Igelstäubling – Lycoperdon echinatum
Volksname: Igelstachliger Stäubling, Igelbovist, Igelstaubbecher
Einleitung
Der Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) ist ein auffälliger, eher seltener Vertreter der Stäublinge. Seinen Namen verdankt er den markanten, steifen Stacheln, die den kugeligen Fruchtkörper im Jugendstadium dicht bedecken und ihm ein igelartiges Aussehen verleihen. Die Art wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden in Laubwäldern, besonders unter Buchen, und erscheint meist von Sommer bis in den Herbst.
Für die sichere Bestimmung ist – wie bei allen Stäublingen – der Querschnitt wichtig: Das Innere muss jung rein weiss und fest sein; erst im Alter verfärbt sich das Fleisch gelblich bis braun und zerfällt zu Sporenpulver. Jung gilt der Igelstäubling als essbar, hat jedoch nur einen geringen Speisewert und ist vor allem für Natur- und Pilzfreunde interessant.
Beschreibung des Pilzes
Fruchtkörper
4–7 cm breit, kugelig, mit derben, bräunlichen Warzen bedeckt, die sich pyramidenartig zusammenneigen. Die reifen Sporen treten durch eine rundliche Öffnung an der Spitze aus. Die Oberfläche ist bräunlich; der Fruchtkörper kann gestielt oder ungestielt sein.
Fleisch
Jung innen weiss und fest, später gelblich bis olivgelb, im Alter dunkelbraun bis lila-schwarzbraun, schwammig und schliesslich pulverig zerfallend (stäubend).
Geruch / Geschmack
Geruch unbedeutend, Geschmack mild.
Sporen
Schokoladenbraun, kugelig, fein gestielt, etwa 3,5–4 µm gross.
Vorkommen
Der Igelstäubling wächst bevorzugt auf kalkhaltigen Böden in Laubwäldern, besonders unter Buchen, seltener auch unter anderen Laubbäumen. Er erscheint einzeln oder in kleinen Gruppen auf dem Waldboden.
Die Fruktifikationszeit reicht in der Regel von Juni bis Oktober. Die Art gilt insgesamt als selten und ist regional unterschiedlich häufig.
Verbreitung
In weiten Teilen Europas verbreitet, insgesamt jedoch selten. In der Schweiz nur lokal vorkommend, bevorzugt in kalkreichen Buchenwäldern.
Verwechslung
Der Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) ist durch seine groben, steifen und pyramidenartig angeordneten Stacheln meist gut kenntlich. Dennoch kann es zu Verwechslungen mit anderen Stäublingsarten kommen, insbesondere im jungen Zustand oder bei stark verwitterten Exemplaren.
Am ehesten wird er mit dem Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum) verwechselt. Dieser besitzt jedoch deutlich kleinere, weichere Warzen, die früh abfallen und eine netzartige Oberfläche hinterlassen. Zudem ist der Flaschenstäubling wesentlich häufiger und weniger stark bestachelt.
Ebenfalls ähnlich ist der Birnenstäubling (Lycoperdon pyriforme) , der meist büschelig an morschem Holz wächst. Seine Oberfläche ist feiner strukturiert, ohne die langen, steifen Stacheln des Igelstäublings.
Der Braune Stäubling (Lycoperdon umbrinum) zeigt ebenfalls warzige Strukturen, ist jedoch insgesamt dunkler gefärbt und besitzt keine ausgeprägten, igelartigen Stacheln.
Grundsätzlich gilt bei allen Stäublingen: Zur sicheren Bestimmung sollte der Fruchtkörper stets aufgeschnitten werden. Das Innere muss jung rein weiss und homogen sein. Eine Verwechslung mit jungen Fruchtkörpern von Wulstlingen (Amanita) kann durch den fehlenden Ansatz von Hut, Lamellen und Stiel im Querschnitt zuverlässig ausgeschlossen werden.
Speisewert
Den Igelstäubling (Lycoperdon echinatum) kann man – wie alle Stäublinge und Boviste – essen, solange das Fleisch im Inneren noch rein weiss ist.
Ich würde Ihnen jedoch davon abraten, diesen Pilz zu sammeln. Der Speisewert ist gering, und als eher seltene Art sollte man diesen hübschen Gesellen besser stehen lassen. Wenn es um den Pilzgenuss geht, ist man mit Zuchtchampignons aus dem Supermarkt eindeutig besser bedient.
Bemerkungen
Der Igelstäubling kommt fast ausschliesslich in Buchenwäldern auf kalkhaltigen Böden vor. Die Stacheln der äusseren Hülle sind deutlich länger und kräftiger als bei ähnlichen Arten.
Schneidet man einen jungen Fruchtkörper auf, erinnert das gleichmässig weisse, feste Innere an eine mit Creme gefüllte Schokoladepraline. Der Stielteil ist dabei weniger ausgeprägt als beim Flaschenstäubling; die Entwicklung zum sporenreifen Pilz verläuft jedoch in vergleichbarer Weise.
Wie bei anderen Stäublingen ist auch beim Igelstäubling der Stielteil nicht an der Sporenerzeugung beteiligt. Der Sporenstaub ist dunkelbraun und nicht gelbbraun. Die zähen Stacheln sind relativ dauerhaft, fallen jedoch bei überreifen, trocken gewordenen Fruchtkörpern allmählich ab und hinterlassen eine netzartige Zeichnung auf blassem Untergrund.
FAQ – Kurz & knapp
Ist der Igelstäubling essbar?
Jung ja, solange das Fleisch innen rein weiss ist. Der Speisewert ist jedoch gering.
Wo wächst der Igelstäubling?
Fast ausschliesslich in Buchenwäldern auf kalkhaltigen Böden.
Ist der Igelstäubling selten?
Ja, die Art gilt insgesamt als selten und sollte geschont werden.
Letzte Änderung: 13.02.2026 / © W. Arnold



