Aniszähling - Lentinellus cochleatus

Der Aniszähling (Lentinellus cochleatus) ist ein auffälliger, holzbewohnender Pilz, der häufig durch seinen anisartigen Geruch und die typisch gesägten Lamellenschneiden gut erkennbar ist. Die zähen, trichter- bis muschelförmigen Fruchtkörper wachsen meist büschelig an Laubholz (z. B. an Strünken und Stämmen) und erscheinen vor allem im Sommer und Herbst. Trotz des besonderen Aromas gilt der Aniszähling nicht als klassischer Speisepilz, da das Fleisch sehr fest und zäh ist; gelegentlich wird er als Würzpilz genutzt. Für die Bestimmung sind neben Geruch und Wuchsform insbesondere die herablaufenden Lamellen mit gezähnten Schneiden ein wichtiges Merkmal.

Aniszähling (Lentinellus cochleatus) mit trichterförmigem Hut und gesägten Lamellen

Beschreibung des Pilzes

Hut

3–10 cm, zäh, tief niedergedrückt, trompeten- oder trichterförmig, nie ausgebreitet, oft halbiert, glatt oder etwas runzelig, fuchsig-rötlich bis ocker-rötlich, trocken deutlich blasser. Der Rand ist wellig-flatterig, gelappt und stark eingerollt.

Lamellen

Gedrängt, ungleich lang, stark herablaufend. Die Lamellenschneiden sind typisch gesägt und eingerissen; zunächst weisslich, später rosa überhaucht.

Stiel

3–7 × 0,4–1 cm, hohl, meist seitlich, seltener exzentrisch, oft verdreht, nahezu kahl; Farbe braun-rötlich bis fleischrötlich.

Fleisch

Braun bis blassbraun, zur Basis hin dunkler braun, zäh, dünn und weich.

Geruch / Geschmack

Meist starker Anisgeruch, der gelegentlich auch fehlen kann. Der Geschmack weist ebenfalls eine deutliche Aniskomponente auf.

Sporen

Weisslich bis leicht gelblich, Sporenmasse 3,9–5,3 × 3,9–4,8 µm.

Verwechslung

Wie die Sägeblättlinge (Lentinus) besitzt auch dieser Pilz gesägte Lamellenschneiden. Dieses Merkmal unterscheidet ihn von anderen ähnlichen und verwandten Arten, beispielsweise vom Erd-Muschel-Seitling (Hohenbuehelia geogenia), der glatte Lamellenschneiden aufweist. Bei der Varietät inolens fehlt der sonst typische Anisgeruch.

Speisewert

Der Aniszähling (Lentinellus cochleatus) gilt als essbar, ist jedoch wegen seines sehr zähen Fleisches kein geschätzter Speisepilz. Der ausgeprägte Anisgeruch und -geschmack werden unterschiedlich wahrgenommen und gelten nicht allgemein als angenehm. Gelegentlich wird die Art in kleinen Mengen als Würzpilz verwendet.

Vorkommen

Der Aniszähling (Lentinellus cochleatus) wächst überwiegend büschelig an totem oder stark geschwächtem Laubholz, besonders an Strünken, Stämmen und Wurzelstöcken. Bevorzugt werden verschiedene Laubbäume, seltener wird die Art auch an Nadelholz beobachtet. Die Fruchtkörper erscheinen vor allem von Sommer bis Herbst.

 

FAQ – Häufige Fragen zum Aniszähling

Ist der Aniszähling essbar?

Ja, der Aniszähling (Lentinellus cochleatus) gilt als essbar, wird jedoch wegen seines sehr zähen Fleisches kaum als Speisepilz genutzt.

Warum riecht der Aniszähling nach Anis?

Der charakteristische Geruch wird durch aromatische Inhaltsstoffe verursacht, die an Anis erinnern. Bei einzelnen Funden kann dieser Geruch jedoch schwach ausgeprägt sein oder ganz fehlen.

Gibt es eine Varietät ohne Anisgeruch?

Ja, bei der Varietät inolens fehlt der typische Anisgeruch vollständig.

Woran erkennt man den Aniszähling sicher?

Typische Merkmale sind die trichter- bis muschelförmigen Fruchtkörper, das zähe Fleisch sowie die stark herablaufenden Lamellen mit deutlich gesägten Schneiden.

Besteht Verwechslungsgefahr mit giftigen Pilzen?

Eine gefährliche Verwechslung mit Giftpilzen ist nicht bekannt. Ähnliche Arten unterscheiden sich meist durch glatte Lamellen oder fehlenden Anisgeruch.

 

Letzte Änderung: 13.02.2026 / © W. Arnold