Gelbe Kraterelle (Craterellus lutescens)
Volksname: Starkriechender Trompetenpfifferling, Wohlduftender Pfifferling, Gelbe Kraterelle, Duftender Gabeling, Goldstieliger Leistling.
Synonyme: Cantharellus aurora
Die Gelbe Kraterelle (Craterellus lutescens, früher Cantharellus lutescens) ist ein essbarer Leistling der Nadel- und Mischwälder. Sie wächst bevorzugt auf feuchten, oft moosigen Standorten und erscheint meist im Spätsommer und Herbst. Charakteristisch sind ihr schlanker, hohler Stiel, die schwach ausgebildeten Leisten sowie der auffallend fruchtige Geruch nach Mirabellen, der sie von ähnlichen Arten gut unterscheidet.
VIDEO: Schöne, frische Kraterellen:
Eigenes Video: Gelbe Kraterelle (Craterellus lutescens) – Habitus, Leistenstruktur und Standort im natürlichen Lebensraum.
Beschreibung des Pilzes
Hut
2–8 cm breit, braun bis graubraun, anfangs genabelt, bald trichterförmig mit durchbohrter Mitte; dünnfleischig, mit wellig-flatterigem Rand.
Fruchtschicht
Orangerosa, zunächst beinahe glatt; später mit wenig erhöhten, gabelig verzweigten und herablaufenden Leisten.
Stiel
Hoch und schlank, leuchtend orangegoldgelb, oft breitgedrückt und rinnig; hohl.
Fleisch
Weisslich, nach aussen hin gelblich, zerbrechlich.
Geruch / Geschmack
Sehr intensiver, fruchtartiger Geruch (frisch gepflückt), erinnernd an Erdbeeren oder Mirabellen. Bei grösseren Mengen besonders ausgeprägt und unverwechselbar.
Sporen
Elliptisch bis eiförmig, 9–12 × 6–8 µm. Sporenpulver hellgelblich.
Verwechslung
Eine Verwechslung ist höchstens mit dem Trompetenpfifferling (Craterellus tubaeformis) möglich.
Dieser unterscheidet sich jedoch durch sein meist graugelbliches bis graubraunes Hymenium, schwächer gefärbte Leisten sowie den fehlenden, intensiv fruchtigen Geruch. Die Gelbe Kraterelle fällt dagegen durch ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Stiel und den charakteristischen Geruch nach Mirabellen deutlich auf.
Vorkommen
Die Gelbe Kraterelle kommt vor allem in Nadel- und Mischwäldern vor und bevorzugt kalkhaltige Böden. Besonders in Gebirgsnadelwäldern ist sie anzutreffen, wo sie an feuchten, moosreichen Standorten wächst.
Die Fruktifikationszeit reicht in der Regel von August bis November. Lokal kann die Art recht häufig sein und gelegentlich in grösseren Beständen auftreten, wird jedoch insgesamt als rückläufig eingeschätzt.
Als mögliche Ursachen für den Bestandsrückgang gelten ihre hohe Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen sowie Störungen der Standorte, etwa durch häufiges Betreten der Fundorte. Eine schonende Behandlung der Wuchsplätze ist daher für den Erhalt der Bestände wichtig.
Bemerkungen
Die Gelbe Kraterelle gilt als sehr guter, aromatischer Speisepilz. Besonders charakteristisch ist der intensive Duft frischer Fruchtkörper, der häufig als fruchtig beschrieben wird.
Aufgrund ihres ausgeprägten Aromas eignet sich die Gelbe Kraterelle sehr gut zum Trocknen. Getrocknet behalten die Pilze ihren Duft weitgehend und können vielseitig in der Küche verwendet werden.
Häufige Fragen zur Gelben Kraterelle
Ist die Gelbe Kraterelle essbar?
Ja. Die Gelbe Kraterelle gilt als sehr guter, aromatischer Speisepilz und sollte stets gut erhitzt verzehrt werden.
Woran erkennt man die Gelbe Kraterelle?
Typisch sind der leuchtend gelbe bis orangefarbene Stiel, die schwach ausgebildeten Leisten sowie der intensiv fruchtige Geruch nach Mirabellen.
Gibt es gefährliche Verwechslungen?
Gefährliche Verwechslungen sind nicht bekannt. Am ehesten kann sie mit dem Trompetenpfifferling verwechselt werden, der jedoch keinen ausgeprägt fruchtigen Geruch besitzt.
Letzte Änderung: 05.02.2026 / © W. Arnold



