| Deutsche Apotheker
Zeitung - 144. Jahrgang 02.09.2004 Nr. 36 Veröffentlichung mit Genehmigung der Deutsche Apotheker Zeitung© Deutsche Apotheker Zeitung |
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| Pilze und ihre Inhaltsstoffe |
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| Betrachtungen aus pharmakologischer und toxikologischer Sicht |
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| Von Torsten Staudacher und Gerd Luippold |
Anschrift der Verfasser: PD Dr. Gerd Luippold, Torsten Staudacher Institut für Pharmakologie, Wilhelmstr. 56, 72074 Tübingen E-Mail: torsten.staudacher@uni-tuebingen.de |
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Pilze rufen bei einzelnen Menschen ganz
unterschiedliche Assoziationen hervor. Für die einen sind sie,
richtig zubereitet, kulinarische Leckerbissen, für die anderen sind
sie giftstrotzende Knollen. Wiederum andere Menschen nutzen die
„Magie” bestimmter Pilze, um sich vom Alltag und von der Realität zu
lösen. In der Pharmazie und Medizin werden einige Pilzarten als
Produzenten wertvoller Arzneistoffe geschätzt. Viele ihrer
Inhaltsstoffe dienen zudem als Leitstrukturen für die Entwicklung
neuer Arzneistoffe. |
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| Taxonomie der Pilze |
Früher wurden die Pilze dem Pflanzenreich zugeordnet, u. a.
wegen ihrer Standortgebundenheit. Heute nehmen sie in der Taxonomie
der Lebewesen einen eigenständigen, gegenüber Pflanzen und Tieren
gleichwertigen Rang ein. Im Reich der Pilze unterscheidet man zwei
grosse Gruppen:
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| Vermehrung der Pilze |
Bei den meisten Pilzen gibt es eine
geschlechtliche und eine ungeschlechtliche Form der Vermehrung. Die
geschlechtliche Vermehrung basiert auf den
verschiedengeschlechtlichen Sporen, den Plus- und den Minuszellen.
Diese werden in den Pilzfruchtkörpern in riesigen Mengen produziert,
verbreiten sich mit dem Wind, keimen aus und bilden unter günstigen
Umständen durch weitere Teilungen ein sich nach allen Richtungen
ausbreitendes, verzweigtes Hyphengeflecht (Primärmycel, Abb. 1).
Wenn zufällig zwei verschiedengeschlechtliche Primärmycelien
derselben Pilzart mit ihren Hyphenenden aufeinandertreffen und
miteinander verschmelzen, bildet sich durch weitere Teilung ein
Sekundärmycel (Abb. 1). Nur das Sekundärmycel ist in der Lage Fruchtkörper hervorzubringen. Dies geschieht normalerweise einmal im Jahr, bei den meisten Arten zwischen Hochsommer und Frühherbst. Bei ungünstigen klimatischen Verhältnissen bildet das Mycel keine Fruchtkörper. Die meisten Fruchtkörper der Ständerpilze sind „pilzförmig”, das heisst in Hut und Stiel gegliedert. Sie sind aus miteinander verflochtenen Pilzfäden aufgebaut. Die sporenbildende Fruchtschicht liegt an der Hutunterseite (Abb. 1). |
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| Unterscheidungsmerkmale |
Bestimmte Gruppen der Ständerpilze, wie Boviste (Lycoperdales),
Korallenpilze (Ramariaceae), Erdsterne (Geastraceae),
sowie alle grossen Schlauchpilze, nämlich Morcheln (Morchella),
Lorcheln (Gyromitra, Helvella) oder echte Trüffeln (Tuber),
sind wegen ihrer ausgefallen geformten Fruchtkörper sehr einfach zu
identifizieren. Wichtige Unterscheidungsmerkmale der Hutpilze sind
die verschiedenen Formen des Hutes und des Stieles. So kann die
Hutunterseite Poren oder Lamellen („Blätter"), ferner Röhren,
Leisten oder Stacheln aufweisen. Insbesondere die Form der Lamellen,
ihr Anschluss an den Stiel („Haltung") und der Lamellenrand
(„Schneide") sind oft sehr charakteristisch. Einige Pilze, wie der
Knoblauchschwindling (Marasrnius scorodonius) oder der
Maggipilz (Lactarius helvus), verbreiten einen
charakteristischen Geruch. Die im ausgewachsenen Zustand stark nach
Aas riechende Stinkmorchel (Phallus impudicus, Abb. 2) kann
schon über weite Distanzen lokalisiert werden. Einen typischen
scharfen und nachhaltig brennenden Geschmack weisen die Täublinge (Russula)
und Milchlinge (Lactarius) auf. Bei der Geschmacksprobe ist man
heute aufgrund der möglichen Kontamination mit Fuchsbandwurmeiern
(s. u.) etwas vorsichtiger geworden. |
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| Masse statt Klasse |
| Weil die geschlechtliche Fortpflanzung durch Sporen nur in äusserst seltenen Fällen klappt, produzieren Pilze so ungeheuer viele Sporen. Ein Wiesenchampignon setzt pro Stunde bis zu 40 Millionen Sporen frei. |
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| Sammeln von Pilzen |
Das Sammeln von Speisepilzen ist ein weit verbreitetes Hobby.
Als Sammelbehälter dienen luftdurchlässige Körbe. Geeignete Zeiten
sind Sonnentage im Anschluss an eine feuchte Witterung. Die
geernteten Pilze werden am besten mit einem Messer an Ort und Stelle
gesäubert. Pilze haben etwa denselben Wassergehalt und Nährwert wie
Gemüse. Ihr Eiweissgehalt beträgt 2,6 bis 5,5%, ihr
Kohlenhydratgehalt reicht von 3 bis 6%, während ihr Fettgehalt mit
0,2 bis 0,8% niedrig ist. Sie enthalten ausserdem einige wertvolle
Vitamine und Spurenelemente und als Ballaststoff Chitin
(unverdauliche Rohfaser). Die dem Volksglauben entsprungenen
Aussagen, dass giftige Pilze einen Silberlöffel schwarz färben, bei
Verletzung blau anlaufen oder von Tieren (z. B. Schnecken) nicht
gefressen werden, sind allesamt falsch. Um einen Giftpilz sicher zu
erkennen, muss man ihn anhand seiner botanischen Merkmale bestimmen.
Generell sollte man nur solche Pilze essen, die man eindeutig als
Speisepilze identifiziert hat. Auch seltene und schützenswerte Pilze
sollte man nicht sammeln. |
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| Gesundheitsgefahren durch Speisepilze |
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Eine tödliche Gefahr für den Pilzsammler geht von
dem kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) aus,
dessen mit dem blossen Auge nicht sichtbare Eier sich auf Pilzen (wie
auch auf Waldbeeren) befinden können. Nach der Aufnahme über den
Mund können sich die Eier zu Larven entwickeln, die die Leber
tumorartig durchwuchern. Das Risiko ist für den Einzelnen gering,
dennoch sollte auf den Verzehr von rohen Pilzen verzichtet werden.
Die Bandwurmeier werden bei Temperaturen über 60 °C in wenigen
Minuten abgetötet. Durch Einfrieren bei -18 °C werden sie dagegen
nicht zerstört. |
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| Pilze als Arzneidrogen |
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| Penicillin |
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| „Das ist ja seltsam” |
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Als Alexander Fleming, Bakteriologe am St. Mary's Hospital in London, 1928 einen zweiwöchigen Urlaub antrat, liess er ein paar mit Staphylokokken beimpfte Petrischalen stehen. Nach seiner Rückkehr waren sie mit Schimmelpilzen verunreinigt, und seine ganze Arbeit schien umsonst gewesen zu sein. Einem Freund, der ihn besuchte, wollte er seine misslungenen Versuche zeigen. Dabei bemerkte er, dass um einige dieser Schimmelpilze ein bakterienfreier Rasen entstanden war. So begann die Entdeckung des Penicillins, eines der wertvollsten Medikamente überhaupt. Fleming wurde 1944 geadelt und erhielt 1945 den Nobelpreis für Medizin. |
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| Lovastatin |
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Die Pilze Aspergillus terreus und Monascus ruber produzieren Lovastatin, das als Lipidsenker zugelassen ist. Pharmakologisch betrachtet ist Lovastatin ein HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor, denn es hemmt das Hydroxymethylglutaryl-Coenzym A, das Schlüsselenzym der körpereigenen Cholesterolbiosynthese. Durch einen Feedback-Mechanismus bildet der Körper, der Cholesterol u. a. für die Stabilisierung der Zellmembranen oder die Synthese der Sexualhormone braucht, vermehrt LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen, worauf die LDL-Plasmakonzentration sinkt. |
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| Mutterkorn |
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| St.-Antonius-Feuer |
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Berichte über das St.-Antonius-Feuer oder Gangränösen Ergotismus reichen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Unmittelbare Krankheitsursache war durch Mutterkorn verunreinigtes Roggenbrot. Die Betroffenen litten unter Kribbeln und Krämpfen, hatten das Gefühl zu verbrennen, ihre Haut färbte sich stellenweise blau-schwarz, teilweise starben ihre Gliedmassen ab. Sie wandten sich hilfe suchend an Antonius den Einsiedler, der von 251 bis 356 in Ägypten gelebt haben soll, und wurden in den Hospitälern des nach ihm benannten Antoniter-Ordens betreut. |
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| Psychoaktive Pilze |
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| LSD |
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| Werdegang einer Droge |
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Auf der Suche nach einem Kreislauf- und Atmungsstimulans modifizierte Albert Hofmann 1938 bei der Firma Sandoz in Basel die aus dem Mutterkorn gewonnene Lysergsäure (Abb. 5). LSD-25 war eine der neuen Verbindungen, doch zeigte sie im Tierversuch nicht die erwünschte Wirkung. Fünf Jahre später beschäftigte sich Hofmann wieder mit LSD-25, nahm selbst etwas davon ein und verspürte daraufhin eine „seltsame Unruhe”, die ihn ein paar Tage später zu einem erneuten Selbstversuch motivierte. Er wollte dabei besonders vorsichtig vorgehen und nahm nur eine Dosis von 0,25 mg, doch hatte er damit bereits eine zehnfache Überdosis genommen. Später wurde Timothy Leary von der Harvard University auf das LSD aufmerksam. Er untersuchte an Probanden, ob es deren hellseherische Fähigkeiten steigerte. Im Laufe der Zeit entfernte er sich immer mehr von seiner Forschungsarbeit, verliess Harvard und hatte Kontakt zur Brotherhood of Eternal Love, deren Mitglieder - wie andere Hippies - regelmässig LSD konsumierten. LSD wurde vorübergehend eine der beliebtesten Partydrogen. |
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| Magic mushrooms und Fliegenpilz |
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| Fleisch der Götter |
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Das Ehepaar Gordon und Valentina Wasson entdeckte 1955 in Mexiko den Göttlichen Dungpilz (Psilocybe cubensis). Die Curanderos (Medizinmänner und -frauen) nannten ihn „teo-nanacatl”, was soviel wie das „Fleisch der Götter” bedeutet, und nutzten seine „Macht”, um vor einer Therapie göttlichen Rat einzuholen. 1958 gelang es Albert Hofmann in Basel, aus dem Pilz das Psolocybin zu isolieren und synthetisch herzustellen. |
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| Für Flieger und Wüteriche |
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Kommt der Name des Fliegenpilzes daher, dass man ihn als Fliegengift verwendete? Heute vermutet man den Ursprung des Namens eher darin, dass die Konsumenten des Fliegenpilzes glaubten, fliegen zu können. Die Germanen dachten, dass der Fliegenpilz überall dort wächst, wo aus dem Maul des Pferdes von Wotan Schaum getropft war. Wotan war der Gott des Todes, des Krieges und der Ekstase. Die sprichwörtlich wütenden Berserker verspeisten den Pilz, um ihre Kampfeslust zu steigern. Auch sibirische Volkstämme verwendeten den Fliegenpilz traditionell als Rauschdroge. Sie stellten aus ihm einen Sud her, den sie bei ausschweifenden Festen tranken. Da der Pilz selten und der Sud beschränkt war, trank man auch den Urin der Konsumenten, denn dieser hatte ebenfalls eine berauschende Wirkung. |
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| Grüner Knollenblätterpilz |
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Von den rund 6000 in Europa vorkommenden Pilzarten sind etwa 180 als giftig oder giftverdächtig einzustufen, doch sind nur wenige für den Menschen lebensgefährlich. Am giftigsten ist zweifellos der Grüne Knollenblätterpilz (Arnanita phalloides, Abb. 8), auch als Gift-Wülstling bezeichnet, der für einen Laien von einem Champignon fast nicht zu unterscheiden ist. Der Grüne Knollenblätterpilz enthält die äusserst giftigen Amatoxine. Diese sind gegenüber Hitze (Kochen, Braten) und den Enzymen des Verdauungstraktes stabil. Die letale Dosis beträgt für den Menschen ca. 5 bis 7 mg, d. h. der Verzehr von ein bis zwei Pilzen kann bereits tödlich sein. Dabei ist das Fatale die lange Latenzzeit. Erst nach 6 bis 20 Stunden treten die ersten Vergiftungserscheinungen auf, Brechdurchfälle und Koliken, die ein bis zwei Tage anhalten können. Danach kommt es zur Lebernekrose und zur Zerstörung der Nierentubuli, schliesslich um den siebten Tag zum Tod. |
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| Der perfekte Mord |
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Kaiser Claudius (reg. 41 - 54) war sicherlich eines der berühmtesten Opfer des Grünen Knollenblätterpilzes. Kurz nachdem er seine dritte Ehefrau und deren Liebhaber hatte hinrichten lassen, heiratete er seine Nichte Agrippina. Diese überredete ihn, ihren Sohn Nero aus erster Ehe zu adoptieren. Damit setzte er seinen eigenen, jüngeren Spross Britannicus in der Erbfolge zurück. Als Claudius diese Entscheidung rückgängig machen wollte, entschloss sich Agrippina kurzerhand ihn umzubringen. Sie liess ihm ein Pilzgericht mit Knollenblätterpilzen vorsetzen, und als nach der für diese Vergiftung typischen Latenzzeit die Symptome auftraten, verabreichte ihm sein Leibarzt, ein Komplize der Kaiserin, als „Medizin” ein weiteres Gift. |
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Die Wirkung der Amatoxine beruht auf einer Hemmung der RNA-Polymerase. Damit kann die Information der DNA nicht mehr in die messenger-RNA umgeschrieben werden, und die Proteinsynthese der Zelle ist lahmgelegt. Die Therapiemassnahmen bei einer Knollenblätterpilzvergiftung sind gering. Bei frühzeitiger Erkennung hilft die Entleerung von Magen und Darm. Zum Schutz der Leberzellen wird Silibinin verabreicht, ein Bestandteil des Silymarins aus der Mariendistel (Sylibum marianum). Ausserdem kann versucht werden, durch eine künstliche Niere oder durch Kohlefilter das Blut extrakorporal zu reinigen. Die Applikation von Penicillin soll die Aufnahme der Amatoxine in die Leber vermindern. |
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| Pilze und Alkohol |
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| Massnahmen bei Vergiftungen |
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Wenn nach einer Pilzmahlzeit Symptome auftreten, die auf eine Vergiftung hinweisen, ist ein Arzt hinzuzuziehen. Zur Identifikation der Pilze bzw. des Mykotoxins sind Putzreste und Essensrückstände, Erbrochenes und Stuhl zu asservieren. Die allgemeine Therapie sieht die rasche Magenentleerung und den Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushaltes vor. Um Erbrechen auszulösen, kann die Rachenwandung gereizt oder lauwarmes Salzwasser (3 gehäufte Teelöffel Kochsalz in einem Glas) verabreicht werden. Der Arzt kann Ipecacuanha oder Apomorphin geben sowie Erregungszustände oder Krampfanfälle symptomatisch behandeln. Hinweise zur speziellen Therapie geben die Giftinformations- und -beratungszentren. |
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