HEILPFLANZEN
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria (syn. Alexitoxicum vincetoxicum, Asclepias vincetoxicum, A. alba, Cynanchum vincetoxicum, Vincetoxicum album, V. officinale, V. vincetoxicum, V. vulgare)

Schwalbenwurz (syn. Sankt-Lorenz-Wurzel, Sankt-Lorenzkraut, Weisse Schwalbenwurz)
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
VORKOMMEN
Die kalkliebende Pflanze ist in Europa weit verbreitet; in Deutschland zerstreut, in Österreich häufig in allen Bundesländern vertreten. Als Standort werden trocken-warme, lichte Wälder und steinige Trockenrasen bevorzugt. Der Schwalbenwurz ist auch in Nordafrika und Asien vertreten,
MERKMALE
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentime­tern. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind länglich und an der Basis herzförmig. Die Blüten stehen in kleinen Trauben in den Blattachseln.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Vincetoxici radix (syn. Radix Vincetoxici, Rhizoma Vincetoxici);
Schwalbenwurzel (syn. Giftwurzel, St. Lorenzkrautwurzel), der getrocknete Wurzelstock und die Wurzeln.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Hirundigenin15-Oxasteroidglykoside mit Secopregnangrundgerüst als Aglyka, unter anderem Hirundigenin und Anhydrohirundigenin. Ferner Alkaloide (0,018 %), unter anderem Tylophorin enthaltend, sowie Triterpene, Sterole und Phenolcarbonsäurederivate, unter anderem Chlorogensäure und Sinapinsäure.
ANWENDUNG
TylophorinVolkstümlich zur Erregung von Brechreiz bei Vergiftungsverdacht sowie als harntreib­endes und schweisstreibendes Mittel. Früher auch bei Menstruationsbeschwerden.
HOMÖOPATHIE
Vincetoxicum hirundinaria HAB 1; Schwalbenwurz, die frischen Blätter.

Anwendungsgebiete: Entzündliche Prozesse, Virusinfektionen.
SONSTIGES
Der Gattungsname Vincetoxicum leitet sich vom lateinischen vincere (besiegen) und toxicum (Gift) ab und bezeichnet eine Pflanze, die als Antidot wirkt. Der Name Schwalbenwurz ist aus dem mittellateinischen Namen der Pflanze hirundinaria bzw. vom lateinischen hirundo (Schwalbe) abgeleitet und drückt die Ähnlichkeit der mit einem Haarschopf versehenen Samen mit fliegenden Schwalben aus. Die giftver­dächtige Pflanze wird von Schafen und Rindern gemieden und von Pferden erst nach Frost gefressen.
Letzte Änderung: 09.04.2012 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.

Wikipedia

Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz
Vincetoxicum hirundinaria - Schwalbenwurz

  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Gentianales
Apocynaceae
Asclepiadoideae
Vincetoxicum
Schwalbenwurz
  Wiss. Bez. Vincetoxicum hirundinaria