein auffälliger Vertreter der Schirmlinge, der vor allem durch seinen grob schuppigen Hut und den oft als unangenehm beschriebenen Gas- oder Chemiegeruch auffällt. Trotz seiner entfernten Ähnlichkeit mit bekannten Speiseschirmlingen wie dem Parasol ist diese Art kulinarisch wertlos und gilt als ungeniessbar. Der Rauhe Schirmling wächst vorwiegend in Wäldern und an Waldrändern und lässt sich bei genauer Betrachtung gut von essbaren Arten unterscheiden. Für Pilzsammler ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig, um Verwechslungen zu vermeiden.
Beschreibung des Pilzes
Hut
Fleischbräunlich, mit kegelig aufgerichteten, abwischbaren Schuppen, die dunkler bräunlich gefärbt sind; Durchmesser 4–12 cm.
Lamellen
Weisslich, sehr eng stehend, Schneide gekerbt, oft gegabelt, frei vom Stiel.
Stiel
Fleischbräunlich, ähnlich wie der Hut gefärbt, zylindrisch. Mit anfangs grossem, abstehendem Ring; dieser oberseits weisslich, an der Unterseite mit cortinaartigem Schleier versehen, der äusserste Rand braunflockig.
Fleisch
Weisslich.
Geruch / Geschmack
Geruch unangenehm, leuchtgasähnlich und etwas stechend. Geschmack ebenfalls unangenehm.
Sporen
Länglich-spindelig, 7,5–9 × 2,5–3,5 µm. Sporenpulver weiss, dextrinoid.
Verwechslung
Der Rauhe Schirmling (Lepiota aspera) ist an seinen kegelwarzigen Hutschuppen, den häufig gegabelten Lamellen sowie am unangenehmen, gasähnlichen Geruch gut erkennbar.
Lepiota perplexa ist eine ähnlich aussehende Art mit stärkerem Geruch, jedoch mit ungegabelten Lamellen; sie ist sehr selten.
Der ebenfalls ähnliche, jedoch kleinere Kegelschuppige Schirmling (Lepiota hystrix) ist dunkler gefärbt und besitzt kleinere, ovale Sporen.
Vorkommen
Der Rauhe Schirmling (Lepiota aspera) wächst vorwiegend in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern sowie in Gebüschen. Er bevorzugt humusreiche, eher nährstoffreiche Böden und erscheint meist einzeln oder in kleinen Gruppen. Die Fruchtkörper finden sich vor allem von Sommer bis Herbst.
Speisewert
Vom Verzehr wird dringend abgeraten. Kleine Schirmlinge der Gattung Lepiota enthalten teils gefährliche Gifte; Verwechslungen sind möglich. Der Pilz riecht so unangenehm, dass sich eine Verwendung in der Küche von selbst verbietet. Mit dem essbaren Parasol hat diese Art nur eine entfernte Ähnlichkeit.
Giftigkeit
Ungeniessbar bis giftverdächtig – wegen unsicherer Einordnung und Verwechslungsgefahr nicht sammeln.
Der Rauhe Schirmling (Lepiota aspera) gilt als ungeniessbar bis giftverdächtig. In der Gattung Lepiota kommen mehrere hochgiftige Arten vor, darunter solche mit potenziell lebensgefährlichen Inhaltsstoffen. Auch wenn für diese Art keine gesicherten schweren Vergiftungen dokumentiert sind, wird aufgrund der Verwechslungsgefahr und der unsicheren toxikologischen Einordnung vom Verzehr ausdrücklich abgeraten.
Zudem sind bei einzelnen Schirmlingsarten Unverträglichkeitsreaktionen, insbesondere in Verbindung mit Alkohol, beschrieben. Der Rauhe Schirmling ist daher kein Speisepilz und sollte nicht gesammelt werden.
Gattungsmerkmale
Die Gattung Lepiota umfasst zahlreiche Arten mit kleinen bis mittelgrossen, zum Teil durch ein Velum hübsch verzierten Fruchtkörpern. Diese leben als Saprophyten am Erdboden und bevorzugen humusreiche, feuchte Standorte. Einige der kleineren Arten können schwere Vergiftungen hervorrufen.
Gemeinsame Merkmale der Schirmlinge sind die weissen bis weisslichen Lamellen. Der Stiel trägt häufig einen häutigen Ring oder zumindest eine Ringzone; dieser ist jedoch nie beweglich, im Gegensatz zu den Riesenschirmlingen (Macrolepiota). Das weisse Sporenpulver ist dextrinoid. Die Sporen sind elliptisch bis spindelig oder besitzen einen seitlichen Sporn; ein Keimporus fehlt.
Achtung:
Die Gattung Lepiota umfasst zahlreiche giftige bis tödlich giftige Arten. Kleine, weisslamellige Schirmlinge sollten grundsätzlich nicht für Speisezwecke gesammelt werden.
FAQ – Häufige Fragen zum Rauhen Schirmling
Ist der Rauhe Schirmling essbar?
Nein. Vom Verzehr wird dringend abgeraten. Der Rauhe Schirmling (Lepiota aspera) ist ungeniessbar und die Gattung Lepiota umfasst teils gefährlich giftige Arten – Verwechslungen sind möglich.
Ist der Rauhe Schirmling giftig?
Der Verzehr wird nicht empfohlen. In der Gattung Lepiota gibt es Arten mit gefährlichen Inhaltsstoffen; zudem können Verwechslungen mit anderen kleinen Schirmlingen vorkommen.
Woran erkennt man den Rauhen Schirmling?
Typische Merkmale sind der grob schuppige Hut mit kegelig aufgerichteten Schuppen, die oft gegabelten Lamellen sowie der unangenehme, gasähnliche Geruch.
Kann man den Rauhen Schirmling mit dem Parasol verwechseln?
Eine gewisse Ähnlichkeit besteht nur oberflächlich. Der essbare Parasol (Macrolepiota procera) ist deutlich grösser, besitzt einen verschiebbaren Ring und riecht angenehm.
Wo wächst der Rauhe Schirmling?
Die Art wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie an Waldrändern auf humusreichen Böden und erscheint meist von Sommer bis Herbst.
Fazit
Der Rauhe Schirmling ist ein auffälliger, aber nicht essbarer und potenziell riskanter Schirmling, der nur für Bestimmungszwecke interessant ist.
Letzte Änderung: 13.02.2026 / © W. Arnold



