Kaiserling (Amanita caesarea)

Volksname: Kaiserpilz, Orangegelber Wulstling

Der Kaiserling (Amanita caesarea), auch Kaiserpilz oder Orangegelber Wulstling genannt, zählt zu den bekanntesten und begehrtesten Speisepilzen Europas. Bereits in der Antike galt er als Delikatesse und verdankt seinen Namen der besonderen Wertschätzung durch die römischen Kaiser.

Charakteristisch sind der leuchtend orange bis goldorange Hut, die gelben Lamellen sowie die weisse, sackartige Volva an der Stielbasis. Der Kaiserling ist ein wärmeliebender Mykorrhizapilz, der bevorzugt in lichten Eichenwäldern wächst und nördlich der Alpen nur sehr selten vorkommt.

Trotz seines hervorragenden Speisewerts ist beim Sammeln grösste Vorsicht geboten. Innerhalb der Gattung Amanita finden sich hochgiftige Arten, insbesondere der Fliegenpilz und der Grüne Knollenblätterpilz . Eine sichere Bestimmung ist daher unerlässlich; bei Unsicherheit sollte stets eine Pilzkontrollstelle konsultiert werden.

Kaiserling (Amanita caesarea) mit orangefarbenem Hut und gelben Lamellen im Gras
GPL, Link

Gruppe von Kaiserlingen (Amanita caesarea) am Standort
By Yaqui - Self-photographed, CC BY-SA 3.0, Link

Beschreibung des Pilzes

Hut

Der Hut kann einen Durchmesser von bis zu 18 cm erreichen. Er ist orangebraun, goldgelb oder orangerot und gelegentlich mit weissen, flächigen Velumschüppchen bedeckt.

Lamellen

Die Lamellen sind jung eher hellgelb und verfärben sich mit zunehmendem Alter nach goldgelb.

Stiel

Der Stiel ist auf gelblichem Grund orange genattert und mit einer dauerhaften, ungerieften, gelblichen Manschette versehen. Der bis zu 15 cm hohe Stiel steckt in einer sackartigen, lappigen und dickhäutigen weissen Volva. Im jungen Zustand ist der Pilz vollständig vom Velum eingehüllt.

Fleisch

Das Fleisch ist weiss, unter der Huthaut gelblich bis rötlich-orange und damit ähnlich wie beim Fliegenpilz.

Geruch/Geschmack

Der Geruch ist angenehm, der Geschmack ist mild und nussartig.

Sporen

Sporenpulver weiss (8–18 × 6–15 µm).

Verwechslung

Der Kaiserling (Amanita caesarea) gehört zur Gattung der Wulstlinge (Amanita), in der sich neben sehr guten Speisepilzen auch hochgiftige bis tödlich giftige Arten befinden. Eine sichere Bestimmung ist daher zwingend erforderlich.

Am häufigsten wird der Kaiserling mit dem Fliegenpilz verwechselt. Dieser unterscheidet sich jedoch eindeutig durch seine weissen Lamellen, den weissen Stiel sowie durch die fehlende sackartige Volva. Beim Fliegenpilz ist die Knolle warzig, nicht häutig umschlossen.

Besonders gefährlich ist eine mögliche Verwechslung mit dem Grünen Knollenblätterpilz . Dieser besitzt ebenfalls eine Volva, hat jedoch stets weisse Lamellen und einen olivgrünen bis gelblichen Hut. Der Grüne Knollenblätterpilz zählt zu den tödlich giftigen Pilzen Europas.

Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal des Kaiserlings sind die durchgehend gelben Lamellen und der gelbliche Stiel in Kombination mit dem leuchtend orangefarbenen Hut. Fehlt eines dieser Merkmale, sollte der Pilz keinesfalls gesammelt werden.

Aufgrund der Seltenheit des Kaiserlings nördlich der Alpen sowie der hohen Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten wird dringend empfohlen, gefundene Exemplare stets von einer amtlichen Pilzkontrollstelle überprüfen zu lassen.

Vorkommen

Der Kaiserling (Amanita caesarea) ist ein Mykorrhizapilz, der in enger Symbiose vor allem mit Eichen lebt. Bevorzugt werden warme, lichte Laubwälder auf kalkhaltigen, gut durchlüfteten Böden.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kaiserlings liegt im Mittelmeerraum sowie in wärmeren Regionen Südeuropas. In Mitteleuropa kommt die Art nur sehr selten vor und ist nördlich der Alpen auf begünstigte Wärmeinseln beschränkt.

In der Schweiz gilt der Kaiserling als ausgesprochene Rarität. Funde sind vereinzelt aus klimatisch begünstigten Lagen bekannt, bleiben jedoch die Ausnahme. Entsprechend ist der Kaiserling in vielen Regionen geschützt oder unterliegt strengen Schonbestimmungen.

Die Fruchtkörper erscheinen meist von Juni bis September, abhängig von Witterung und Standort. Längere Wärmeperioden mit ausreichender Bodenfeuchte begünstigen die Ausbildung der charakteristischen Fruchtkörper.

Speisewert

Der Kaiserling (Amanita caesarea) gilt als einer der edelsten Speisepilze Europas und wurde bereits in der Antike hoch geschätzt. Sein mildes, leicht nussiges Aroma sowie die feste Konsistenz machen ihn kulinarisch besonders begehrt.

In südlichen Ländern wird der Kaiserling traditionell auch roh oder nur leicht gegart verzehrt. Aus pilzkundlicher Sicht ist davon jedoch abzuraten. Wie bei allen Arten der Gattung Amanita sollte der Verzehr grundsätzlich nur gut erhitzt erfolgen.

Nördlich der Alpen ist der Kaiserling sehr selten und steht in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, unter strengem Schutz. Ein Sammeln ist dort nicht erlaubt. Auch in der Schweiz sollten regionale Schutzbestimmungen und Schonregeln beachtet werden.

Aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr mit giftigen und tödlich giftigen Wulstlingen, insbesondere dem Grünen Knollenblätterpilz , ist der Kaiserling kein Pilz für Anfänger. Der Verzehr sollte ausschliesslich nach sicherer Bestimmung und idealerweise nach Kontrolle durch eine amtliche Pilzkontrollstelle erfolgen.

FAQ – Häufige Fragen zum Kaiserling

Ist der Kaiserling essbar?

Ja. Der Kaiserling (Amanita caesarea) gilt als sehr guter Speisepilz. Wichtig ist eine sichere Bestimmung – bei Unsicherheit niemals verzehren und eine Pilzkontrollstelle beiziehen.

Woran erkennt man den Kaiserling sicher?

Typisch sind der orange bis goldorange Hut, gelbe Lamellen, ein gelblicher Stiel sowie die weisse, sackartige Volva an der Stielbasis.

Wie unterscheidet sich der Kaiserling vom Fliegenpilz?

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) hat weisse Lamellen und einen weissen Stiel/Ring. Ausserdem besitzt er keine sackartige Volva, sondern eine warzige Knolle. Beim Kaiserling sind die Lamellen gelb und die Volva sackartig.

Wo kommt der Kaiserling vor?

Der Kaiserling ist ein Mykorrhizapartner der Eiche und vor allem in mediterranen Gegenden verbreitet. Nördlich der Alpen ist er in der Schweiz, Österreich und Deutschland sehr selten.

Darf man den Kaiserling sammeln?

Regional können Schutzbestimmungen gelten. In Deutschland ist der Kaiserling besonders geschützt und darf nicht gesammelt werden. Bitte lokale Regeln beachten.

Letzte Änderung: 03.02.2026 / © W. Arnold