| HEILPFLANZEN |
Vinca minor - Gemeines Immergrün |
Vinca minor (syn. Pervinca minor, P. procumbens, Vinca ellipticifolia, V. humilis)

Gemeines Immergrün (syn. Immergrün, Kleines Immergrün, Kleines Sinngrün) |
| Von Nordspanien über Westfrankreich ostwärts über das südliche und mittlere Europa bis zum Kaukasus. Vielerorts und vor allem in den USA eingebürgert. Häufig und meist gesellig in Laubwäldern, Auen, auf Waldlichtungen, Mauern und Felsen, von der Ebene bis auf 1300 m (Schweiz) ansteigend. |
| Halbstrauch, nichtblühende Sprosse niederliegend, bis 60 cm lang, blühende Sprosse aufstrebend, bis 20 cm hoch, am Grunde verholzend. Laubblätter ledrig, immergrün, oberseits glänzend. Die Blüten sind einzeln und langgestielt. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
| Vincae minoris folium (syn. Herba Vincae pervincae, Folia Vincae, Folia Vincae pervincae); Immergrünblätter (syn. Sinngrünblätter). |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
Etwa 30 verschiedene Monoterpen-Indolalkaloide (bis zu 1% TG in Wildpflanzen oder bis zu 4% TG in Kultur). Vincamin macht als Hauptalkaloid etwa 25 - 60% der Gesamtalkaloide aus. Der Vincamingehalt variiert jahreszeitabhängig, und ist im April/Mai und Ende August/Mitte September am höchsten. Ferner kommen Vincin, und phenolische Verbindungen vor. In den getrockneten Blättern wurden 3,7 % Ursolsäure, 0,055 % ß-Sitosterol, 0,032 % Omol und 0,03 % des Iridoidglykosids Loganinsäure gefunden.
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| Immergrünextrakte besitzen blutdrucksenkende, krampflösende, blutzuckersenkende, immunstimulierende, zytotoxische und schmerzstillende Eigenschaften. Untersuchungen an Tier und Mensch haben gezeigt, dass Vincamin den Blutdruck senkt, die Durchblutung des Gehirns und damit Sauerstoff- und Glucoseversorgung verbessert. |
| Da die biologische Verfügbarkeit von Vincamin gering ist, wurden Retardpräparate entwickelt. Das Alkaloid wird heutzutage weitgehend durch Partialsynthese aus dem Alkaloid Tahersonin produziert, das aus den Samen von Voacanga africana und V. thouasii gewonnen wird. Die mit Vinca minor nahe verwandte Vinca major besitzt grössere Blätter und Blüten. Die Bezeichnung „Vinca-Alkaloide” bezieht sich gewöhnlich auf die aus Catharanthus roseus gewonnenen Substanzen. |
Vinca minor HAB 1; Kleines Immergrün, die frischen, oberirdischen Teile blühender Pflanzen mit anhängenden, faserigen Wurzeln.

Anwendungsgebiete: Bei nässendem Ekzem und Schleimhautblutungen sowie bei Gerinnungsstörungen. |
| Der Gattungsname Vinca leitet sich vom lateinischen vincire (umwinden) ab. Der deutsche Name Immergrün bezieht sich auf die immergrünen Blätter der Pflanze. |
| Letzte Änderung: 06.12.2010 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung |
Gentianales
Apocynaceae
Vinca
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Wiss. Bez. |
Vinca minor |
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Das Immergrün ist Ausgangsmaterial für die Gewinnung des in Arzneimitteln zur Durchblutungsförderung verarbeiteten Indolalkaloids Vincamin, dessen Isolierung aus Vinca-minor-Kraut ökonomischer ist als die synthetische Herstellung . |
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Die medizinische Anwendung von Immergrün oder seinen Extrakten wird in den meisten Ländern nicht empfohlen. |
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Das Kleine Immergrün ist in allen Teilen giftig. |
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