Habichtspilz - Sarcodon imbricatum
Volksname: Fichtenhabichtspilz, Habichtsstacheling, Rehpilz, Habichtsstoppelpilz.
Synonyme: Hydnum cervinum, Sarcodon aspratus
Der Habichtspilz (Sarcodon imbricatum) ist ein markanter Stoppelpilz der Nadelwälder. Auffällig sind sein grob schuppiger, dunkel gefärbter Hut sowie die stacheligen Strukturen auf der Hutunterseite. Der Pilz wächst meist von Spätsommer bis Herbst auf sauren Böden und ist regional verbreitet. Als Speisepilz spielt der Habichtspilz heute kaum eine Rolle, da er bitter schmeckt und nur bedingt bekömmlich ist.
Beschreibung des Pilzes
Hut
Hellbraun bis schwarzbraun, in der Mitte meist trichterig vertieft. Die Oberfläche ist dicht mit groben, sparrig abstehenden Schuppen besetzt, die an ein Habichtsgefieder erinnern (Namensursprung). Durchmesser 5–15 cm. Die Hutunterseite trägt dicht stehende, grauweissliche Stacheln, die leicht am Stiel herablaufen.
Stiel
Zentralständig, oft sehr kurz und gedrungen, vollfleischig. Heller als der Hut, zur Basis hin bräunlich gefärbt.
Fleisch
Weisslich bis schmutzig weiss, später hell graubraun, zäh und fest.
Geruch / Geschmack
Geruch würzig und angenehm. Geschmack zunächst mild, im Alter bitterlich werdend.
Sporen
Sporen mit grob vorstehenden, teils doppelten Höckern, im Umriss elliptisch bis rundlich, 5–7,5 × 4,5–6 µm. Sporenpulver braun.
Verwechslung
Der Habichtspilz besitzt mehrere nahe verwandte Arten, die ihm äusserlich sehr ähnlich sind und meist deutlich bitter schmecken. Dazu zählen unter anderem der Gallenstacheling (Sarcodon scabrosus) sowie Sarcodon fennicus. Diese Arten unterscheiden sich in der Regel durch stärker anliegende Hutschuppen sowie eine grünlich bis blauschwärzlich gefärbte Stielbasis. Die genannten Doppelgänger sind insgesamt deutlich seltener als der Habichtspilz.
Vorkommen
Der Habichtspilz wächst vorwiegend in Nadelwäldern, insbesondere unter Fichten und Kiefern. Er bevorzugt saure, eher nährstoffarme Böden und erscheint meist einzeln oder in kleinen Gruppen. Die Fruchtkörper entwickeln sich vom Spätsommer bis in den Herbst, in der Regel von August bis Oktober. In geeigneten Habitaten kann der Pilz regional häufig auftreten. In der Schweiz ist er vom Tiefland bis in montane Lagen anzutreffen.
Speisewert
Der Habichtspilz gilt roh oder ungenügend erhitzt als unbekömmlich und sollte vor einer möglichen Verwendung stets abgebrüht werden. Vereinzelt wird er in Essig eingelegt oder getrocknet und als Pilzpulver zum Würzen verwendet. Aufgrund seines häufig bitteren Geschmacks und der nur eingeschränkten Bekömmlichkeit spielt der Habichtspilz als Speisepilz jedoch kaum eine Rolle.
Nach persönlicher Einschätzung gehört der Habichtspilz nicht in die Küche.
Bemerkungen
Die Gattung Sarcodon umfasst eine grössere Anzahl meist fleischiger Stachelpilze mit kompakten, oft gedrungenen Fruchtkörpern. Typisch sind die stachelige Hutunterseite sowie häufig kräftige, schuppige Huthäute. Viele Arten dieser Gattung zeichnen sich durch einen bitteren Geschmack aus und besitzen nur geringe oder keine kulinarische Bedeutung.
FAQ – Häufige Fragen zum Habichtspilz
Ist der Habichtspilz essbar?
Der Habichtspilz gilt roh oder ungenügend erhitzt als unbekömmlich und schmeckt oft bitter.
Als Speisepilz wird er heute kaum empfohlen.
Woran erkennt man den Habichtspilz?
Typisch sind der grob schuppige Hut, der an ein Habichtsgefieder erinnert,
sowie die stachelige Hutunterseite anstelle von Lamellen oder Röhren.
Gibt es ähnliche oder leicht verwechselbare Arten?
Ja, es existieren mehrere nahe verwandte Sarcodon-Arten mit ähnlichem Aussehen,
die meist bitter schmecken und seltener vorkommen.
Letzte Änderung: 15.02.2026 / © W. Arnold



