Wohlriechender Korkstacheling - Hydnellum suaveolens
Synonyme: Sarcodon gravis, Hydnum boreale, Phaeodon suaveolens
Der Wohlriechende Korkstacheling (Hydnellum suaveolens) ist ein seltener Stachelpilz (Familie Bankeraceae). Typisch ist der oft deutlich wahrnehmbare Duft nach Anis oder Pfefferminze, der dem Pilz den deutschen Namen gegeben hat.
Die Art wächst bevorzugt in montanen bis subalpinen Nadelwäldern, besonders in älteren Fichtenbeständen auf sauren Böden. Wie viele Korkstachelinge bildet Hydnellum suaveolens Mykorrhiza und gilt als ökologisch anspruchsvoll. Entsprechend wird er in vielen Regionen als selten bzw. schützenswert angesehen.
Für die Küche ist der Wohlriechende Korkstacheling nicht geeignet (zäh, bitter). Sein Wert liegt vor allem in der sicheren Bestimmung, der Dokumentation seltener Arten und als Hinweis auf naturnahe, wenig gestörte Waldstandorte.
Beschreibung des Pilzes
Hut
4–9 cm Ø, fleischig-korkig und dick, zunächst kreiselförmig bis gewölbt, später flach; meist höckerig. Oberfläche weisslich mit grau-bläulichen Farbtönen.Stacheln
Fein und kurz, deutlich herablaufend; anfangs bläulich, später bräunend.Stiel
Kurz und gedrungen, dick, filzig; zunächst bläulich, später bräunend.Fleisch
Weisslich, korkig, später hart. Im Schnitt deutlich gezont mit konzentrischen, bläulichen Zonen, im Stiel dichter ausgeprägt. Geruch stark anisartig, unangenehm.Geruch / Geschmack
Geruch nach Pfefferminze und Anis; Geschmack mild bis bitterlich.Sporen
Elliptisch bis rundlich, mit dicken Warzen, dadurch eckig wirkend; 5–7 × 4–5 µm. Sporenpulver graugelblich.Verwechslung
Der Wohlriechende Korkstacheling (Hydnellum suaveolens) kann mit anderen Korkstachelings-Arten der Gattung Hydnellum verwechselt werden.
- Scharfer Korkstacheling (Hydnellum peckii): Jung oft mit charakteristischen blutroten Tropfen („Bluttränen“) auf der hellen Hutoberfläche. Geschmack deutlich scharf; Geruch weniger ausgeprägt.
- Bitterer Korkstacheling (Hydnellum ferrugineum): Meist dunkler gefärbt, ohne blutrote Exsudattropfen und ohne bläuliche Farbtöne. Geruch schwach, Geschmack bitter.
- Weitere Korkstachelinge: Die Abgrenzung erfolgt über Geruch, Hutfarbe, Stachelfarbe, Fleischstruktur und Sporenmerkmale.
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal von Hydnellum suaveolens ist der intensive anis- bis pfefferminzartige Geruch, der bei ähnlichen Arten fehlt oder deutlich schwächer ist.
Vorkommen
Der Wohlriechende Korkstacheling (Hydnellum suaveolens) wächst in montanen bis subalpinen Nadelwäldern, vor allem bei Fichte, seltener bei Tanne.
Bevorzugt werden saure, nährstoffarme Böden. Die Art erscheint meist einzeln oder in kleinen Gruppen.
Fruktifikation von Spätsommer bis Herbst. In Mitteleuropa selten, regional stark rückläufig und in vielen Gebieten als schutzwürdig eingestuft.
Pilzschutz
Der Wohlriechende Korkstacheling (Hydnellum suaveolens) gilt in der Schweiz als seltene und schutzwürdige Art. Wie viele Korkstachelinge reagiert er empfindlich auf Habitatverlust, Bodenverdichtung und Nährstoffeintrag.
In mehreren Kantonen unterliegt die Art dem regionalen Pilzschutz. Das Sammeln ist deshalb nicht erlaubt oder dringend zu unterlassen.
Zum Schutz der Bestände sollten Fruchtkörper nicht entnommen, beschädigt oder zertreten werden. Beobachtungen können stattdessen dokumentiert und gemeldet werden (z. B. an kantonale Fachstellen oder mykologische Kartierungsprojekte).
FAQ – Kurz & kompakt
Ist der Wohlriechende Korkstacheling essbar?
Nein. Der Wohlriechende Korkstacheling (Hydnellum suaveolens) ist ungeniessbar und hat keine Bedeutung als Speisepilz.
Woran erkennt man ihn sicher?
Am intensiven Geruch nach Anis oder Pfefferminze in Kombination mit Stacheln statt Lamellen und dem Wachstum im Nadelwald.
Ist die Art geschützt?
Ja. In der Schweiz gilt die Art als selten und schutzwürdig; das Sammeln ist regional verboten oder dringend zu unterlassen.
Letzte Änderung: 09.02.2026 / © W. Arnold



