Schweinsohr - Gomphus clavatus
Volksname: Purpurleistling
Das Schweinsohr (Gomphus clavatus), auch Purpurleistling genannt, ist ein auffälliger und heute selten gewordener Waldpilz. Typisch sind keulen- bis ohrförmige Fruchtkörper mit violett-purpurnen Farbtönen sowie die deutlich herablaufenden, leistenartigen Strukturen auf der Unterseite. Es wächst vor allem in (montanen) Nadel- und Mischwäldern, häufig auf kalkhaltigen Böden, und erscheint überwiegend im Spätsommer bis Herbst. Aufgrund des Rückgangs gilt die Art in vielen Regionen als gefährdet und sollte geschont werden.
Eigenes Video: Schweinsohr (Gomphus clavatus) – Habitus, Farben und Leistenstruktur im natürlichen Lebensraum.
Beschreibung des Pilzes
Fruchtkörper
3–10 cm, fleischig, keulenförmig bis abgestutzt. Der Hut ist fast abgeflacht oder tief konkav, ocker- bis gelb gefärbt. Das Hymenium ist aderig-leistenförmig, teils gegabelt, violettlich bis fleischrötlich gefärbt. Die Fruchtkörper wachsen häufig büschelig verwachsen.
Fleisch
Weiss, weich; wird leicht von dicken Larven befallen, besonders im Stielbereich.
Geruch / Geschmack
Geruch schwach, angenehm.
Sporen
Eiförmig, 10–12 × 4–5 µm; Sporenpulver ocker.
Verwechslung
Das Schweinsohr ist durch seine eigenwillige Form kaum mit anderen Pilzarten zu verwechseln. Wegen seines fast leistenartigen Hymeniums wird es in Pilzbüchern häufig in die Nähe der Leistlinge gestellt, mit denen es jedoch nur entfernt verwandt ist.
Form und Farbe der Sporen erinnern eher an Korallenpilze. Die Gattung Gomphus besteht in Mitteleuropa aus nur einer Art, wodurch relevante Verwechslungsmöglichkeiten praktisch ausgeschlossen sind.
Vorkommen in der Schweiz
In der Schweiz kommt das Schweinsohr vor allem in montanen bis subalpinen Nadel- und Mischwäldern vor, insbesondere bei Fichte und Tanne. Bevorzugt werden kalkhaltige, basenreiche Böden, häufig in eher naturnahen, wenig gestörten Waldstandorten.
Die Fruchtkörper erscheinen meist von August bis Oktober. Die Art gilt in der Schweiz als selten und ist regional gefährdet; ein Sammelverzicht ist daher angezeigt.
Speisewert
Das Schweinsohr gilt grundsätzlich als essbarer Pilz mit mildem, angenehmem Geschmack. Nur junge Exemplare sind hierfür geeignet, da ältere Schweinsohren einen leicht bitteren Geschmack entwickeln können. Zudem wird das weiche Fleisch häufig früh von Larven befallen, was den kulinarischen Wert weiter mindert.
Da die Art in der Schweiz selten geworden ist und regional als gefährdet gilt, sollte auf das Sammeln verzichtet werden. Das Schweinsohr ist daher in erster Linie ein schutzwürdiger Beobachtungs- und Bestimmungspilz.
FAQ – Häufige Fragen zum Schweinsohr
Ist das Schweinsohr essbar?
Ja, das Schweinsohr gilt grundsätzlich als essbar. Es sollte jedoch nur in jungem Zustand verwendet werden, da ältere Exemplare bitter werden und häufig von Larven befallen sind. Aufgrund seiner Seltenheit wird vom Sammeln abgeraten.
Woran erkennt man das Schweinsohr?
Typisch sind die keulen- bis ohrförmigen Fruchtkörper mit violett-purpurnen Farbtönen sowie das deutlich leistenartige, herablaufende Hymenium.
Gibt es Verwechslungsmöglichkeiten?
Aufgrund seiner eigenwilligen Form ist das Schweinsohr kaum mit anderen Pilzarten zu verwechseln. In Mitteleuropa besteht die Gattung Gomphus nur aus einer Art.
Wo wächst das Schweinsohr?
Das Schweinsohr wächst vor allem in montanen bis subalpinen Nadel- und Mischwäldern auf kalkhaltigen Böden, meist bei Fichte und Tanne.
Wann ist die Hauptsaison?
Die Fruchtkörper erscheinen überwiegend von August bis Oktober.
Letzte Änderung: 05.02.2026 / © W. Arnold



