Physochlaina physaloides

Physochlaina physaloides (syn. Physochlaina orientalis; Hyoscyamus physaloides)

Physochlaina physaloides

Physochlaina physaloides

VORKOMMEN

Die Standorte von Physochlaina physaloides liegen an offenen, steinigen Hängen von Bergen, an Schlammvulkanen in Steppen und auf Felsen. Das Verbreitungsgebiet umfasst West- und Ostsibirien, Zentralasien, den russischen Fernen Osten, die Mongolei, Japan und China.

MERKMALE

Physochlaina physaloides ist eine ausdauernde Pflanze. Sie bildet einen fast kriech­enden, aufsteigenden Wurzelstock, der einen Durchmesser von 0,8 cm erreichen kann. Die wenigen Stängel wachsen aufrecht, die Pflanze verzweigt durch Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen. Die Blütenstände stehen endständig und bilden unbe­laubte, traubenförmige Gruppen, die an kurzen Blütenstandsstielen stehen. Der Kelch ist wollig behaart, zur Blütezeit 6 bis 8 mm lang und 2,5 bis 3 cm breit. Die Krone ist zwei bis drei mal so lang wie der Kelch. Sie ist violett gefärbt, trichterförmig und mit einem breiten, fast glockenförmigen, fünflappigen Kronsaum versehen.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Verwendet wird die Wurzel.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Das Alkaloid Physochlain wurde bisher ausschliesslich in Arten der Gattung Physochlaina nachgewiesen, zudem enthalten sie unter anderem Hyoscyamin, Scopolamin und Cuscohygrin. Siehe in diesem Zusammenhang auch Bilsenkraut, Tollkirsche, Stechapfel und Engeltrompete.

Inhaltsstoffe von Physochlaina physaloides

PHARMAKOLOGIE

Tropanalkaloide besitzen parasympatholytische Eigenschaften und führen unter anderem zu einer Erschlaffung der glatten Muskulatur. Deshalb werden die Alkaloide bei der Behandlung von Bauchkrämpfen verwendet.

ANWENDUNG

In der tibetanischen Heilkunde als Spasmolytikum, Narkotikum. In Sibirien und anderen Ländern wird die Droge auch dem Bier als berauschender Zusatz beigefügt. Wichtiges Mittel in der tibetanischen Medizin.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Giftdroge!
Die Dosierung muss sorgfältig kontrolliert werden!

STATUS

Letzte Änderung: 22.12.2017 / © W. Arnold