Behangener Faserling (Psathyrella candolleana)
Volksnamen: Behangener Faserling, Behangener Mürbling, Lilablättriger Mürbling, Suppenfaserling.
Synonyme: Agaricus violaceus-lamellatus, Agaricus appendiculatus
Der Behangene Faserling (Psathyrella candolleana) ist ein häufiger, aber oft übersehener Pilz. Typisch sind der dünnfleischige, brüchige Fruchtkörper sowie die auffälligen, weissen Velumreste am Hutrand, die besonders bei jungen Exemplaren deutlich sichtbar sind. Die Art wächst bevorzugt an morschem Holz, Baumstümpfen oder vergrabenen Holzresten und tritt häufig in Gärten, Parks sowie an Wegrändern auf.
Aufgrund seines unscheinbaren Aussehens und der Vielzahl ähnlicher Arten wird der Behangene Faserling leicht mit anderen Faserlingen verwechselt. Die folgende Beschreibung fasst die wichtigsten Bestimmungsmerkmale, das typische Vorkommen sowie Hinweise zur Abgrenzung und zum Speisewert zusammen.
Beschreibung des Pilzes
Hut
2–3 cm breit, dünnfleischig, zunächst glockig, später fast abgeflacht. Anfangs bereift, später glatt, sehr gebrechlich und hygrophan. Feucht bräunlich, trocken weisslich bis fast weiss mit ockerfarbener Mitte; zum Rand hin schmutzig ausgewaschen violett. Junge Fruchtkörper sind am Hutrand stark mit häutigen Velumresten behangen.
Lamellen
Zunächst gelbweisslich, später braun-lilagrau bis dunkelbraun, angeheftet, gedrängt stehend, Lamellenschneiden gerillt.
Stiel
3–6 × 0.2–0.4 cm, hohl, dünn, gelegentlich an der Basis leicht verdickt, faserig, im oberen Bereich gerieft, weiss, mit Velumresten.
Fleisch
Weisslich, sehr brüchig.
Geruch / Geschmack
Geschmack mild, Geruch neutral, nicht unangenehm.
Sporen
Glatt, elliptisch, 6–8 × 4–5 µm. Sporenpulver braun-purpurn, mikroskopisch braun-rötlich.
Verwechslung
Der Behangene Faserling kann leicht mit anderen Arten der Gattung Psathyrella verwechselt werden, da viele Faserlinge ähnliche, dünnfleischige und brüchige Fruchtkörper ausbilden. Besonders ähnlich sind Arten mit hygrophanem Hut und dunklem Sporenpulver.
Ein häufiger Verwechslungspartner ist der Graubraune Faserling (Psathyrella spadiceogrisea), der jedoch meist kräftiger gebaut ist und keine oder nur schwache Velumreste am Hutrand zeigt. Auch andere Mürblinge unterscheiden sich oft nur durch Details wie Lamellenfarbe, Velumreste oder mikroskopische Merkmale.
Typisch für den Behangenen Faserling sind die bei jungen Exemplaren deutlich sichtbaren, weissen bis häutigen Velumreste am Hutrand sowie das braun-purpurne Sporenpulver. Eine sichere Bestimmung ist bei dieser Gattung häufig nur mit mikroskopischer Untersuchung möglich.
Vorkommen
Der Behangene Faserling wächst bevorzugt an morschem Holz, vergrabenen Holzresten, Baumstümpfen sowie an stark zersetztem Laubholz. Er erscheint häufig in Wäldern, Parks, Gärten, an Wegrändern und auf Holzlagerplätzen.
Die Art tritt meist gesellig bis büschelig auf und ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Fruchtkörper werden vor allem vom Frühling bis in den Herbst hinein gefunden, bei günstiger Witterung auch mehrfach im Jahr.
Speisewert
Der Behangene Faserling gilt als essbar, besitzt jedoch keinen nennenswerten Speisewert. Aufgrund seines sehr dünnfleischigen und brüchigen Fruchtkörpers ist er kulinarisch wenig attraktiv.
Einzelne Sammler verwenden den Pilz als Suppenpilz, da Geschmack und Geruch mild sind. Insgesamt wird die Art jedoch nur selten genutzt und gilt allgemein als wertloser Speisepilz. Wegen der grossen Ähnlichkeit zu zahlreichen anderen Faserlingen wird vom Verzehr eher abgeraten.
FAQ
Ist der Behangene Faserling essbar?
Ja, er gilt als essbar, besitzt jedoch keinen nennenswerten Speisewert.
Warum wird der Pilz kaum gesammelt?
Der Fruchtkörper ist sehr dünnfleischig und brüchig, zudem ist die
Verwechslungsgefahr mit anderen Faserlingen hoch.
Wo wächst der Behangene Faserling?
Vor allem an morschem Holz, Baumstümpfen und vergrabenen Holzresten
in Wäldern, Gärten und Parks.
Letzte Änderung: 14.02.2026 / © W. Arnold



