Nackter Ritterling – Violetter Rötelritterling (Lepista nuda)
Volksname: Nackter Ritterling
Synonyme : Tricholoma nudum
Beschreibung des Pilzes
Hut
5–15 cm breit, jung blauviolett, später von der Mitte her bräunlich verfärbend und ausblassend; bei durchnässtem Wetter dunkler gefärbt. Anfangs glockig gewölbt mit eingeschlagenem, scharfem Rand, später flach ausgebreitet bis leicht vertieft.
Lamellen
Blauviolett, im Alter bräunlich-lila, gedrängt stehend, am Stiel abgerundet angewachsen, leicht vom Hutfleisch ablösbar.
Stiel
Blauviolett, faserig, zur Basis hin verdickt mit lila-filziger Behaarung.
Fleisch
Lilaviolett, später deutlich ausblassend.
Geruch / Geschmack
Aromatisch, mit leicht parfümiertem Geruch und Geschmack.
Sporen
Elliptisch, 6–8 × 4–5 µm, fein warzig. Sporenpulver rosa.
Verwechslung
Erdigriechender Schleimkopf (Cortinarius variecolor) unterscheidet sich durch seine zwar jung violetten, jedoch bald rostbraun werdenden Lamellen, die faserige Ringzone am Stiel sowie den muffig-erdartigen Geruch.
Lila Dickfuss (Cortinarius traganus) besitzt von Anfang an keine violetten Lamellen, sondern safranockerfarbene, später rostbraune. Der keulig-knollige Stiel zeigt eine faserseidige, gürtelartige Ringzone; das gelbbraune Fleisch riecht unangenehm bockartig.
In der Gattung Cortinarius (Schleierlinge) existieren zahlreiche violette Arten, die untereinander verwechselt werden können. Unter diesen violetten Arten sind derzeit keine tödlich giftigen bekannt; einzelne Arten können jedoch Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
Vorkommen
Saprobiontisch lebend auf nährstoffreichen Böden in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, häufig auch an Wegrändern, in Parkanlagen, auf Kompostplätzen oder in Gärten. Bevorzugt humusreiche, laub- oder nadelstreureiche Standorte.
Oft gesellig wachsend, nicht selten in Reihen oder Hexenringen.
Hauptsaison September bis November, in milden Wintern bis in den Dezember hinein; vereinzelt auch im Frühjahr.
Bemerkungen
Zu diesem Formenkreis gehört der essbare Schmutzige Rötelritterling (Lepista sordida) , der bevorzugt in Gärten, Parkanlagen oder in der Nähe von Misthaufen wächst. Er erscheint insgesamt schmächtiger; der Hut ist dünnfleischiger, hygrophan und meist rötlich-violett gefärbt.
Der Blassblaue Rötelritterling (Lepista glaucocana) ähnelt dem Violetten Rötelritterling stark, zeigt jedoch deutlich blassere, lila-graue Farbtöne. Er wächst in schattigen Wäldern, auch unter Laubbäumen, und besitzt einen eher erdigen Geruch.
Der Maskierte Rötelritterling (Lepista personata) sowie dessen Varietät anserina sind eng mit dem Violetten Rötelritterling verwandt. Alle hier erwähnten Arten gelten als essbar.
Speisewert
Der Violette Rötelritterling ist ein guter Speisepilz. Sein eigentümlich aromatischer, leicht parfümierter Geschmack wird jedoch nicht von allen geschätzt. Roh sollte der Pilz nicht verzehrt werden; er ist vor dem Genuss gründlich zu erhitzen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist der Violette Rötelritterling essbar?
Ja, Lepista nuda gilt als guter Speisepilz. Er sollte jedoch nicht roh verzehrt, sondern stets gründlich erhitzt werden.
Wie unterscheidet man ihn von Schleierlingen?
Schleierlinge (Cortinarius) besitzen meist rostbraunes Sporenpulver und zeigen häufig eine faserige Ringzone am Stiel. Der Violette Rötelritterling hat rosa Sporenpulver und keine Cortina.
Wann hat der Violette Rötelritterling Saison?
Hauptsaison ist von September bis November. In milden Wintern kann er bis in den Dezember hinein gefunden werden.
Wo wächst der Violette Rötelritterling?
Er wächst saprobiontisch auf humusreichen Böden in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, häufig auch in Gärten, Parks und an Kompoststellen.
Kann man ihn verwechseln?
Ja. Besonders junge violette Schleierlinge können ähnlich aussehen. Ein Sporenabdruck (rosa bei Lepista nuda, rostbraun bei Cortinarius) hilft bei der sicheren Unterscheidung.
Letzte Änderung: 11.02.2026 / © W. Arnold



