Ballonerbse - Lessertia (Sutherlandia) frutescens

Lessertia frutescens (Syn. Colutea frutescens, Sutherlandia frutescens);
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Ballonerbse (Syn. Krebsstrauch).

Lessertia frutescens - Ballonerbse

Lessertia frutescens - Ballonerbse

Lessertia frutescens - Ballonerbse

VORKOMMEN

Der Krebsstrauch ist vor allem in den Wüsten des südlichen Afrikas (Südafrika, Namibia, Botswana) verbreitet. Lessertia ist eine Pionierpflanze und kann extreme Bedingungen ertragen. Die Pflanze wächst als erste Art an Stellen, wo noch keine andere Pflanzen gedeihen können. Dringen andere Pflanzenarten in diese Gebiete vor, verschwindet die Art.

MERKMALE

Bei der Ballonerbse handelt es sich um einen immergrünen Halbstrauch der Wuchshöhen von bis zu 1 m erreicht. Die schmalen, leicht behaarten, silbrig erscheinenden Fiederblätter und die auffälligen roten Schmetterlingsblüten, in zahlreichen Büscheln angeordnet, weisen auf die Zugehörigkeit zur Familie der Fabaceen hin. An den ballonartig aufgeblasenen, rot überlaufenen Fruchthülsen ist die Pflanze leicht zu erkennen

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Das zerkleinerte, getrocknete Kraut.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Als Hauptinhaltsstoffe enthält Sutherlandia zahlreiche Aminosäuren, wie z.B. L-Canavanin, daneben Pinitol und GABA, Gemische von bitteren Triterpenglykosiden und mehrere Flavanoide.

Canavanin - Inhaltsstoff der Ballonerbse

PHARMAKOLOGIE

L-Canavanin ist eine nicht proteinogene Aminosäure und fungiert als ein L-Arginin Antagonist. Die Wirkung beruht auf der Konkurrenz von L-Canavanin mit der essentiellen Aminosäure Arginin. Da die Enzyme des Organismus die beiden Aminosäuren nicht voneinander unterscheiden können, wird die falsche Aminosäure in entstehende Aminosäureketten (ungefaltete Proteine) eingebaut. Dann kann keine korrekte Faltung erfolgen, was zum Ausfall der Proteinfunktion führt.
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Antivirale (unter anderem gegen Grippe-Viren), antimikrobiell, antifugale und antitumoröse Eigenschaften konnten nachgewiesen werden (Quelle unklar!) und erklären die erfolgreiche Anwendung von Sutherlandia in der Krebstherapie.
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Pinitol ist für die antidiabetische Wirkung verantwortlich und kann zur Therapie des Kräfteverfalls bei Krebs- und AIDS-Patienten eingesetzt werden (siehe auch Uncaria tomentosa - Katzenkralle).
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Die Ballonerbse enthält das so genannte GABA (Gamma-Amino-Buttersäure), die eine nicht essentielle Aminosäure ist. Möglicherweise kann die stimmungsaufhellende und die das Wohlgefühl steigernde Wirkung von Sutherlandia mit dem Vorhandensein von GABA begründet werden.
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Die Triterpenoide wirken stark vitalisierend bzw. tonisierend.

ANWENDUNG

Als Teeabkochung max. 2 g Droge pro Tag. Es sind auch Tabletten im Handel.

STATUS

SICHERHEIT

Gemäss den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation für die Bewertung pflanzlicher Arzneimittel wird die Droge als sicher eingestuft, da die Geschichte der sicheren Anwendung in Südafrika weit in die Vergangenheit zurückreicht. Es sind keine schweren unerwünschten Nebenwirkungen dokumentiert. Es existieren lediglich vereinzelte Berichte über einen leichten diuretischen Effekt, Durchfall, Verstopfung und trockene Mundschleimhaut nach Einnahme von Sutherlandia. L-Canavanin kann an Stelle von Arginin in Proteine eingebaut werden, was bei längerer Anwendung zu Autoimmunkrankheiten führen kann. So kann ein Lupus erythematodes auftreten. Darüber hinaus gibt es Einzelberichte über Fehlbildungen und Fehlgeburten.

SONSTIGES

Die Einheimischen nutzen diese Art schon seit Jahrhunderten als vielfältig einsetzbares Heilmittel. Diese Pflanzenart wird von traditionellen Heilern zur Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems bei den verschiedensten Krankheiten eingesetzt.

Letzte Änderung: 19.09.2017 / © W. Arnold