Wurzelmöhrling (Catathelasma imperiale)

Volksname: Doppelring-Trichterling, Hartpilz, Melkstuhl, Wurzelmöhrling.

Der Wurzelmöhrling (Catathelasma imperiale) ist ein grosser, auffälliger Lamellenpilz der Gebirgs- und Nadelwälder Europas. Charakteristisch sind der kräftige, tief wurzelnde Stiel, der deutlich ausgeprägte Doppelring sowie die festen, weissen Lamellen. Die Art wächst meist einzeln oder in kleinen Gruppen auf kalkhaltigen Böden, vor allem in montanen bis subalpinen Lagen.

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist der Wurzelmöhrling selten und regional stark zurückgegangen. Er gilt als guter Speisepilz, steht jedoch in mehreren Ländern unter Schutz und sollte daher geschont werden. Aufgrund möglicher Verwechslungen mit anderen grossen Ritterlings- und Trichterlingsarten ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig.

Wurzelmöhrling (Catathelasma imperiale) im Nadelwald

Doppelring-Trichterling (Catathelasma imperiale) – Doppelring am Stiel

Beschreibung des Pilzes

Hut

5–20 cm, festfleischig und kompakt, zunächst gewölbt, später ausgebreitet. Oberfläche trocken, besonders in der Mitte oft mit flockigen Velumresten bedeckt, Farbe rehbraun bis kastanienbraun. Anfangs fein faserig, später glatt. Der Rand ist lange stark eingerollt und oft behangen.

Lamellen

Sehr gedrängt, schmal und herablaufend. Zunächst weisslich bis cremefarben, später milchkaffeebraun.

Stiel

6–12 × 2–5 cm, sehr fest und hart, bauchig, nach unten verjüngt, oft tief wurzelnd. Oberfläche querrissig, weisslich bis blass ockerfarben. Ring doppelt, häutig-pergamentartig, bräunlich.

Fleisch

Weisslich, sehr fest; der Fruchtkörper wirkt für seine Grösse auffallend schwer.

Geruch / Geschmack

Geruch mehlartig oder an Gurke erinnernd. Geschmack mild.

Sporen

Sporenpulver weiss; Sporen 10–15 × 4–6 µm, amyloid.

Verwechslung

Der Wurzelmöhrling kann gelegentlich mit dem Riesenritterling (Tricholoma colossus) verwechselt werden. Dieser ist ebenfalls sehr kompakt, besitzt jedoch keinen Ring. Zudem verfärbt sich sein weisses Fleisch rötlich, was beim Wurzelmöhrling nie beobachtet wird.

Ähnlich erscheint auch der Krokodilritterling (Tricholoma nauseosum), der durch festes Fleisch und einen ausgeprägten Geruch auffällt, jedoch ebenfalls keinen doppelten Ring besitzt.

Der Orangerote Ritterling (Tricholoma aurantium) unterscheidet sich durch seine rötlich bis orangerote Färbung sowie durch einen deutlich ausgeprägten Geruch nach Dextrin.

In seltenen Fällen kann der Wurzelmöhrling auch mit bestimmten Schleierlingen (Cortinarius) verwechselt werden; diese besitzen jedoch stets eine Cortina und keinen echten, doppelten Ring.

Vorkommen in der Schweiz

In der Schweiz ist der Wurzelmöhrling selten und vor allem in den Alpen sowie stellenweise im Jura nachgewiesen. Er wächst überwiegend in montanen bis subalpinen Nadelwäldern, insbesondere unter Fichte, auf kalkhaltigen Böden. Die Funde liegen meist in Höhenlagen zwischen etwa 1000 und 1400 m.

Essbarkeit

Der Wurzelmöhrling gilt als essbar und wurde früher regional als Speisepilz genutzt. Auch der Autor hat ihn in früheren Jahren gelegentlich gesammelt und beispielsweise gerne in Essig eingelegt. Aufgrund seiner Seltenheit und der teils starken Bestandsrückgänge wird die Art heute jedoch bewusst geschont und nicht mehr genutzt.

In mehreren Ländern gilt der Wurzelmöhrling als schützenswert. Unabhängig davon ist bei grossen Lamellenpilzen mit ähnlichen Arten besondere Vorsicht geboten, da Verwechslungen möglich sind. Der Wurzelmöhrling sollte daher in erster Linie als seltene und bemerkenswerte Pilzart betrachtet werden.

FAQ – Häufige Fragen zum Wurzelmöhrling

Ist der Wurzelmöhrling essbar?

Der Wurzelmöhrling gilt als essbar und wurde früher regional genutzt. Aufgrund seiner Seltenheit und der teils starken Bestandsrückgänge wird heute jedoch von einer Nutzung abgeraten.

Darf man den Wurzelmöhrling sammeln?

In mehreren Ländern gilt der Wurzelmöhrling als schützenswert. Auch dort, wo kein ausdrückliches Sammelverbot besteht, wird empfohlen, die Art zu schonen und stehen zu lassen.

Woran erkennt man den Wurzelmöhrling sicher?

Typisch sind der kräftige, tief wurzelnde Stiel, der deutlich ausgeprägte doppelte Ring sowie das sehr feste, weisse Fleisch. Eine sichere Bestimmung ist wichtig, da Verwechslungen mit anderen grossen Lamellenpilzen möglich sind.

Wo kommt der Wurzelmöhrling vor?

Der Wurzelmöhrling wächst vor allem in montanen bis subalpinen Nadelwäldern auf kalkhaltigen Böden. In der Schweiz ist er selten und hauptsächlich in den Alpen sowie stellenweise im Jura nachgewiesen.

Warum sollte man den Wurzelmöhrling schonen?

Die Art ist selten, wächst langsam und kommt meist nur in kleinen Beständen vor. Eine Schonung trägt dazu bei, die natürlichen Populationen langfristig zu erhalten.


Letzte Änderung: 07.02.2026 / © W. Arnold