| HEILPFLANZEN |
Vaccinium vitis-idaea - Preiselbeere |
Vaccinium vitis-idaea L. (syn. Myrtillus exigua, Vaccinium rubrum, Vitis idaea punctata, V. idaea punctifolia);

Preiselbeere (syn. Kronsbeere, Preiselbeere), |
| Gesamte nördliche Hemisphäre. |
| Der Zwergstrauch wird zwischen 10 cm und 40 cm gross und ist von kompaktem, aufrechtem Wuchs. Seine ovalen, immergrünen Blätter haben eine glänzend dunkelgrüne Färbung und ledrige Struktur. Sie sind wechselständig und zweizeilig angeordnet. Die Blüten sind vierzählig, bei den anderen Arten der Gattung meist fünfzählig. Ab Ende August bis Anfang September reifen aus ihnen in fünf bis sechs Wochen die zunächst weissen, später leuchtend roten Beeren. |
| DROGEN (verwendete Pflanzenteile) |
1. Vitis-idaeae folium (syn. Folia Vitis-idaeae); Preiselbeerblätter (syn. Steinbeerblätter), die getrockneten Blätter.

2. Vitis-idaeae fructus (syn. Baccae Vitis-idaeae, Fructus Vitis-idaeae); Preiselbeeren (syn. Kronsbeeren, Rote Heidelbeeren, Steinbeeren), die reife, getrocknete Frucht. |
| WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE |
1. Vitis-idaeae folium - Gerbstoffe und Gerbstoffvorstufen (10-19 %) meist vom CatechinTyp, Proanthocyanidine mit Catechin-Epicatechin-Dimer B-1 (0,1-0,5 %), EpicatechinDimer B-2 und Catechin-Dimer B-3 als Hauptkomponenten, phenolische Verbindungen, unter anderem Arbutin (ca. 3-5 %) und Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Triterpene und Mineralstoffe, bes. Mangan (0,04-0,35 %).

2. Vitis-idaeae fructus - Anthocyanoside (0,17 %) mit Cyanidin-3-O-galactosid als Hauptkomponente. Ferner flüchtige Verbindungen, unter anderem aliphatische Alkohole und Aldehyde, Flavonoide mit Quercetin als Hauptkomponente, Triterpene, unter anderem Ursolsäure (0,75 %) enthaltend, sowie organische Säuren, u.a. Benzoesäure und Syringasäure.
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| Es wurde nachgewiesen, dass die Adhäsion von Bakterien an der Schleimhautoberfläche durch die enthaltenen Oligomeren Procyanidine (besonders durch Epicatechin-Trimere) gehemmt wird, sodass eine bakterielle Invasion in das Gewebe und eine Entzündung unterbleiben. Inzwischen zeigen mehrere Studien an Patienten mit Cranberry-, Moosbeeren- und/oder Preiselbeersaft bzw. daraus hergestellten Extrakten die Wirksamkeit bei der Prophylaxe von Harnwegsinfektionen. |
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1. Vitis-idaeae folium - volkstümlich bei Entzündungen der Gallen- und Harnwege, Gicht und rheumatischen Beschwerden sowie als Ersatz für Bärentraubenblätter (Arctostaphylos uva-ursi). Zur Teezubereitung verwendet man als mittlere Einzelgabe die Abkochung von 2 g fein zerschnittener Droge.

2. Vitis-idaeae fructus - volkstümlich auf Grund der adstringierenden Wirkung innerlich bei Durchfallerkrankungen, früher auch bei Lungen- und Gebärmutterblutungen, äusserlich bei Schleimhaut- und Zahnfleischentzündungen sowie für Umschläge und Waschungen bei Hautkrankheiten. |
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Vaccinium war die römische Bezeichnung für die Heidelbeere, vitis-idaea heisst soviel wie “Weinrebe vom Berg Ida” (auf Kreta). Eine alte Sage aus dem Bergischen Land erzählt, dass die Jungfrau Maria und die Heilige Gertrud die Preiselbeerfrüchte wachsen liessen, nachdem ein Einsiedler sie um eine nährende Gabe für die Menschen in der kargen Gegend gebeten hatte.
Nicht zu verwechseln ist die Cranberry (Vaccinium macrocarpon) mit der bei uns bekannten Preiselbeere. Beide Pflanzen gehören derselben botanischen Familie an, unterscheiden sich aber in wesentlichen Merkmalen und auch Inhaltsstoffen. Die rubinroten Beeren des Cranberry-Strauches sind etwa dreimal so gross wie die Preiselbeeren. Die Früchte haben viel helles, festes Fruchtfleisch mit intensivem, leicht säuerlichem Geschmack. Preiselbeeren hingegen sind erbsengrosse, scharlachrote Früchte mit wenig Fruchtfleisch und vielen, kleinen Samenkernen.
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| Letzte Änderung: 08.11.2011 / © W. Arnold |
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Ben-Erik van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen;Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart; ISBN 3-8047-2069-2, 2004. |
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A. Poletti; H. Schilcher; A.Müller: HEILKRÄFTIGE PFLANZEN, Walter Hädecke Verlag, (1982). ISBN 3-7750-0104-2. |
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Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg. |
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M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002. |
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H. Schilcher: Kleines Heilkräuter-Lexikon; Walter Hädecke Verlag, 1999; ISBN 3-7750-0316-9. |
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Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008. |
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Wikipedia; Freie Enzyklopädie. |
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L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988. |
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Ordnung
Familie
Gattung
Art |
Ericales
Ericaceae
Vaccinium
Preiselbeere
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Wiss. Bez. |
Vaccinium vitis-idaea |
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Die Anwendung von Preiselbeeren geht auf indianische Traditionen und die Volksmedizin der weissen Siedler zurück. Erst im 20. Jahrhundert führte die wissenschaftliche Untersuchung des Beerensaftes zur Aufklärung des Wirkmechanismus und der verantwortlichen Inhaltsstoffe. |
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Gut verträgliche Preiselbeer-Präparate stehen als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Saft, Trinkgranulat oder Tabletten und Kapseln zur Verfügung; |
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