Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum)
Volksname: Semmelgelber Stacheling
Der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) ist ein gut kenntlicher, essbarer Wildpilz, der in Laub- und Nadelwäldern weit verbreitet ist. Charakteristisch sind die stachelartigen Fortsätze an der Hutunterseite, die ihn eindeutig von Lamellen- und Röhrenpilzen unterscheiden. Aufgrund seiner relativ einfachen Bestimmbarkeit und der geringen Verwechslungsgefahr gilt der Semmelstoppelpilz als geeigneter Speisepilz auch für Einsteiger. Er wächst meist gesellig von Spätsommer bis in den Herbst und bildet Mykorrhiza mit verschiedenen Baumarten.
Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) – typischer Fruchtkörper mit stacheliger Unterseite.
Beschreibung des Pilzes
Hut
Der Hut erreicht einen Durchmesser von 4–20 cm und ist cremeweisslich, blassgelblich bis semmelfarben. Die Oberfläche ist matt und trocken. Die Unterseite ist mit dicht stehenden, cremefarbenen Stacheln besetzt. Der Hutrand ist lange eingerollt.
Stoppeln
Die Stoppeln sind weiss bis hellorange und werden im Alter gelblich. Sie laufen am Stiel etwas herab.
Stiel
Der Stiel ist weisslich bis hellgelb und gilbt bei Druck.
Fleisch
Das Fleisch ist weisslich, brüchig-mürbe und läuft bei Verletzung gelbrosa bis bräunlich an.
Geruch / Geschmack
Der Geruch ist angenehm. Der Geschmack ist zunächst mild (an getrocknete Haferflocken erinnernd), wird nach längerem Kauen jedoch scharf und im Alter bitter.
Sporen
Das Sporenpulver ist weiss; die Sporen messen etwa 4–10 × 5–8 µm.
Verwechslung
Der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) ist insgesamt ein gut kenntlicher Pilz. Eine ernsthafte Verwechslungsgefahr besteht praktisch nur mit dem Rotgelben Stoppelpilz ( Hydnum rufescens ). Dieser bleibt meist kleiner, besitzt einen schlankeren Wuchs und zeigt insbesondere bei jungen Fruchtkörpern auffallend kräftige, pfifferlingsähnliche Gelb- bis Orangefarben.
Die übrigen Merkmale – insbesondere die stachelige Unterseite, die Konsistenz des Fleisches sowie Geruch und Geschmack – stimmen weitgehend mit Hydnum repandum überein. Beide Arten wachsen häufig im selben Lebensraum und können sogar gemeinsam auftreten. In der Literatur werden sie teilweise als nahe verwandte Arten oder als Varietäten eines Artenkomplexes betrachtet.
Andere Pilzarten mit Stacheln an der Hutunterseite sind im Gelände kaum verwechselbar, da sie entweder deutlich kleiner sind, abweichende Farben zeigen oder andere ökologische Ansprüche haben.
Vorkommen
Der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) kommt in Laub- und Nadelwäldern weit verbreitet vor. Er wächst bevorzugt bei Buchen, Fichten und Tannen, seltener auch bei anderen Laub- und Nadelbäumen.
Als Mykorrhizapilz lebt er in Symbiose mit verschiedenen Baumarten und bevorzugt eher kalkhaltige, basenreiche Böden. Er ist jedoch ökologisch relativ anpassungsfähig und kann auch auf neutralen bis leicht sauren Standorten gefunden werden.
Der Pilz erscheint meist gesellig oder in kleinen Gruppen, seltener einzeln. Die Fruchtkörper entwickeln sich vom Spätsommer bis in den Herbst, in der Regel von August bis November. In geeigneten Jahren kann der Semmelstoppelpilz regional sehr häufig auftreten.
Speisewert
Der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) gilt grundsätzlich als essbarer Speisepilz. Besonders sehr junge, feste Fruchtkörper besitzen einen milden Geschmack und werden von manchen Sammlern geschätzt.
Mit zunehmendem Alter wird das Fleisch jedoch zäher und der Geschmack kann deutlich bitter werden. Auch die Stoppeln tragen häufig zur Bitterkeit bei und werden deshalb beim Putzen teilweise entfernt. Ältere Exemplare sind kulinarisch meist wenig attraktiv.
Hinweis aus persönlicher Erfahrung:
Bei diesem Pilz scheiden sich die Geschmäcker. Ganz junge Exemplare
können gegessen werden – wenn man möchte. Ich sammle den
Semmelstoppelpilz jedoch nicht, da er meiner Meinung nach selbst in
jungem Zustand oft einen leicht bitteren Beigeschmack aufweist.
Zuchtchampignons aus dem Grossmarkt empfinde ich geschmacklich als
deutlich angenehmer.
Wie bei allen Wildpilzen gilt: nur frische, einwandfreie Exemplare verwenden und vor dem Verzehr ausreichend erhitzen.
FAQ – Häufige Fragen zum Semmelstoppelpilz
Ist der Semmelstoppelpilz essbar?
Ja, der Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum) ist essbar. Besonders junge Exemplare gelten als geniessbar, ältere Fruchtkörper können jedoch bitter schmecken.
Woran erkennt man den Semmelstoppelpilz?
Typisch sind die stachelartigen Fortsätze an der Hutunterseite, die ihn eindeutig von Lamellen- und Röhrenpilzen unterscheiden.
Gibt es gefährliche Verwechslungen?
Eine Verwechslung ist fast nur mit dem Rotgelben Stoppelpilz möglich, der ebenfalls essbar ist. Giftige Doppelgänger sind nicht bekannt.
Letzte Änderung: 08.02.2026 / © W. Arnold



