Hallimasch (Armillaria ostoyae)
Volksname: Gewöhnlicher Hallimasch
Der Hallimasch (Armillaria ostoyae), auch Dunkler Hallimasch genannt, ist ein weit verbreiteter, holzbewohnender Blätterpilz aus der Familie der Physalacriaceae. Er wächst meist büschelig an Baumstümpfen, Wurzeln oder am Stammfuss lebender Bäume und spielt eine wichtige Rolle als Holzzerstörer und Parasit in Wäldern. Der Pilz ist in Europa, auch in der Schweiz, häufig anzutreffen und tritt vor allem im Herbst auf.
Der Hallimasch ist als bedingt essbarer Speisepilz bekannt, kann jedoch roh oder unzureichend erhitzt Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Zudem ist die Art forstlich bedeutsam, da sie Wurzel- und Stammfäule an verschiedenen Laub- und Nadelbäumen verursachen kann. Aufgrund der grossen Variabilität innerhalb der Gattung Armillaria ist eine sorgfältige Bestimmung wichtig.

Honiggelber Hallimasch; ursprünglich von tintling.com – die Seite ist derzeit
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Beschreibung des Pilzes
Hut
Fleischbräunlich, mit schwärzlichen oder bräunlichen, feinen, abwischbaren Schüppchen, die vom Regen leicht abgewaschen werden können; Hutrand lange etwas eingerollt und im Alter kurz gerieft; Durchmesser 3–10 cm.
Lamellen
Weisslich-fleischfarben, später fleischbräunlich, gerade angewachsen.
Stiel
Längsfaserig, mit abstehendem, häutigem, weisslichem Ring, darunter oft weissflockig; gegen die Basis meist gelblich, sonst fleischbräunlich gefärbt.
Fleisch
Weisslich, in der Stielrinde fleischfarben, im Stiel zäh, weshalb man diesen zum Verzehr nicht mitsammelt.
Geruch / Geschmack
Nach längerem Kauen im Halse unangenehm kratzend zusammenziehend, ein für die verschiedenen Hallimasch-Arten typisches Merkmal.
Sporen
7–9 × 5–6 µm
Verwechslung
Der Hallimasch (Armillaria ostoyae) kann mit verschiedenen anderen Hallimasch-Arten verwechselt werden, die sich makroskopisch oft nur schwer unterscheiden lassen. Besonders problematisch ist dabei die Abgrenzung innerhalb der Gattung Armillaria, da Merkmale wie Hutfarbe, Schuppung und Ringausbildung stark variieren und zudem witterungsabhängig sein können.
Als klassischer Doppelgänger gilt der Sparrige Schüppling (Pholiota squarrosa). Dieser wächst ebenfalls büschelig an Holz und kann auf den ersten Blick dem Hallimasch ähneln. Er unterscheidet sich jedoch durch seine deutlich sparrig abstehenden, festen und nicht abwischbaren Schuppen auf Hut und Stiel sowie durch sein braunes Sporenpulver. Beim Hallimasch sind die Schuppen feiner und meist abwischbar, das Sporenpulver ist weiss.
Der Sparrige Schüppling gilt nach kurzem Abkochen als essbar, wird jedoch wegen seines strengen Geschmacks und der zähen Konsistenz unterschiedlich bewertet. Wie beim Hallimasch ist auch hier eine ausreichende Erhitzung zwingend erforderlich. Aufgrund der Verwechslungsgefahr und der variablen Merkmale sollten nur eindeutig bestimmte Exemplare gesammelt werden.
Gattungsmerkmale
Armillaria ist eine kleine Gattung mit meist büschelig an Holz wachsenden Arten; weniger bekannte Vertreter kommen auch auf humusreichem Boden in Mooren vor. Die parasitischen Holzbewohner können erhebliche Forstschäden anrichten.
Die Stiele sind beringt oder unberingt, das Sporenpulver ist weiss bis cremefarben und inamyloid. Die Sporen sind eiförmig, glatt und besitzen keinen Keimporus.
Das Mycel bildet häufig dunkelbraune, unter der Rinde von Bäumen verlaufende Rhizomorphen, die unter günstigen Bedingungen im Dunkeln leuchten können.
Vorkommen
Büschelig wachsend an lebendem und abgestorbenem Laub- und Nadelholz. Der Hallimasch lebt parasitisch sowie holzabbauend und ist häufig anzutreffen. Fruktifikationszeit meist von September bis November.
Speisewert
Der Hallimasch ist im rohen Zustand schwach giftig. Er sollte deshalb vor dem Verzehr abgekocht werden, wobei das Kochwasser – wie üblich – nicht mitverwendet wird. Manche Personen vertragen den Pilz auch dann nicht und sollten vollständig auf ihn verzichten. Für Schweine soll Hallimasch tödlich wirken.
Es gibt ausreichend andere und bessere Speisepilze; ich esse diesen Pilz deshalb nie.
FAQ – Häufige Fragen zum Hallimasch
Ist Hallimasch essbar?
Hallimasch ist nur bedingt essbar. Roh ist er schwach giftig und muss vor dem Verzehr ausreichend abgekocht werden. Das Kochwasser darf nicht verwendet werden.
Kann Hallimasch unverträglich sein?
Ja. Manche Personen vertragen Hallimasch auch nach gründlichem Abkochen nicht und sollten auf den Verzehr verzichten.
Womit kann man Hallimasch verwechseln?
Häufige Verwechslungen betreffen andere Hallimasch-Arten sowie den Sparrigen Schüppling (Pholiota squarrosa), der durch seine nicht abwischbaren Schuppen und braunes Sporenpulver unterscheidbar ist.
Wo wächst Hallimasch?
Hallimasch wächst meist büschelig an lebendem oder abgestorbenem Laub- und Nadelholz und ist ein parasitischer Holzbewohner.
Letzte Änderung: 03.02.2026 / © W. Arnold



