Aralia racemosa – Amerikanische Aralie
Vorkommen | Merkmale | Drogen | Wirkstoffe | Pharmakologie | EVIDENZ | Anwendung | Zubereitung und Dosierung | Sicherheit | Status | Garten | Sonstiges | Ähnliche Heilpflanzen | FAQ
Die Amerikanische Aralie hat keine anerkannte medizinische Anwendung. Traditionell wurde die Wurzel vor allem bei Erkältungskrankheiten, chronischem Husten und anderen Beschwerden der Atemwege verwendet. Die klinische Evidenz ist begrenzt.
Aralia racemosa L. (syn. Aralia arizonica, Aralia bicrenata).
Deutsche Namen: Amerikanische Aralie, Amerikanische Narde, Wilde Sarsaparilla, Traubige Aralie.


VORKOMMEN
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Aralie (Aralia racemosa) liegt in Nordamerika. Die Pflanze wächst vor allem in feuchten, nährstoffreichen Wäldern, an Waldrändern sowie an schattigen bis halbschattigen Standorten.
MERKMALE
Die Amerikanische Aralie ist eine ausdauernde, krautige und buschig wachsende Pflanze. Sie erreicht meist Wuchshöhen von etwa 1 bis 1,5 m, gelegentlich auch mehr. Gebildet werden kräftige Rhizome mit aromatischen Wurzeln. Die Stängel sind am Grund verholzt, kahl, gerillt und reich verzweigt. Die Blätter sind gross und mehrfach gefiedert; die Fiederblättchen sind oval und am Grund häufig herzförmig. Der Blütenstand ist rispig verzweigt; die kleinen, grünlich-weissen Blüten stehen in kugeligen Dolden.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Verwendet werden Rhizome und Wurzeln, traditionell als Aralia-racemosa-Wurzel bezeichnet. Geerntet werden die unterirdischen Teile vor allem im Sommer und Herbst; verwendet werden frische oder getrocknete, zerkleinerte Rhizome und Wurzeln.
Die Sammlung erfolgte traditionell aus Wildbeständen in Nordamerika. Die Pflanze ist grundsätzlich auch in unseren Breiten kultivierbar.
WIRKSTOFFE
Beschrieben sind geringe Mengen ätherisches Öl mit Mono- und Sesquiterpenen sowie Diterpene, darunter Verbindungen vom Kauren-Typ.
Weiter wurden Polyine beziehungsweise Polyacetylene beschrieben, darunter Falcarinon und verwandte Verbindungen.

Ausserdem kommen Triterpensaponine mit Sapogeninen der Oleanan- und Dammaran-Reihen vor. In weiteren Pflanzenteilen wurden unter anderem Chlorogensäure, β-Sitosterol und Ursolsäure beschrieben.
PHARMAKOLOGIE
Aufgrund des Saponingehaltes ist eine sekretolytische beziehungsweise reflektorisch expektorierende Wirkung bei Erkältungskrankheiten pharmakologisch plausibel. Darüber hinaus werden in der Literatur verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe mit potenziell biologischer Aktivität erwähnt. Eine klinisch gesicherte Wirksamkeit lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
EVIDENZ
Die traditionelle Anwendung der Amerikanischen Aralie betrifft vor allem Erkältungskrankheiten, Husten und andere Beschwerden der Atemwege. Pharmakologisch ist eine gewisse Plausibilität durch Saponine und weitere Inhaltsstoffe gegeben. Die klinische Evidenz ist jedoch begrenzt; belastbare kontrollierte Studien zur therapeutischen Wirksamkeit von Aralia racemosa liegen kaum vor.
- Clement et al. (2015), PubMed – Überblick zur medizinischen Chemie der Gattung Aralia und zu beschriebenen Inhaltsstoffklassen.
- French Pharmacopoeia: American Spikenard for homoeopathic preparations – pharmakopöische Beschreibung der unterirdischen Teile von Aralia racemosa; relevant vor allem für Identität und Qualität, nicht als Wirksamkeitsnachweis.
- Xu et al. (2022), PubMed – Review zu traditionellen Anwendungen, Phytochemie und Pharmakologie innerhalb der Gattung Aralia; die Übertragbarkeit auf Aralia racemosa ist nur eingeschränkt möglich.
ANWENDUNG
In der Volksheilkunde wurde Aralia-racemosa-Wurzel innerlich vor allem bei Erkältungskrankheiten, chronischem Husten und anderen Beschwerden der Atemwege verwendet. Historisch wurde sie teils auch ersatzweise anstelle von Sarsaparilla genannt. Eine anerkannte medizinische Anwendung ist daraus jedoch nicht abzuleiten.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Traditionell wurde die Droge als Aufguss verwendet, beispielsweise etwa 15 g auf 500 mL Wasser, über den Tag verteilt in kleineren Portionen. Da keine anerkannte medizinische Anwendung vorliegt, ist diese Angabe als historische beziehungsweise volksheilkundliche Dosierung zu verstehen.
SICHERHEIT
Für Aralia racemosa liegen nur begrenzte moderne Sicherheitsdaten vor. Mangels belastbarer klinischer Daten ist bei innerlicher Anwendung Zurückhaltung angezeigt. In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern sollte auf eine medizinische Anwendung verzichtet werden, sofern keine fachliche Empfehlung vorliegt.
STATUS
- Kommission E: keine Monographie vorhanden
- ESCOP: keine Monographie vorhanden
- HMPC: keine Monographie vorhanden
GARTEN
Die Amerikanische Aralie wird auch als Zierpflanze verwendet. Sie gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten. In Kultur bevorzugt sie humose, nährstoffreiche und eher frische Böden.
SONSTIGES
Anscheinend ist Aralia ein in Nordamerika gebräuchlicher Pflanzenname; racemosa stammt vom lateinischen racemus für „Traube“ und weist auf die traubig-rispigen Blütenstände hin.
Die Pflanze wurde historisch in der nordamerikanischen Volksheilkunde beschrieben. Heute steht sie eher als botanisch und pharmakognostisch interessante Art im Vordergrund als als wissenschaftlich gut belegte Arzneipflanze.
ÄHNLICHE HEILPFLANZEN
- Engelwurz (Angelica archangelica) – traditionell bei Verdauungsbeschwerden und Erkältungen verwendet.
- Ginseng (Panax ginseng) – gehört ebenfalls zur Familie der Araliengewächse und ist phytochemisch deutlich besser untersucht.
- Stechwinde (Smilax medica) – wurde historisch ähnlich wie Sarsaparilla als Wurzeldroge verwendet.
FAQ
- Hat die Amerikanische Aralie eine anerkannte medizinische Anwendung?
Nein. Für Aralia racemosa ist keine allgemein anerkannte medizinische Anwendung belegt. - Wofür wurde die Pflanze traditionell verwendet?
Vor allem bei Erkältungskrankheiten, Husten und anderen Beschwerden der Atemwege. - Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Verwendet werden vor allem Rhizome und Wurzeln. - Wie gut ist die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt?
Die Datenlage ist begrenzt; klinische Wirksamkeitsnachweise sind kaum vorhanden.
Letzte Änderung: 18.04.2026 / © W. Arnold

