Aronstab - Arum maculatum

Arum maculatum L. (syn. Arum immaculatum, A. italicum, A. orientale, A. pyrenaeum, A. trapezuntium, A. vulgara);
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Aronstab (syn. Aron, Aronsblume, Aronskelch, Aronskraut, Entenschnabel, Fieberwurz, Fresswurz, Frostwurz, Deutscher wilder Ingwer, Veronikenwurz, Zahnkraut, Zahnwurz).

Arum maculatum - Aronstab

Aronstab

VORKOMMEN

Der Gefleckte Aronstab kommt vor allem in der gemässigten Zone in unteren europäischen Gebirgslagen vor. In der Schweiz vor allem in den Voralpen und im Jura. Meist findet man ihn in feuchten Laubwäldern in der kollinen (bis montanen) Höhenstufe. Er liebt durchlässige kalkreiche Böden und kommt oft in Gemeinschaft mit anderen frühjahrblühenden Pflanzen der Krautschicht, wie Lungenkraut und Bärlauch, vor.

MERKMALE

Der Gefleckte Aronstab ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 40 cm erreicht. Dieser Geophyt besitzt ein horizontales, walnussgrosses, knolliges Rhizom als Überdauerungsorgan. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die grundständigen Laubblätter sind lang gestielt und 10 bis 20 cm lang. Die einfache Blattspreite ist breit pfeilförmig. Bei einigen Populationen besitzen die sattgrünen Blattspreiten dunkle Flecken (daher der Name).

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Ari maculati rhizoma (syn. Rhizoma Aronis, Radix Ari, Tubera Ari); Aronknollen (syn. Aronwurzel, Zehrwurzel), der Wurzelstock mit den Wurzeln.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Glucomannane: Glucomannan A (= Arum-Mannan M1), Glucomannan B (= Arum-Mannan M2) und ein Polysaccharid C .
Weitere Inhaltsstoffe: 18 % Bassorin, 0,5 % fettes Öl; Gummi und Zucker. Ca. 70 % Stärke. Die Anwesenheit von Isolektinen (PSA1 und PSA2 ist belegt. Nachgewiesen wurde ausserdem ein Lektin, welches spezifisch durch N-Acetyllactosamin gehemmt wird. Neuere Untersuchungen zeigen, daß sich die Lektine aus Untereinheiten von 12 bis 14 kD zusammensetzen Diese bilden wiederum den Hauptbestandteil der Wurzelstockproteine.

PHARMAKOLOGIE

Der Gefleckte Aronstab ist in allen Pflanzenteilen sehr stark giftig. Vor allem Kleinkinder sind durch den Genuss der Beeren gefährdet. Trotzdem sind nach der Literatur 60 % der gemeldeten Fälle symptomlos verlaufen, bei 40% traten Schleimhautreizungen auf, bei 20 % waren Magen und Darm betroffen. Die Haut reizende Wirkung wird wahrscheinlich durch Scharfstoffe und durch Calciumoxalatkristalle hervorgerufen, die durch ihre Raphidenbündel die Haut verletzen und das Eindringen der übrigen Giftstoffe ermöglichen. Schwerwiegende, auch tödliche Vergiftungen sind vor allem bei Weidevieh aufgetreten.

ANWENDUNG

Die Schulmedizin kennt den Aronstab heute nur noch als Giftpflanze.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Giftpflanze! - Keine Anwendung als Phytopharmaka.

HOMÖOPATHIE

Arum maculatum HAB1, die frischen, vor der Entwicklung der Blätter gesammelten unterirdischen Teile.
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Anwendungsgebiete: Erkrankungen der Atemwege sowie Kehlkopfkatarrh.

ARONSTAB IM GARTEN

Der Aronstab ist eine ideale Pflanze im Halbschatten oder sogar als Schattenpflanze. So kann er problemlos unter Bäumen gepflanzt werden. Die Pflanze bevorzugt dabei nährstoffreiche, leicht feuchte Böden, die vorab am besten mit frischem Humus angereichert werden. Der Aronstab ist pflegeleicht und eignet sich gut zum Verwildern. Haben Sie die Pflanze einmal im Garten angepflanzt, vermehrt sie sich von selbst. Eine Düngung ist prinzipiell nicht notwendig. Idealerweise kultiviert man den gefleckten Aronstab am Gehölzrand und unter laubabwerfenden Gehölzen. So erhalten sie im Sommer genügend Schatten und während der Austriebszeit ausreichend Licht.

Aronstab

SONSTIGES

Die durch auskochen entgifteten, stärkereichen Knollen dienten in Notzeiten als Nahrungsmittel.

Letzte Änderung: 29.04.2017 / © W. Arnold