Schopftintling - Coprinus comatus
Volksname: Spargelpilz, Porzellantintling, Tintenpilz, Tintenschopfling.
Der Schopftintling (Coprinus comatus) zählt zu den bekanntesten und auffälligsten
Tintlingsarten Mitteleuropas. Mit seinem weissen, schuppigen Hut und der typischen Selbstauflösung zu einer
schwarzen, tintenartigen Masse ist er oft gut erkennbar. Als junger Pilz gilt er als Speisepilz, muss jedoch
sehr frisch verarbeitet und sicher bestimmt werden.
Nachfolgend werden Merkmale, Vorkommen, Verwechslungsmöglichkeiten sowie Hinweise zum Speisewert beschrieben.


Beschreibung des Pilzes
Hut
Weiss bis cremefarben, dicht mit abstehenden, oft zottigen Schuppen bedeckt, am Scheitel meist leicht bräunlich. Der Hut ist jung walzen- bis eiförmig, später glockig ausbreitend und beginnt vom Rand her rasch zu zerfliessen. Höhe des geschlossenen Hutes etwa 5–12 cm.
Lamellen
Zunächst weiss, später rosa gefärbt und schliesslich schwarz. Die Lamellen sind sehr dicht stehend, frei bis schwach angeheftet und zerfliessen bei Reife zu einer tintenartigen Masse.
Stiel
Weiss, zylindrisch, hohl und relativ schlank, mit einem beweglichen, gürtelartigen Ring, der im Alter häufig abfällt. Die Stielbasis ist oft leicht knollig und manchmal etwas wurzelnd.
Fleisch
Weiss, im Hut weich und zart, im Stiel etwas faserig bis zäh. Sehr vergänglich.
Geruch und Geschmack
Angenehm, mild bis leicht würzig, ohne auffällige Geruchsnoten.
Sporen
Elliptisch bis eiförmig, etwa 10–15 × 6–8 µm gross. Sporenpulver schwarz.
Verwechslung
Der Schopftintling darf nicht mit dem Faltentintling (Coprinus atramentarius) verwechselt werden. Dieser kann in Verbindung mit Alkohol Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Beide Arten wachsen an ähnlichen Standorten, unterscheiden sich jedoch deutlich im Erscheinungsbild, insbesondere durch den fehlenden schuppigen Hut beim Faltentintling.
Eine kleinere, eiförmige Wuchsform des Schopftintlings wird von einigen Autoren als »Eiertintling« abgetrennt. Aufgrund der grossen Variabilität von Coprinus comatus erscheint diese taxonomische Abtrennung jedoch nicht sinnvoll.
Der Ring-Tintling (Coprinus sterquilinus) ähnelt durch den vorhandenen Stielring einer Zwergform des Schopftintlings. Er wächst bevorzugt auf Mist, ist ungeniessbar und lässt sich mikroskopisch eindeutig durch seine deutlich grösseren Sporen (17–22 × 10–13 µm) unterscheiden.
Ebenfalls erwähnt werden sollte der auffällige Specht-Tintling (Coprinus picaceus) . Er besitzt einen schwarzbraunen Hut mit kräftigen, weissen Velumflocken, die an ein Spechtgefieder erinnern. Man findet ihn gelegentlich in Buchenwäldern auf Kalkböden. Für die Küche ist er nicht geeignet.
Vorkommen
Der Schopftintling wächst bevorzugt auf stickstoffreichen Böden. Man findet ihn häufig auf gedüngten Wiesen, Feldern, Wegrändern, in Parks, Gärten sowie an Waldrändern. Auch Schuttplätze und andere ruderal beeinflusste Standorte werden besiedelt.
Die Art ist weit verbreitet und tritt oft gesellig bis in grösseren Gruppen auf. Die Fruchtkörper erscheinen überwiegend von Mai bis November, abhängig von Witterung und Bodenfeuchte.
Bemerkungen
Die etwa 90 Arten umfassende Gattung Coprinus besteht aus sehr zarten, von winzig bis grossen, meist kurzlebigen Pilzen. Alle Tintlinge sind Saprophyten, viele Arten sind zudem coprophil (dungliebend).
Besonders charakteristisch ist die mit der Reife einsetzende Selbstauflösung der Fruchtkörper. Dabei zerfliessen die Hüte teilweise zu einer schwarzen, tintenartigen Masse, worauf auch der deutsche Name der Gattung zurückgeht.
Die wenigen nicht zerfliessenden Tintlinge, etwa Coprinus disseminatus, lassen sich von ähnlichen Psathyrella-Arten durch ihren deutlich radial gefalteten Hut unterscheiden. Das Sporenpulver ist schwarz bis schwarzbraun; die Sporen sind glatt oder rau und besitzen einen ausgeprägten Keimporus.
Speisewert
Der Schopftintling gilt für viele als schmackhafter Speisepilz. Er ist jedoch nur in sehr jungem Zustand genussfähig, solange die Lamellen noch weiss sind und keine rosa Farbtöne zeigen.
Um die rasch einsetzende Reifung nach dem Sammeln etwas zu verlangsamen, kann der Stiel durch leichtes Drehen vom Hut getrennt werden. Dennoch sollte der Pilz möglichst frisch verarbeitet werden.
Nach meiner persönlichen Einschätzung besitzt der Schopftintling einen leicht muffigen Eigengeschmack und erfordert eine gezielte Zubereitung. Es gibt aus kulinarischer Sicht deutlich bessere Speisepilze.
FAQ – Häufige Fragen zum Schopftintling
Ist der Schopftintling essbar?
Ja, der Schopftintling (Coprinus comatus) gilt als Speisepilz, jedoch nur im sehr jungen Zustand, solange die Lamellen noch weiss sind.
Wann ist der Schopftintling nicht mehr geniessbar?
Sobald die Lamellen rosa werden oder sich bereits schwarz verfärben bzw. der Pilz zu zerfliessen beginnt, ist er nicht mehr zum Essen geeignet.
Kann man Schopftintling zusammen mit Alkohol essen?
Im Gegensatz zum Faltentintling (Coprinus atramentarius) ist beim Schopftintling keine Alkohol-Unverträglichkeit bekannt. Wichtig ist dennoch: nur junge, frische Fruchtkörper verwenden und gut erhitzen.
Mit welchem Pilz wird der Schopftintling am häufigsten verwechselt?
Am ehesten besteht Verwechslungsgefahr mit dem Faltentintling (Coprinus atramentarius) , der in Verbindung mit Alkohol Vergiftungserscheinungen auslösen kann.
Letzte Änderung: 01.02.2026 / © W. Arnold



