HEILPFLANZEN
Verbascum phlomoides - Filz-Königskerze
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze
Verbascum thapsus - Kleinblumige Königskerze
Wolllblüten, Wollblumen, Wollkrautsblumen, Himmelbrandstee, Windblumen

Verbascum phlomoides
- Filz-Königskerze
Verbascum phlomoides - Filz-Königskerze

Verbascum densiflorum
- Grossblumige Königskerze
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze

Verbascum thapsus
- Kleinblumige Königskerze
Verbascum thapsus - Kleinblumige Königskerze
VORKOMMEN
Heimisch in Mittel-, Ost-und Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika und Athiopien. Die Droge stammt überwiegend aus Kulturen und wird aus Agypten, Bulgarien und der ehemaligen CSSR importiert.
MERKMALE
Zweijährige Pflanze mit wollig behaarten Blättern in grundständiger Rosette. Im zweiten Jahr entwickelt sich ein langer, gelegentlich verzweigter Blütenstand (bis zu 3 m) mit dicht stehenden gelben Blüten. Die Filz-Königskerze (Verbascum phlomoides) und die sehr ähnliche Grossblumige Königskerze (Verbascum densiflorum syn. Verbascum thapsiforrne) werden am häufigsten arzneilich verwendet. Auch eine dritte Art, die Kleinblumige Königskerze (Verbascum thapsus), gilt als akzeptable Quelle für Drogenmaterial.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Verbasci flos (Flores Thapsi barbati, Flores Verbasci, Flos Verbasci), Wollblumen (syn. Himmelbrandtee, Königskerzenblüten, Wollkrautblumen), die getrockneten Blumenkronen mit den aufsitzenden Staubblättern.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Aucubin, CatalpolTriterpensaponine, darunter Verbasco­saponin; ferner etwa 3% Schleimstoffe (durch Hydrolyse werden vorwiegend Galactose, Arabinose und Uron­säuren abgespalten); ferner Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol und verwandte Verbindungen), Flavonoide (bis zu 4%, vorwiegend Rutin, Apigenin Luteolin und Hesperidin) sowie verschiedene Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure, Ferulasäure, Protocatechusäure und andere). Ebenfalls ist das Phenylethanoidglykosid Verbascosid (= Acteosid) vorhanden.
PHARMAKOLOGIE
Die Saponine besitzen sekretolytische und expektorierende Eigenschaften; die Schleime sind reizlindernd. Die schwach harntreibende Wirkung wird den Flavonoiden zugeschrieben. Iridoidglykoside wirken entzündungshemmend. Es wurden ferner antivirale Effekte gezeigt. Die traditionellen Indikationen müssen noch durch klinische Studien untermauert werden.
ANWENDUNG
Wollblumen: hauptsächlich bei Katarrh der oberen Luftwege. Wegen der reizlindernden und sekretolytischen Eigenschaften wird die Droge verbreitet bei Husten, Grippe, Bronchitis und als Bestandteil von Kräuterteemischungen eingesetzt. Sie gilt ferner als schweiss- und harntreibend. Äusserlich zur Behandlung von Wunden und Hautleiden.
HOMÖOPATHIE
Verbascum thapsiforme (=Verbascum densiflorum) HAB 1; Königskerze, die frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Pflanzenteile ohne verholzte Stengel.

Anwendungsgebiet:
Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege sowie des peripheren Nervensystems.
SONSTIGES
Der Gattungsname ist vom lateinischen "barbascum" (barba = Bart) abgeleitet. Der Artname thapsiforme geht auf das griechische thapsos zurück, worunter die Griechen eine zum Gelbfärben benutzte Pflanze verstanden. Der Name Königskerze hat nach Brunfels seinen Ursprung darin, dass die mit Teer oder Pech bestrichene Pflanze wie eine Fackel brennt und entsprechend auch genutzt worden sein soll.
Letzte Änderung: 27.12.2009 / © W. Arnold
 
Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004.
A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2.
Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9.
Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.


Wikipedia


Verbascum phlomoides
Verbascum phlomoides - Filz-Königskerze
Verbascum densiflorum
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze
Verbascum densiflorum - Grossblumige Königskerze
Verbascum thapsus
Verbascum thapsus - Kleinblumige Königskerze
Verbascum thapsus - Kleinblumige Königskerze


  Ordnung
Familie
Gattung
Lamiales
Scrophulariaceae
Königskerzen
  Wiss. Bez. Verbascum


Einige wenige Kombinations­präparate (Hustensäfte, Hustentropfen) enthalten unter anderem auch Auszüge aus Wollblumen.


Die Stängel wurden früher in Harz oder Pech getaucht und als langbrennende Fackel genutzt.