Echte Aloe - Aloe barbadensis (Aloe vera)

Aloe barbadensis (syn. Aloe vera, Aloe chinensis, Aloe elongata, Aloe officinalis, Aloe vulgaris).

Aloe

Aloe vera

VORKOMMEN

Die ursprüngliche Heimat der Echten Aloe ist nicht bekannt, denkbar erscheinen der Sudan und die arabische Halbinsel. Heute findet sich die Art kultiviert und verwildert in Nord-Afrika von Marokko bis Ägypten, im Nahen Osten, in Asien (besonders Indien), im gesamten südlichen Mittelmeerraum, auf Madeira, den Kapverden und den Kanarischen Inseln; Die Pflanze wurde eingeführt (heute auch verwildert) in Mittel- und Südamerika, insbesondere auf den Niederländischen Antillen, Puerto Rico, Jamaika, Mexiko und im Andenvorland.

MERKMALE

Die echte Aloe ist stammlos oder hat einen bis zu 25 cm langem Stamm. Die Pflanze hat ungefähr 20 Blätter in aufrechter, dichter Rosette angeordnet. Das einzelne Blatt ist bis zu 50 cm lang, basal bis zu 7 cm breit, lanzettlich, recht dick und fleischig. Die Oberseite des Blattes ist konkav, grau-grün mit häufig rötlicher Färbung, bei jungen Pflanzen sind manchmal Flecken vorhanden. Die Blattunterseite ist konvex. Der Blattrand hat eine leicht rosa Kante und ist mit 2 mm langen derben Zähnen im Abstand von 10 bis 20 mm besetzt. Der Blütenstand ist einfach oder ein- bis zweimal verzweigt und bis zu 90 cm hoch. Die dichten Blütentrauben sind zylindrisch, nach oben schmal werdend, die terminale Traube ist bis zu 40 cm lang, die unteren Trauben kürzer. Die Blüten sind gelb und etwa 3 cm lang. Der Blattsaft ist honigfarben, bein Eintrocknen gelb werdend.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Curacao-Aloe - (syn. Aloe barbadensis), der zur Trockene eingedickte Saft der Blätter.
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Aloe-vera-Gel - Schleim aus dem Gewebe des Blattinnern der aus dem durch Auspressen der Blätter erhaltenen „Saft" gewonnen wird.

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Curacao-Aloe - wesentlichen Inhaltsstoff den 1,8-Dihydroxyanthracen-Abkömmling Aloin (25 bis 40 %, bzw. 35 bis 38 %, welches ein Diastereomerengemisch aus Aloin A und Aloin B darstellt. Weiterhin enthalten sind die Anthranoide Aloeemodin und Chrysophanol sowie das bitterschmeckende Polyketid Aloeresin (hauptsächlich Aloeresin B). Charakteristisch ist das Vorkommen von 7-Hydroxyaloin A und B, das der Abgrenzung gegenüber der Kap-Aloe dient. Aloinoside fehlen weitgehend.

Aloin

Aloe-vera-Gel - Es sind Heteropolysacharide von unterschiedlicher Kettenlänge vorhanden. Moderne (patentierte) Verfahren sollen Anthranoid-freie Gelprodukte ermöglichen. In kleinen Mengen sind vorhanden: Proteine und Aminosäuren, Steroide (Cholesterol, β-Sitosterin) und Salicylsaäure.

PHARMAKOLOGIE

Bei längerer Einnahme von Aloe kann es zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt kommen, insbesondere zu Kaliumverlusten. Im Urin können Eiweiss und Blut auftreten (Albuminurie, Hämaturie). Bei Überdosierung kommt es zu Vergiftungserscheinungen, die sich in krampfartigen Schmerzen und schweren Durchfällen äussern, die zu lebensbedrohlichen Elektrolyt- und Wasserverlusten führen können. Auch Nierenentzündungen sind beschrieben.
Die therapeutische Bedeutung der „Aloe“ ist zurückgegangen vor dem Hintergrund, dass es besser verträgliche Stoffe gibt.

ANWENDUNG

Curacao-Aloe - Das in der Aloe enthaltene Aloin wirkt stark abführend, weswegen standardisierte Aloe bzw. deren Zubereitungen zur kurzfristigen Behandlung gelegentlich auftretender Verstopfung verwendet werden kann.
Meistens in Form des eingestellten Extraktes (Fertigarzneimittel) als Laxans. Aloe wird oft kombiniert mit Medizinalrhabarber und Senna (Schwedenmixtur)
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Aloe-vera-Gel - Aloe-vera-Gel wird kosmetisch und volksmedizinisch in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Nur in in Form von Fertigarzneimitteln.

Kontraindikationen sind Schwangerschaft und Darmverschluss sowie Entzündliche Darmerkrankungen.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung (bei Verstopfung)
  • ESCOP: - positive Bewertung (kurzfristige Behandlung bei gelegentlich auftretender Verstopfung )
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (kurzfristige Behandlung bei gelegentlich auftretender Verstopfung)
  • WHO Monografie (Aloe)

HOMÖOPATHIE

Aloe HAB1; der zur Trockene eingedickte Saft der Blätter einiger Aloe Arten.
Anwendungsgebiete: bei Magen-Darm-Störungen, Stuhlinkontinenz und Hämorrhoiden.

SONSTIGES

Aloe vera kann auch bei uns gut als Kübepflanze gehalten werden. Allerdings ist sie nicht winterfest.

Letzte Änderung: 06.05.2017 / © W. Arnold