Rooibos, Rooibos-Tee - Aspalathus linearis
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Rooibos, auch Rotbusch oder Roibusch genannt, ist eine in Südafrika heimische Pflanzenart, deren junge Zweige und nadelartigen Blätter zu Rooibostee verarbeitet werden. Das Getränk ist koffeinfrei und als Haustee weit verbreitet. Eine anerkannte medizinische Anwendung besteht nicht.
Synonyme: Rooibostee, Rotbuschtee, Roibuschtee, Massaitee.

Von Winfried Bruenken, CC BY-SA 2.5, Link
VORKOMMEN
Rooibos ist im westlichen und nordwestlichen Teil der südafrikanischen Kapregion heimisch. Natürlich wächst die Art auf sandigen, nährstoffarmen Böden, vor allem in Gebieten der Cederberg-Region. Für die Teegewinnung werden selektierte Formen kultiviert.
MERKMALE
Rooibos ist ein variabler, fein verzweigter Strauch, der meist etwa 1 bis 2 Meter hoch wird. Die jungen Zweige sind oft rötlich gefärbt. Die Blätter sind wechselständig, sehr schmal, weich und nadelartig.
Die gelben Schmetterlingsblüten erscheinen im südafrikanischen Frühling bis Frühsommer. Aus ihnen entstehen kleine Hülsenfrüchte mit meist ein bis zwei harten Samen.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Verwendet werden die geernteten, zerkleinerten und getrockneten jungen Zweige und Blätter. Im Handel findet sich vor allem fermentierter Rooibos mit der typischen rotbraunen Farbe; daneben gibt es auch unfermentierten, sogenannten grünen Rooibos.
WIRKSTOFFE
Typisch sind Polyphenole und Flavonoide, insbesondere Aspalathin und Nothofagin sowie C-Glykosylflavone wie Orientin und Isoorientin. Hinzu kommen Flavonolglykoside wie Isoquercitrin und Quercitrin.
Daneben wurden geringe Mengen ätherischer Aromastoffe sowie Gerbstoffe, saure Polysaccharide und Mineralstoffe beschrieben. Rooibos ist koffeinfrei.
PHARMAKOLOGIE
In experimentellen Untersuchungen zeigen Rooibos-Inhaltsstoffe antioxidative und teils entzündungsmodulierende Eigenschaften. Besonders Aspalathin steht im Mittelpunkt der pharmakologischen Forschung.
Diese Daten sind jedoch überwiegend präklinisch. Aus In-vitro- und Tierdaten allein lässt sich keine gesicherte therapeutische Wirksamkeit beim Menschen ableiten.
EVIDENZ
Traditionell wird Rooibos vor allem als koffeinfreier Haustee verwendet, nicht als klar definierte Arzneipflanze. Eine pharmakologische Plausibilität besteht aufgrund des Gehalts an Polyphenolen und anderer antioxidativ aktiver Inhaltsstoffe. Die klinische Evidenz beim Menschen ist jedoch begrenzt und uneinheitlich; aus den bisher publizierten Humanstudien lässt sich keine anerkannte medizinische Anwendung ableiten.
- Afrifa et al. (2023), Nutrients – Übersichtsarbeit zu gesundheitlichen Effekten von Rooibos beim Menschen; klinische Daten insgesamt begrenzt.
- Speer et al. (2024), Beverages – systematische Übersichtsarbeit; mögliche Effekte vor allem auf kardiometabolische Marker, aber zu wenige und heterogene Studien für belastbare therapeutische Aussagen.
- Johnson et al. (2018), Molecules – Review zu Aspalathin als bioaktivem Leitinhaltsstoff mit Schwerpunkt präklinische Daten.
ANWENDUNG
Rooibos wird in erster Linie als koffeinfreier Kräutertee beziehungsweise als Genussmittel verwendet. Die traditionelle Nutzung betrifft vor allem den Alltag als milder Haustee.
Belastbar anerkannte medizinische Anwendungen sind nicht etabliert. Aussagen zu spezifischen therapeutischen Effekten sollten deshalb zurückhaltend formuliert werden.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Für die Zubereitung als Tee werden etwa 2 g bis 2,5 g geschnittener Rooibos mit ungefähr 150 mL kochendem Wasser übergossen. Anschliessend lässt man den Tee einige Minuten ziehen und seiht ihn ab.
SICHERHEIT
Rooibos gilt als übliches Lebensmittel beziehungsweise Heissgetränk im Allgemeinen als gut verträglich. Für eine arzneiliche Anwendung mit definierter Dosierung und Indikation liegt jedoch keine etablierte europäische Monographiebasis vor.
Zu beachten ist, dass Tees und Kräutertees durch mitgeerntete Fremdpflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden verunreinigt sein können. Das betrifft nicht den Rooibos als solchen, sondern ein Qualitätsproblem der Ernte und Verarbeitung.
STATUS
- Kommission E: keine Monographie vorhanden
- ESCOP: keine Monographie vorhanden
- HMPC: keine Monographie vorhanden
GARTEN
Rooibos ist an die besonderen Standortbedingungen der südafrikanischen Kapregion angepasst. Für den gewöhnlichen Gartenanbau in Mitteleuropa spielt die Art praktisch keine Rolle. Rooibos ist an warme, trockene Standorte mit sandigen Böden angepasst. Unter mitteleuropäischen Bedingungen gelingt die Kultur nur eingeschränkt.
SONSTIGES
Der planmässige Anbau von Rooibos entwickelte sich im 20. Jahrhundert in Südafrika. Heute ist Rooibos international ein bekanntes Exportprodukt.
Bei Qualitätsdiskussionen ist vor allem die mögliche Verunreinigung mit Pyrrolizidinalkaloiden zu nennen. Diese Stoffe stammen nicht aus Rooibos selbst, sondern aus unbeabsichtigt mitgeernteten Fremdpflanzen.
ÄHNLICHE HEILPFLANZEN
- Teestrauch (Camellia sinensis) – klassische Teepflanze für grünen und schwarzen Tee, im Gegensatz zu Rooibos koffeinhaltig.
- Griechischer Bergtee (Sideritis spp.) – traditionell als Kräutertee verwendete Pflanzen mit anderer botanischer Herkunft und anderer Evidenzlage.
FAQ
- Hat Rooibos eine anerkannte medizinische Anwendung?
Nein. Rooibos wird vor allem als koffeinfreier Kräutertee verwendet; eine anerkannte medizinische Anwendung besteht nicht. - Ist Rooibos koffeinfrei?
Ja. Rooibos enthält kein Koffein. - Welche Stoffe sind typisch für Rooibos?
Charakteristisch sind vor allem Aspalathin, Nothofagin und weitere Polyphenole. - Wie gut ist die Studienlage?
Die Humanstudien sind begrenzt und heterogen. Präklinische Daten sind zahlreicher als klinische Untersuchungen. - Gibt es Sicherheitsaspekte?
Zu beachten sind mögliche Verunreinigungen mit Pyrrolizidinalkaloiden aus mitgeernteten Fremdpflanzen; dies ist vor allem ein Qualitätsproblem.
Letzte Änderung: 19.04.2026 / © W. Arnold