Es liegt wohl an
dem schönen, warmen Herbstwetter und an den feuchten Waldböden, dass
die Pilze so reichlich sprießen. Jedenfalls in diesem Jahr findet
man Raritäten, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wer zurzeit mit
wachsamen Augen durch den Wald wandert, entdeckt an manchen Stellen
ein Pilz, der durch seine Auffälligkeit ein beträchtliches Aufsehen
erregt. Es ist der Tintenfischpilz (Clathrus archeri). Dieser
Pilz, hat seinen Namen daher, weil er mit seiner Form an die
Fangarme eines Tintenfisches erinnert. Der ungenießbare Pilz gedeiht
auf Waldböden mit reichlicher Laubstreuzersetzung. Im frühen Zustand
sieht er aus wie ein Stängel mit Haube, der aus einem Hühnerei
herauswächst. Im Querschnitt zeigt er die späteren Arme. Diese Arme
wachen (gebündelt zu fünf bis über zehn) aus der Mitte heraus und
biegen sich dann auseinander. So entsteht ein strahlenförmiges
Gebilde, das den Fangarmen eines Tintenfisches sehr ähnlich ist.
Wenn sich der Pilz entfaltet, wird der olivgrüne Belag zu einem übel
riechenden Schleim in dem die Sporen eingebettet sind. Der
Tintenfischpilz ist ein Einwanderer wie viele andere Pflanzen in
jüngster Zeit. .Im Jahre 1921 wurde er erstmalig auf dem
europäischen Kontinent entdeckt und zwar in Frankreich. Am Ende der
70er Jahre hatte er Ostdeutschland und Österreich erreicht. Als
seine Heimat gilt Australien. Man vermutet, dass Sporen mit
australischer Wolle nach Frankreich eingeschleppt wurden. |