Natternkopf - Echium vulgare

Natternkopf (syn. blaue Ochsenzunge)

Natternkopf

Echium vulgare - Natternkopf

Echium vulgare - Natternkopf

VORKOMMEN

Der Gewöhnliche Natternkopf blüht von Mai bis Oktober an trockenen bis halbtrockenen Ruderalstellen, auf steinigen Fluren, an sandigen Plätzen und auf Silikattrockenrasen. Er ist verbreitet in ganz Deutschland, Europa und Westasien und ist typisch für Pflanzen­ge­sell­schaften der nördlich temperierten Breiten.

MERKMALE

Der schöne Natternkopf ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze. Die Pflanze wird 25 cm bis 1 m hoch und besitzt steife Borsten an Stängeln und Blättern. Seine Blü­ten stehen in Thyrsen mit einfachen Wickeln. Die Blüten sind zuerst männlich, dann weiblich (vormännlich). Die Kronblätter sind 15 mm bis 22 mm lang, zuerst rosa bis vio­lett gefärbt, später werden sie blau bis himmelblau. Charakteristisch ist die trichterförmige Kronröhre mit ungleichen Zipfeln. Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen aus der Blüte heraus. Der Griffel ist zweispaltig und zwischen den Klausen grundständig. Der Fruchtknoten ist tief vierspaltig, die Früchte sind in vier Klausen zerfallene Spaltfrüchte.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Droge: Radix Echii (syn. Radix Buglossi agrestis); Natternkopfwurzel.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Alkaloide (Cynoglossin, Consolidin), Cholin, Allantoin (etwa 1.2 %), Bornesit, Alkannine und Schleimstoffe.
Die Pflanze enthält Pyrrolizid- Alkaloide, unter anderem Heliosupin.

Heliosupin: Inhaltsstoff des Natternkopfes

PHARMAKOLOGIE

Die Pflanze gilt aufgrund des Consolidingehaltes als giftig, sind leberschädigend und potentiell krebseregend. Die Pflanze ist für Tiere durch den Gehalt an Consolidin und durch Pyrrolizidinalkaloide, z. B. Heliosupin, giftig. Beim Menschen besteht kaum Vergiftungsgefahr.

ANWENDUNG

In der Volksheilkunde unter anderem als Blutreinigungsmittel. Der Natternkaopf wird wegen seines Gehaltes an Pyrrolizidin-Alkaloiden heute kaum noch als Heilpflanze verwendet. Von der Schulmedizin wird das schöne Raublattgewächs vollständig ignoriert. Aufgrund des Gehaltes an Allantoin ist die Heilwirkung der Natternkopfwurzel ähnlich wie die von Beinwell, aber kaum wissenschaftlich belegt.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Die Natternkopfwurzel ist heut in der Anwendung obsolet. Es sind auch keine Fertigarzneimittel auf dem Markt.

STATUS

NATTERNKOPF IM GARTEN

Der Gewöhnliche Natterkopf ist sehr pflegeleicht und genügsam. Er hat es gerne vollsonnig, trocken und warm, ja er verträgt auch extrem trockenen Boden. Natternkopf kann gut aus Samen gezogen werden. Im ersten Jahr wird eine typische Blattrosette gebildet, im zweiten Jahr dann ein oder mehrere kräftige Stängel. Der Gewöhnliche Natterkopf ist vollständig winterhart und sehr robust. Bei mir im Garten wächst er neben anderen Raublattgewächsen, wie Beinwell, Borretsch, Ochsenzunge und Hundszunge.

Natternkopf

SONSTIGES

Die geöffnete Einzelblüte mit ihrem vorgestreckten, gespaltenen Griffel wirkt wie der Kopf einer züngelnden Schlange, weshalb die Pflanze auch ihren Namen trägt. Darüber hinaus glaubte man früher fälschlicherweise, dass sie eine heilende Wirkung bei Schlangenbissen hat.

Letzte Änderung: 17.07.2017 / © W. Arnold