| HEILPFLANZEN |
Vitex agnus-castus - Mönchspfeffer |
Vitex agnus-castus (syn. Agnus-castus vulgaris, Vitex verticillata)

Mönchspfeffer (syn. Abrahamstrauch, Keuschbaum, Keuschlamm, Müllen) |
| Südeuropa und Asien (vorwiegend Mittelmeergebiet). Vitex agnus-castus wird auch als Zierpflanze gezogen und ist in tropischen Regionen eingebürgert. Gedeit gut als dekorative Kübelpflanze. |
| Strauch oder kleiner Baum (bis zu 4 m) mit behaarten Fiederblättern, ährenartigen Blütenständen mit duftenden blauvioletten (selten weissen) Blüten und kleinen rötlichschwarzen Steinfrüchten. Optisch ist er dem Hanf sehr ähnlich, weshalb es leicht zu Verwechselungen kommen kann. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
Agni casti fructus (syn. Baccae Agni casti, Fructus Agni casti, Semen Agni casti);
Mönchspfefferfrüchte (syn. Keuschlammfrüchte), die reifen, getrockneten Früchte.

Viticis folium (syn. Vitex-peduncularis-Blätter), die getrockneten Blätter. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Agni casti fructus: Iridoidglykoside, unter anderem Agnusid und Aucubin, Flavonoide, besonders Casticin und Penduletin. Ferner ätherisches Öl (0,8-1,2 %) mit den Hauptkomponenten 1,8-Cineol, Limonen, α-Pinen und β-Pinen sowie Diterpene, unter anderem Rotundifuran und Vitexilacton.

Viticis folium: Iridoide, bes. Agnusid (0,6 %) und Aucubin (0,3 %) sowie Eurostosid, Flavonoide, unter anderem Casticin, Homoorientin und Isovitexin. Ferner äther. Öl (0,5-1 %) mit den Hauptkomponenten 1,8-Cineol, β-Caryophyllen, E-β-Farnesen, Limonen, α-Pinen und Sabinen sowie die Ketosteroide Androstendion, 17-α-Hydroxyprogesteron und Progesteron.

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| Extrakte der Droge wirken dopaminerg, prolactininhibierend und regen unter anderem die Ausschüttung der Gonadotropine LH, ICSH und LTH an. Sie sind Bestandteil zahlreicher Phytopharmaka. Tierversuche und kontrollierte klinische Studien liefern wissenschaftliche Hinweise, dass die Droge bei gynäkologischen Beschwerden (darunter prämenstruelles Syndrom, schmerzhafte Monatsblutung und Corpus luteum-Unterfunktion) wirksam ist. |
Agni casti fructus: Prämenstruelle Beschwerden, Regeltempoanomalien, Mastodynie sowie als Galactagogum (milchtreibendes Mittel).

Viticis folium: Bei Fieber, besonders bei Schwarzwasserfieber. In Pakistan als allgemeines Stärkungsmittel gebraucht. Die Wirksamkeit der Droge ist bei diesen Indikationen nicht belegt. |
| ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG |
| Man verwendet Trockenextrakte oder flüssige Zubereitungen (Aufgüsse oder Tinkturen). Die empfohlene Dosis variiert von 3 g zerkleinerten Früchten pro Tag (oder entsprechenden Präparaten) bis zu einem Aquivalent von 30-40 mg getrockneten Früchte in Extraktform (Kommission E). Mönchspfeffer-Extrakte sind in verschiedenen oralen Arzneimitteln im Handel. Die Arzneimittel werden üblicherweise einmal täglich verabreicht und sollen regelmässig während mindestens 3 Monaten eingenommen werden. |
Vitex agnus-castus HAB 1; Mönchspfeffer, die reifen, getrockneten Früchte.

Anwendungsgebiete: Erkrankungen der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane. |
| Die Bezeichnung agnus ist von den griechischen Worten agnos (keusch, rein) und gonos (Nachkommenschaft) abgeleitet und wurde bereits von Dioskurides in Zusammenhang mit der weitverbreiteten Ansicht einer anaphroditischen Wirkung gebraucht. Ebenso weist der lateinische Name castus (keusch) auf diese Ansicht hin. Der Strauch galt als Sinnbild der Keuschheit. Im Altertum, aber auch im Mittelalter, dienten Zubereitungen aus den Früchten als Mittel zur Minderung des Geschlechtstriebes, zur Förderung der Regelblutung sowie des Milchflusses. In einigen südlichen Regionen dienen die Früchte auch als Pfefferersatz, während die scharfen Blätter anstelle von Hopfen dem Bier zugesetzt werden. |
| Letzte Änderung: 17.01.2012 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 
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Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art |
Lamiales
Lamiaceae
Viticoideae
Vitex
Mönchspfeffer
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Wiss. Bez. |
Vitex agnus-castus |
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Bei Spannungs- und Schwellungsgefühl in den Brüsten sowie bei Störungen der Regelblutung sollte zur diagnostischen Abklärung zunächst ein Arzt aufgesucht werden. |
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Der Mönchspfeffer ist eine schöne Gartenpflanze, ein bis 4 m hoher, sommergrüner, würzig duftender Strauch, der von August bis Oktober in langen violetten Blütenrispen blüht. |
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Traditionelle Medizin
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Kommission E: positive Bewertung |
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Klinische Studien: positiv |
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