Zistrose – Cistus spp.
Vorkommen | Merkmale | Drogen | Wirkstoffe | Pharmakologie | Evidenz | Anwendung | Zubereitung und Dosierung | Sicherheit | Status | Garten | Sonstiges | Ähnliche Heilpflanzen | FAQ
Unter dem Namen Zistrose werden verschiedene Arten der Gattung Cistus verwendet. Bekannt sind vor allem Cistus creticus und Cistus incanus. Zubereitungen enthalten reichlich Polyphenole und werden traditionell als Tee oder Extrakt genutzt.
Als Heilpflanzen werden vor allem verwendet: Cistus creticus, Cistus incanus, Cistus ladanifer.
VORKOMMEN
Zistrosen wachsen im Mittelmeerraum, auf trockenen, sonnigen Standorten, in Macchia und Garrigue. Sie kommen auch auf den Kanarischen Inseln vor.
MERKMALE
Es handelt sich um aromatische Halbsträucher mit gegenständigen, meist behaarten Blättern. Die grossen Blüten besitzen fünf Blütenblätter, weiss bis rosa. Viele Arten bilden harzige Ausscheidungen.
DROGEN
Verwendet werden Kraut, Blätter oder harzige Exsudate einzelner Arten. Bei Teezubereitungen meist getrocknetes Kraut bzw. Blattmaterial.
WIRKSTOFFE
Wesentlich sind Polyphenole, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolsäuren sowie ätherische Begleitstoffe. Harzreiche Arten enthalten Labdanum-Harzbestandteile.
PHARMAKOLOGIE
Polyphenolreiche Extrakte zeigen in vitro antioxidative, adstringierende und teilweise antimikrobielle Effekte. Diese Laborbefunde sind nicht automatisch auf klinische Wirkungen übertragbar.
Gerbstoffe können lokal reizlindernd und zusammenziehend wirken, was traditionelle Anwendungen im Mund- und Rachenraum plausibel macht.
EVIDENZ
Die Evidenz ist insgesamt begrenzt. Traditionelle Anwendung, pharmakologische Plausibilität und kleinere Studien bilden die Grundlage.
Für Erkältungssymptome und Reizungen der oberen Atemwege existieren kleinere klinische Untersuchungen, die jedoch keine starke allgemeine Wirksamkeitsaussage erlauben.
Für breit beworbene Aussagen gegen schwere Virusinfektionen, Borreliose oder systemische Erkrankungen besteht keine belastbare Evidenz.
- PubMed – randomisierte Studie zu Cistus-Extrakt bei Infekten der oberen Atemwege.
- EMA – Cisti cretici herba – regulatorische HMPC-Seite.
- PubMed Suchübersicht – wissenschaftliche Literatur zu Cistus-Arten.
ANWENDUNG
Traditionell als Tee, Gurgellösung oder Lutschzubereitung bei Reizungen im Mund- und Rachenraum sowie begleitend in Erkältungszeiten.
Andere Anwendungen sind teilweise volkstümlich, klinisch aber unzureichend belegt.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Teeaufguss aus getrocknetem Kraut oder Blattmaterial. Je nach Produktangaben 1 bis 2 Teelöffel pro Tasse, mehrmals täglich.
Extrakte gemäss Herstellerangaben dosieren.
SICHERHEIT
Zistrosentee gilt meist als gut verträglich. Gelegentlich sind Magenreizungen oder individuelle Unverträglichkeiten möglich.
Bei Schwangerschaft, Stillzeit oder chronischen Erkrankungen vorsichtshalber fachlichen Rat einholen.
STATUS
- Kommission E: keine Monographie vorhanden
- ESCOP: keine Monographie vorhanden
- HMPC: Bewertung vorhanden (Cisti cretici herba)
GARTEN
Zistrosen benötigen volle Sonne, durchlässigen Boden und eher trockene Bedingungen. In milden Lagen sind einige Arten winterhart, andere brauchen Winterschutz.
SONSTIGES
Das Harz Labdanum wurde bereits in der Antike als Duftstoff, Räucherwerk und Handelsware geschätzt.
ÄHNLICHE HEILPFLANZEN
- Salbei (Salvia officinalis) – traditionell für Mund und Rachen.
- Thymian (Thymus vulgaris) – traditionell bei Husten.
- Kamille (Matricaria recutita) – reizlindernd bei Schleimhäuten.
- Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea) – traditionell in Erkältungszeiten.
FAQ
-
Wofür wird Zistrose verwendet?
Traditionell bei Reizungen im Mund- und Rachenraum sowie begleitend in Erkältungszeiten. -
Ist Zistrose antiviral bewiesen?
Nein, dafür gibt es keine gesicherte breite klinische Evidenz. -
Ist Zistrosentee gut verträglich?
Meist ja, gelegentlich sind Unverträglichkeiten möglich. -
Welche Arten werden verwendet?
Vor allem Cistus creticus und Cistus incanus. -
Gibt es eine HMPC-Bewertung?
Ja, für Cisti cretici herba.
Letzte Änderung: 25.04.2026 / © W. Arnold