| HEILPFLANZEN |
Viola odorata - Wohlriechendes Veilchen |
| Duftveilchen (syn. Heckenveilchen, Märzveilchen, Oeschen, Osterchen, Veilchen, Wohlriechendes Veilchen). |
| Im Mittelmeergebiet bis hin zum Kaukasus und Kurdistan beheimatet. Im Garten wird es seit der Antike kultiviert, weil es sowohl im religiösen Ritus als auch in der Heilkunde schon sehr früh Verwendung fand. Spätestens seit dem frühen Mittelalter wurde es auch in Mitteleuropa als Zier- und Heilpflanze angebaut. |
| Die Veilchenart ist vor allem wegen ihres süssen Dufts bekannt. Es handelt sich um eine in Europa heimische, rhizombildende, mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 10 cm erreicht. Die grasgrünen, ei- bis herzförmig geformten Blätter stehen in einer Rosette und sind schwach gekerbt. Vom späten bis zum zeitigen Frühjahr erscheinen die kleinen violetten Blüten und sind eine der ersten Blumenblüten im Jahr. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Viola-odorata-Blütenöl (syn. Oleum Violae, Oleum Violae odoratae aethereum); Veilchenblütenöl (syn. Veilchenöl), das äther. Öl der frischen Blüten.

2. Violae odoratae flos (syn. Flores Violae odoratae, Flores Violarum); Veilchenblüten, die getrockneten Blüten.

3. Violae odoratae folium (syn. Folia Violae odoratae); Veilchenblätter, die zur Blütezeit gesammelten und an der Luft getrockneten Blätter.

4. Violae odoratae herba (syn. Herba Violae odoratae); Veilchenkraut, das blühende Kraut.

5. Violae odoratae rhizoma (syn. Radix Violae, Radix Violae odoratae, Rhizoma Violae, Rhizoma Violae odoratae); Echte Veilchenwurzel, der getrocknete Wurzelstock. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Viola-odorata-Blütenöl: Unter anderem Parmon (trans-α-Ionon, das Duftprinzip des Öles), ferner Undecanon-2, Isoborneol, 2,6-Nonadien-1-al sowie unter anderem die Sesquiterpene (-)-Zingiberen, (+)-α-Curcumen, α- und β-Ionon.

2. Violae odoratae flos: Ätherisches Öl (siehe Viola odorata-Blütenöl), Flavonoide, unter anderem Rutosid, Anthocyane, besonders Violanin und Gauin, Schleimstoffe, Salicylsäuremethylester in glykosidierter Form sowie das Alkaloid Violin.

3. Violae odoratae folium: Ätherisches Öl (0,002 %), Schleimstoffe, Triterpene, unter anderem Friedelin, β-Sitosterol, Salicylsäuremethylester, Phenolcarbonsäuren, u.a. Ferulasäure und Sinapinsäure sowie das Alkaloid Violin.


4. Violae odoratae herba: siehe Violae odoratae folium.


5. Violae odoratae rhizoma: Ätherisches Öl (0,038 %) mit β-Nitropropionsäure und Salicylsäuremethylester (gebildet als Spaltprodukt bei der Wasserdampfdestillation), das Salicylsäureglucosid Gaultherin sowie das Alkaloid Violin. |
 |
1. Viola-odorata-Blütenöl: als mögliches Repellent sowie in der Kosmetik für kostbare Parfüms.

2. Violae odoratae flos: Die Droge ist Bestandteil von Husten- und Bronchialtees.

3. Violae odoratae folium: Als Husten- oder harntreibender Tee, meist jedoch Bestandteil entsprechender Kombinationen. Das ätherische Öl der Droge wird in der Kosmetik verwendet.


4. Violae odoratae herba: Volkstümlich als Tee bei Husten, Heiserkeit, Bronchitis mit festsitzendem Schleim, bei nervösen Beschwerden sowie äusserlich für Waschungen bei Hautleiden.

5. Violae odoratae rhizoma: volkstümlich bei Erkrankungen der Atmungsorgane und bei rheumatischen Beschwerden. |
Viola odorata HAB 34; die frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Pflanzenteile.

Anwendungsgebiet: Entzündungen der Atemwege, Rheuma der Handgelenke. |
| Der Gattungsname Viola ist vermutlich eine Verkleinerung des griechischen ion, das unter anderem schon bei Homer bekannt war und im Altertum mit dem mythologischen Io in Verbindung gebracht wurde; iostephanos (veilchenbegrenzt) heisst bei Pinar die Stadt Athen. Nach einer Sage haben ionische Nymphen diese Blume dem Ion anlässlich der Gründung der Stadt Athen dargebracht. Das deutsche Wort Veilchen ist eine Entlehnung aus dem lateinischen viola. |
| Letzte Änderung: 16.02.2009 / © W. Arnold |
|
|
 |
 |
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
 |
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
 |
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
 |
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
 |
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
 |
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
 |
Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
 |
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
 |
| |
Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Malpighiales
Violaceae
Viola
Duftveilchen
|
| |
Wiss. Bez. |
Viola odorata |
 |
 |
Das kostbare Veilchenblütenöl wird in der sehr feinen Parfümerie zur Herstellung von Parfüm und Pomade verwendet |
|